Charles Sheffield (* 25. Juni 1935 in Hull, England; † 2. November 2002 in Silver Spring, Maryland) war ein britisch-amerikanischer Mathematiker, Physiker und mehrfach ausgezeichneter Science-Fiction-Autor. Er war Präsident der American Astronautical Society und der Science Fiction and Fantasy Writers of America (SFWA).
Sheffield studierte an der Universität Cambridge Mathematik und Physik. Mitte der sechziger Jahre wanderte er in die Vereinigten Staaten aus. An der American University in Washington, D.C. promovierte er mit einem Thema zur Theoretischen Physik.
Danach war er unter anderem Dozent am American Institute of Aeronautics and Astronautics, arbeitete als Forscher und Berater für die NASA und als Ratgeber für das Office of Technology Assessment des Kongresses sowie als Gutachter für den amerikanischen Kongress und den Senat der Vereinigten Staaten. Außerdem war er Mitarbeiter und später Vorstandsmitglied der Earth Satellite Corporation. Darüber hinaus war er Mitglied und zeitweilig Präsident der American Astronautical Society, Mitglied der American Association for Advancement of Science, der British Interplanetary Society und der Internationalen Astronomischen Union.
Seit 1962 veröffentlichte er nahezu einhundert wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Artikel sowie einige Sachbücher, unter anderem zu Themen wie Nuklearphysik, Gravitationsfeldanalyse und zur allgemeinen Relativitätstheorie.
Angeregt durch die Lektüre des Romans Ringwelt von Larry Niven begann Charles Sheffield ab 1977 auch selbst Science-Fiction zu veröffentlichen, angefangen mit der Erzählung What Song The Sirens Sang in der Zeitschrift Galaxy.
Zwar leugnete Charles Sheffield nie seine Herkunft als Wissenschaftler und wurde daher der technikorientierten Hard Science-Fiction zugerechnet, Mittelpunkt seiner Werke waren aber eher der Untergang der Zivilisation, der Werteverfall und Nuklearkatastrophen und die hiermit einhergehenden menschlichen Tragödien. Insgesamt verfasste er etwa vierzig Bücher und mehr als einhundert Erzählungen.
Sheffield publizierte 1978 den Roman Der neue Protheus (Sight of Proteus), dem bis 1995 drei weitere Romane folgten, deren Handlung im selben Universum angesiedelt ist. Sein zweiter Roman Ein Netz aus tausend Sternen (The Web Between the Worlds) handelt von einem Aufzug in den Weltraum, eine Idee, die in Arthur C. Clarkes Roman Fahrstuhl zu den Sternen (The Fountains of Paradise), der einige Monate vor Sheffields Buch erschien, bereits behandelt worden war. Da Sheffield sich dem Vorwurf des Plagiats ausgesetzt sah, sandte er ein Exemplar des Manuskripts an Clarke, der jedoch keine Einwände gegen eine Veröffentlichung erhob und in einem offenen Brief an die SFWA die Ähnlichkeiten beider Romane als interessanten Zufall beschrieb.
Charles Sheffield, zwischen 1984 und 1986 Präsident der SFWA, erhielt für seinen Kurzroman Georgia on My Mind 1994 sowohl den Hugo- als auch den Nebula Award, nachdem er bereits 1992 den John W. Campbell Memorial Award für seinen Roman Brother to Dragons erhalten hatte. 1992 erhielt The Mote in NASA's Eye den Analog Award, A Handful of Heresies erhielt ihn 1996 ebenfalls. Auch 1992 erhielt er mit The McAndrew Chronicles den Seiun Award.
Er war seit 1998 mit der Science-Fiction-Autorin Nancy Kress verheiratet und starb im Alter von 67 Jahren an einem Gehirntumor.
Die Serien sind nach dem Erscheinungsjahr des ersten Teils geordnet.
Sammlungen:
Übersetzt von Ulf Ritgen.
Wird bei Kurzgeschichten als Quelle nur Titel und Jahr angegeben, so findet sich die vollständige Angabe unter Sammlungen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sheffield, Charles |
| ALTERNATIVNAMEN | Kirkwood, James (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Mathematiker, Physiker und Autor |
| GEBURTSDATUM | 25. Juni 1935 |
| GEBURTSORT | Hull, England |
| STERBEDATUM | 2. November 2002 |
| STERBEORT | Silver Spring, Maryland |