Chimbarkawane (auch: Chimbarkawne, Chim Berkaouan, Chim Berkawan, Tchi-m-Berkaouane, Thinbarkawane) ist ein Dorf in der Landgemeinde Abala in Niger.
Geographie
Das von einem traditionellen Ortsvorsteher (chef traditionnel) geleitete Dorf befindet sich rund 31 Kilometer nordöstlich des Hauptorts Abala der gleichnamigen Landgemeinde und des gleichnamigen Departements Abala, das zur Region Tillabéri gehört. Zu den Siedlungen in der näheren Umgebung von Chimbarkawane zählen Targuai Tamout im Nordwesten, Agajiney im Südosten und Tigué Zéfan Rouafi im Westen.
Chimbarkawane ist Teil der Übergangszone zwischen Sahara und Sahel. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge beträgt hier zwischen 200 und 300mm.
Geschichte
Das Dorf Chimbarkawane wurde 1955 gegründet. Der Ortsname bedeutet „junges Nashorn“. Die Siedlung entstand bei einem Brunnen, der von den französischen Kolonialisatoren aufgegeben worden war. Die ersten Siedler waren Iklan. Dorfbewohner aus Chimbarkawane gehörten zu den ersten Siedlern des in den 1970er Jahren gegründeten Weilers Arawa. In Chimbarkawane wurde das Dürrejahr 1973 als Moutoua chanou („Jahr des Todes der Kühe“) und das Dürrejahr 1984 als Shell („Nichts“) bezeichnet. In den 1980er Jahren befanden sich hier Lager von sesshaften Iklan-Viehzüchtern und von nomadischen Fulbe- und Tuareg-Viehzüchtern. Im Dürrejahr 1984 fanden Viehzüchter aus Chimbarkawane für drei Monate in der Stadt Dogondoutchi Zuflucht. Bei einem nach der Ernährungskrise von 2005 von der dänischen Sektion von CARE International von 2006 bis 2009 durchgeführten Projekt zur Vorbeugung und Bewältigung von Ernährungskrisen wurde in Chimbarkawane wie in 50 weiteren Orten in Niger ein gemeinschaftliches Frühwarn- und Notfallsystem aufgebaut.
Aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage in der Grenzregion zu Mali war die Bevölkerung von Chimbarkawane im Sommer 2018 laut einem UNHCR-Bericht einem hohen Risiko ausgesetzt vertrieben zu werden. Mit Stand November 2023 war es bereits zu Vertreibungen aus Chimbarkawane gekommen. Das Armed Conflict Location and Event Data Project erfasste für das erste Quartal 2024 in der Region Tillabéri insgesamt 122 gewaltsame Konfliktfälle mit 394 Toten und nannte Chimbarkawane unter den betroffenen Orten. Mutmaßlich Mitglieder einer nichtstaatlichen bewaffneten Gruppe stahlen im August 2024 eine Viehherde im Dorf. Bewaffnete Angreifer auf Motorrädern zwangen am 29. Januar 2025 die Dorfbewohner, einer islamischen Predigt beizuwohnen.
Bevölkerung
Bei der Volkszählung 2012 hatte Chimbarkawane 1291 Einwohner, die in 219 Haushalten lebten. Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 824 in 109 Haushalten und bei der Volkszählung 1988 belief sich die Einwohnerzahl auf 618 in 89 Haushalten.
Wirtschaft und Infrastruktur
Der Gemüseanbau wurde nach der Dürre von 1984 eingeführt, um die Abhängigkeit von Getreide zu verringern. Mit einem Centre de Santé Intégré (CSI) ist ein Gesundheitszentrum im Ort vorhanden. Es gibt eine Schule. Das nigrische Unterrichtsministerium richtete 1996 gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen zahlreiche Schulkantinen in von Ernährungsunsicherheit betroffenen Zonen ein, darunter eine für Kinder transhumanter Hirten in Chimbarkawane. In der Regenzeit ist das Dorf ein Ziel von Fulbe- und Tuareg-Nomaden. Durch Chimbarkawane verläuft die Route621, eine 52,3 Kilometer lange einfache Piste zwischen der Nationalstraße 25 im Gemeindehauptort Abala und dem Dorf Ikarfan.
↑Damien Hauswirth, Hassane Yayé, Abdoulaye Sambo Soumaila, Badamassi Djariri, Issaka Lona, Malam Boukar Abba:Appui à la formulation concertée de la SPN2A pour la République du Niger. Identification et évaluation des options d’agriculture intelligente face au climat prioritaires pour l’adaptation face aux changements climatiques au Niger. Volume 2: Annexes. Ministère de l’Environnement, de la Salubrité Urbaine et du Développement Durable / Ministère de l’Agriculture et de l’Elevage / Conseil National de l’Environnement pour un Développement Durable / Haut-Commissariat à l’Initiative 3N / AFD / Facilité Adapt’Action / Baastel – BRL – ONFI, Niamey / Brüssel 2020, S.7 (spn2a.org[PDF; abgerufen am 14.August 2026]).
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