
Der Chotek-Park (tschechisch Chotkovy sady) ist ein öffentlicher Park im Prager Stadtteil Hradčany. Er erstreckt sich zwischen den Straßen Chotkova und Mariánské hradby und grenzt unmittelbar an das Lusthaus der Königin Anna im Königlichen Garten der Prager Burg. Er wurde im Jahr 1832 als erster öffentlicher Park in Prag angelegt. Als Bestandteil des Nationalen Kulturdenkmals Prager Burg steht er unter Denkmalschutz. Vom südlichen Teil des Parks aus bietet sich ein eindrucksvoller Ausblick auf die tschechische Hauptstadt.
Im Mittelalter war das Gelände von Weinbergen und Weideflächen geprägt. Im 17. Jahrhundert diente es als wirtschaftliches Versorgungsgelände der Prager Burg, auf dem unter anderem Holz gelagert wurde. Darüber hinaus fanden dort Reitwettbewerbe und Ritterturniere statt. Die Gründung des Parks im Jahr 1832 geht auf die Initiative des Grafen Karel Chotek zurück, der seit 1826 als Oberstburggraf (nejvyšší purkrabí) des Königreichs Böhmen die höchste Verwaltungsposition des Landes innehatte. Zuvor hatte Chotek den Bau der später nach ihm benannten Serpentinenstraße Chotkova veranlasst, die zwischen 1831 und 1832 entstand und die Prager Kleinseite mit der Burg verband. Sie ersetzte einen alten, steilen und in den Fels gehauenen Fahrweg aus der Zeit Albrecht von Waldsteins. Dieser als „Myší díra“ (Mausloch) bekannte Weg konnte den gestiegenen Verkehrsanforderungen nicht mehr gerecht werden.
Der nach englischem Vorbild gestaltete Landschaftspark trug zunächst den Namen „Lidová zahrada“ (Volksgarten). Im Jahr 1841 wurden der Park und die Straße feierlich nach ihrem Gründer benannt. Daran erinnert ein Gedenkstein mit der Inschrift „4. November 1841“, der sich rechts des Parkeingangs an der Chotkova-Straße befindet. Der Chotek-Park war die erste Parkanlage Prags, die von der Stadtverwaltung betreut wurde. Sie übernahm diese Aufgabe im Jahr 1859. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Park nach den Plänen des Gartenarchitekten František Thomayer, des damaligen Direktors der Prager Parkanlagen, neugestaltet. Im Zuge dieser Umgestaltung entstand im östlichen Teil der Anlage auch ein kleiner Teich.

Der Chotek-Park umfasst eine Fläche von 3,7 Hektar und zeichnet sich durch seine naturnahe Gestaltung sowie seinen vielfältigen Baumbestand aus. Heute wachsen hier mehr als 55 Gehölzarten, darunter Pappeln, Platanen, Eichen und Hainbuchen. Seit 1997 untersteht der Park der Verwaltung der Prager Burg und ist mit dem Königlichen Garten verbunden. Er ist ganzjährig für die Öffentlichkeit zugänglich.
Das bedeutendste Kunstwerk im Park ist das 1913 von Josef Mauder geschaffene Denkmal für den Dichter und Schriftsteller Julius Zeyer. Es ist als künstliche Grotte gestaltet und besteht aus mehr als hundert Granitblöcken. In der Grotte befinden sich Figuren aus weißem Marmor, die Gestalten aus Zeyers literarischen Werken darstellen. Oberhalb der Grotte ist ein bronzenes Medaillon mit dem Bildnis des Dichters angebracht. Auf der Rückseite erinnert eine Steintafel mit den Titeln seiner Werke an sein literarisches Schaffen. Das Denkmal befindet sich im östlichen Parkbereich am Teich und ist mit einer Wasserkaskade verbunden.
Ein weiteres markantes Kunstwerk ist die Stahlskulptur „Niké 89“, die an den Sieg der Demokratie im Jahr 1989 erinnert. Sie wurde 1991 vom Bildhauer Pavel Krbálek im Auftrag tschechischer Landsleute aus Luzern geschaffen.
Eine 1998 nach einem Entwurf des Architekten Bořek Šípek errichtete Fußgängerbrücke führt über die Chotkova-Straße und verbindet den Chotek-Park mit dem Letná-Park.
Für die Jahre 2026 bis 2028 ist eine umfassende Sanierung des Chotek-Parks vorgesehen. Ziel ist es, die Anlage an heutige Bedürfnisse anzupassen und zugleich ihren historischen Charakter sowie ihre besonderen Merkmale langfristig zu bewahren.
Koordinaten: 50° 5′ 37″ N, 14° 24′ 24″ O