Charles Mackay

Charles Mackay

Charles Mackay (* 27. März 1814 in Perth, Schottland; † 24. Dezember 1889 in London) war ein schottischer Journalist und Schriftsteller.

Familiäre Herkunft

Mackay war der Sohn von George Mackay und dessen Ehefrau Amely (geborene Cargill). Er entstammte dem Strathnaver-Zweig des schottischen Clans MacKay und war ein Enkel von Hugh Mackay. Sein Vater hatte auf königlichen Sloop Scout gedient und war in französisches Kriegsgefangenschaft geraten. Anschließend diente er unter dem Kommando von Francis Laforey (1767–1835) auf der HMS Hydra, verließ sechs Jahre später die Royal Navy und trat als Ensign (Fähnrich) in das 47. Infanterieregiment der Royal Artillery ein und nahm 1809 unter Frederick, Duke of York and Albany an der Walcheren-Expedition teil, wo er an Malaria erkrankt nach England zurückkehrte, dort heiratete und sich nach seiner Genesungfür einige Zeit in Schottland niederließ.

Leben

Mackays Geburtsdatum wird abweichend auch als 26. März 1812 angegeben. Seine Mutter starb bereits kurz nach seiner Geburt und er wuchs bis zu seinem achten Lebensjahr in der Obhut der Amme Grace Stuart in einem einsam gelegenen Haus nahe dem Dorf Newhaven am Firth of Forth auf. Als diese den Schneider Thomas Threlkeld, einen ehemaligen Soldaten in George Mackays Regiment, heiratete, zog er mit ihnen 1822 nach Woolwich, wo er eine Elementarschule besuchte und wurde 1825 in London am Caledonian Asylum am Hatton Garden aufgenommen, wo er bis 1828 blieb. Sonntags besuchte er die Predigten von Edward Irving in der Cross Street Chapel. Im Jahr 1828 wurde Mackay von seinem Vater auf eine Schule am Boulevard de Namur nach Brüssel geschickt, um dort Sprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch) zu erlernen. Als zwei Jahre später die Belgische Revolution ausbrach, wurde Mackay 1830 Privatsekretär des Unternehmers und Eisenhüttenbesitzers William Cockerill aus Seraing bei Lüttich. Während dieser Zeit schrieb er auf Französisch als freier Mitarbeiter für den Courier Belge (Brüssel) und schrieb Gedichte auf Englisch für die Lokalzeitung The Telegraph.

Den Sommer des Jahres 1830 verbrachte er in Paris und besuchte 1831 gemeinsam mit Cockerill Aachen. Im Mai 1832 kehrte er auf Wunsch seines Vaters nach London zurück und wurde Italienischlehrer des Rechtsanwalts und späteren Theatermanagers Benjamin Lumley (1811–1875). 1834 schrieb er einige Beiträge für die Zeitung The Sun und veröffentlichte sein Erstlingswerk Songs and Poems. Mackay lernte John Black kennen, der ihn vom Frühjahr 1835 bis 1844 als stellvertretenden Chefredakteur für seinen Morning Chronicle engagierte. Bei einer einmonatigen Urlaubsreise im Herbst 1839 besuchte er das Turnier bei Eglinton Castle und knüpfte in Edinburgh neue Kontakte zu Literaten. Im Herbst 1844 und ließ er sich in Glasgow nieder und gab dort bis Juli 1847 den Glasgow Argus heraus.

1846 stellte Mackay einige Verse zusammen, die er in der von Charles Dickens herausgegebenen Daily News unter dem Titel Voices from the Crowd veröffentlichte. Henry Russell vertonte einige seiner Gedichte, so dass sie teilweise weltweite Bekanntheit erlangten. Das Gedicht The Good Time Coming wurde in vierhunderttausend Exemplaren gedruckt. Mackay studierte parallel zu seiner Arbeit an der University of Glasgow Rechtswissenschaften und wurde 1846 promoviert (Doktor der Rechte, LL.D.). Im Jahr 1848 trat er in die Redaktion von Herbert Ingrams Zeitung The Illustrated London News ein und wurde 1852 deren Herausgeber. Im Dezember 1851 hatte er mit der Veröffentlichung einer Reihe musikalischer Beilagen begonnen, die jeweils ein von Mackay verfasstes Originallied enthielten, das zunächst von Henry Bishop († 30. April 1855) arrangiert und auf eine alte englische Melodie abgestimmt worden war. Achtzig der ursprünglich geplanten einhundert Liedtexte wurden unter dem Titel Songs by Charles Mackay veröffentlicht. Am 3. Oktober 1857 unternahm Mackay von Liverpool aus eine achtmonatige Vortragsreise durch die Vereinigten Staaten (Ostküste) und nach Kanada. Am 2. Juni 1858 kehrte ere zurück und beendete 1859 seine Zusammenarbeit mit den Illustrated London News. Mackay gründete 2. Juli 1860 die London Review und 1861 die Zeitschrift Robin Goodfellow, die sich beide als wenig erfolgreich erwiesen.

Im April 1861 brach der Amerikanische Bürgerkrieg aus und Mackay fungierte von Februar 1862 bis Dezember 1865 in New York für die Zeitschrift The Times als Sonderkorrespondent und Kriegsberichterstatter. Bei seinen Recherchen tdeckte er im Herbst 1862 die Verschwörung der Fenian Brotherhood in Amerika auf und machte sie publik. In späteren Jahren widmete er sich auch der keltischen Philologie. In seinem Werk Forty years’ recollections of life, literature, and public affairs from 1830 to 1870. hatte er als Erster die „Vereinigten Staaten von Europa“ beschrieben.

Familie

Mackay war zweimal verheiratet:

Grabstelle, Kensal Green

Er starb am 24. Dezember 1889 in der Longridge Road in Earl’s Court und wurde am 2. Januar 1890 auf dem Friedhof Kensal Green in London beigesetzt.

Werke (Auswahl)

Mackay wurde sehr früh Mitglied der Percy Society und konnte viele seiner Artikel später auch in Buchform veröffentlichen.

Biografisch
Sachbücher
Herausgeber

Literatur

Commons: Charles Mackay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Charles Mackay – Quellen und Volltexte (englisch)

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 William Charles Mark Kent: Mackay, Charles. In: Sidney Lee (Hrsg.): Dictionary of National Biography. Band 35: MacCarwell – Maltby. MacMillan & Co., Smith, Elder & Co., New York City / London 1893, S. 120–121 (englisch, Volltext [Wikisource]).