| Chorherrn (Dorf) Ortschaft Katastralgemeinde Chorherrn | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Tulln (TU), Niederösterreich | |
| Gerichtsbezirk | Tulln | |
| Pol. Gemeinde | Tulbing | |
| Koordinaten | 48° 17′ 2″ N, 16° 5′ 19″ O | |
| Höhe | 210 m ü. A. | |
| Einwohner der Ortschaft | 184 (1. Jän. 2026) | |
| Fläche d. KG | 1,44 km² (31. Dez. 2023) | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Ortschaftskennziffer | 06345 | |
| Katastralgemeindenummer | 20112 | |
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS | ||
Chorherrn ist eine Ortschaft in der Marktgemeinde Tulbing im Bezirk Tulln in Niederösterreich.
Das Grabendorf liegt am südlichen Rand des Tullnerfeldes am Hang des Frauenberges.
Der Hauptplatz liegt an der Grenze zwischen ebenem Gelände und dem Anstieg zum Wienerwald. Die Ortschaft teilt sich in einen Unterort und einen Oberort mit einer kurvig angelegten Gasse auf ansteigendem Terrain.
Der Ort wurde 1143/1147 erstmals urkundlich unter dem Namen Chacharen genannt und scheint danach mit verschiedenen Namen auf: Chareharn (1270), Charchach (1305), Charcharen (1316), Charcherren (1393), Chaarhorn und Charrhorn (1399), Corherrn (1439), Corhern, Chorrherrn und Chorherrn (1617).
Der Name dürfte von dem keltischen Wort Carreg (Feld) stammen, deutet also auf Gutsherrn (Schlossherrn). Die Herren von Charcharen dürften jedoch bereits in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ausgestorben sein.
Im Jahre 1366 gibt es die erste urkundliche Nachricht von einer Kapelle. In einer Urkunde vom 23. November 1393 wird bereits von einer Kirche zu Chorherrn gesprochen.
1529 hausten die Türken in Chorherrn und brannten die Kirche nieder, welche 1568 wieder aufgebaut wurde. Die Bewohner der Gegend flohen vor Ankunft der Türken in den Tulbinger Kirchenwald, wurden aber von den Türken entdeckt und niedergemetzelt wo von der jetzt noch übliche Name Jammertal stammt. 1683 wurde Chorherrn abermals von den Türken verwüstet.
Aus einem Bericht des Stadtrates Tulln vom 13. Juli 1540 geht hervor das infolge des Auftretens der Pest in Chorherrn, St. Andrä, Wolfpassing und Zeiselmauer etliche Häuser ausgestorben seien. 1590 gab es Schäden durch ein Erdbeben.
1769 dürfte nach Überlieferungen anstelle des alten Pfarrhofes die Schule in Chorherrn errichtet worden sein. 1828 wurde die Straße St. Andrä – Wolfpassing – Königstetten – Tulbing – Chorherrn angelegt. 1829 brannte das herrschaftliche Schloss in Chorherrn ab.
1855 wütete in Chorherrn die Cholera der um die Kirche gelegene Friedhof genügte nicht die Leichen aufzunehmen, so dass ein neuer Friedhof angelegt wurde, welcher Eigentum der Gemeinde ist. Am 14. Jänner 1873 brannten in Chorherrn 14 Häuser und 8 Scheunen ab.
Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Chorherrn ein Bäcker, ein Fleischer, ein Gastwirt, drei Gemischtwarenhändler, eine Maurermeister, eine Milchgenossenschaft, ein Schneider, ein Schuster, ein Tischler und drei Viktualienhändler ansässig.
