Christian August Freyberg

Christian August Freyberg (* 10. November 1684 in Stolpen; † 15. Januar 1743 in Dresden) war von 1719 bis zu seinem Tod Rektor der Dresdner St.-Annen-Schule, die in jener Zeit eine der drei höheren Schulen Dresdens war.

Leben

Freybergs Großvater war Tuchmacher in Bischofswerda. Er konnte zweien seiner Söhne das Studium ermöglichen: Christoph Freyberg (1651–1722), Vater von Christian August Freyberg, wurde Pfarrer in Stolpen, dessen Bruder Jeremias Freyberg (1657–1724) wurde Pfarrer und Superintendent in Kamenz.

Nachdem Christian August Freyberg seine Vorbildung an der städtischen Lateinschule in Stolpen erhielt, bezog er 1700 das unter Leitung von Christian Weise stehende Gymnasium in Zittau und im April 1701 die Universität Leipzig als Student der philosophischen Fakultät. Geschichtsvorlesungen hörte Freyberg bei Johann Burckhardt Mencke. Nach dem Erwerb des Magistertitels im Jahr 1704 kehrte er nach Stolpen zurück und arbeitete in den folgenden Jahren als Hauslehrer in Kamenz und anderen Orten der Oberlausitz.

Von 1713 bis 1715 hielt sich Freyberg als Hofmeister in Weißenfels auf. Während dieser Zeit unternahm er einige Bildungsreisen und lernte Christian Weidling kennen. Nach seiner Rückkehr nach Stolpen war Freyberg wieder als Hauslehrer tätig und hat womöglich auch Christian Friedrich Henrici unterrichtet.

Am 15. Dezember 1719 trat Freyberg das Rektorat der St.-Annen-Schule in Dresden an. Mit seinem Wirken begann eine Blütezeit der Annenschule, die vorher zum Teil nur stiefmütterliche Unterstützung seitens des Dresdner Rats erfuhr. Bereits fünf Jahre nach seinem Amtsantritt erließ Freyberg 1724 eine neue Schulordnung, mit der er das Unterrichtspensum erhöhte, den Religionsunterricht verringerte und dafür die Fächer Politische Historie, Genealogie, Geographie, Deutsche Orthographie, Stilistik, Poesie und Redeübungen neu aufnahm. In seinem Unterricht folgte Freyberg den Maximen seines früheren Lehrers Christian Weise.

Mit der 1724 erreichten Anerkennung der Annenschule als Lyzeum stieg die Schülerzahl in den folgenden Jahren kontinuierlich an, so dass 1727 eine dritte Lehrerstelle bewilligt wurde. Mit dem Weise-Schüler Johann Christian Gerstner (1675–1753) erhielt Freyberg im gleichen Jahr einen neuen Kantor, der auch die Funktion des zweiten Lehrers innehatte.

Besonders in den 1730er und 1740er Jahren genoss die Annenschule ein hohes Ansehen, dessen Verdienst sich direkt auf ihren Rektor zurückführen lässt. Der über die Grenzen des Kurfürstentums Sachsen hinaus bekannte Freyberg hatte unter anderem Briefkontakte zu Johann Gottlob Frenckel, Carl Friedrich Degenkolb und Georg Ehrenfried Behrnauer. Vom dänischen Geheimrat Friedrich Emanuel von Kötzschau erhielt er einen Ruf als Gymnasialrektor nach Oldenburg, den Freyberg jedoch ablehnte.

Christian August Freyberg verstarb 58-jährig am 15. Januar 1743 nach 23-jähriger Wirkenszeit als Rektor der Annenschule.

Werke

Zu Freybergs Werken, die er neben deutscher auch in lateinischer Sprache verfasste, zählen historische Schriften, Nachrichten der St.-Annen-Schule und Predigten.

Er gilt als Verfasser der Kirchenlieder Selig, selig sind die Todten und Gehe hin in deine Kammer sowie Herr, ich habe mißgehandelt.

Schriften-Verzeichnis nach Adelung mit einigen Ergänzungen und Verbesserungen:

Quellen und weiterführende Literatur

Literatur

Nachweise

  1. ↑ Gottfried Lebrecht Richter: Allgemeines biographisches Lexikon alter und neuer geistlicher Liederdichter. Martini, Leipzig 1804, S. 472 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. ↑ Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Landeskirche des Königreichs Sachsen. 1883. S. 410.
  3. ↑ Johann Christoph Adelung: Fortsetzung und Ergänzungen zu Christian Gottlieb Jöchers allgemeinem Gelehrten-Lexico. Zweyter Band. Leipzig 1787, Sp. 1239–1240 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
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