Christian Hoischen (* 1966 in Köln) ist ein deutscher Künstler.
Hoischen studierte von 1989 bis 1995 an der Hochschule für Künste Bremen, von 1996 bis 1997 an der Universität der Künste Berlin und war Meisterschüler bei Katharina Sieverding. 1998 erhielt er den Bremer Förderpreis für Bildende Kunst.
Er lebt und arbeitet in Berlin.
Christian Hoischens Arbeiten sind von einem alles durchdringenden Eklektizismus geprägt, angefangen beim Material: Ein Verbund aus Karbonfaser, Glasfaser und Epoxid, geben den Bildern ihren technoiden objekthaften Charakter, was sich aus Hoischens Arbeiten als Bildhauer ableiten lässt. In verfremdeten Autos, Lampen oder abstrakten Assemblagen balanciert er zwischen Ready-Made, Design und Kunstfigur – Dinge, die seltsam belebt erscheinen, als wären sie an einem Filmset zurückgelassen.
Auch in Hoischens Malerei scheint der Mensch an- und abwesend zugleich. Seine Motive, die er mit einem Blick für Altbekanntes aus der Medienwelt rekrutiert, transportieren eine fragmentierte Vergangenheit, sei es Barock, Pop Art oder Psycho-Thriller. Diese Motive malt Hoischen in den materiellen Verbund ein. Das Resultat sind Überlagerungen von Signets voller kunst- und filmhistorischer Verweise: Caravaggios Der ungläubige Thomas trifft auf Romy Schneider, eingefasst von geometrischen Farbfeldern. Der Death-Metal-Schriftzug von David Lynchs Psychostreifen Inland Empire ziert schlafende Nackte vor einem Spiegel mit Goldrahmen. Ein leerer modernistischer Stuhl wirkt, als hätte ihn kurz zuvor einer von Francis Bacons Päpsten verlassen. Eine Rokokovase erinnert an eine Urne. Tatsächlich ist Hoischens Malerei eine sanft verschwommene, morbide Mischung aus Gothic-Kitsch und Pop Collage, ergänzt durch Flecken und Farbkleckse, die sich wie informelle Fußnoten über das fahle Licht der Freiflächen verteilen. Selbst atelierfrische Bilder wirken daher wie ramponierte Zeugnisse der Postmoderne. Verfall und Historismus, die klassischen Themen der Dekadenz-Ära gegen Ende des 19. Jahrhunderts, kondensiert Hoischen in einer Sprache, die das 21. Jahrhundert als Wiedergänger dieser Zeit entlarvt.
Werke von Christian Hoischen befinden sich unter anderem in der Sammlung Alison & Peter W. Klein in Eberdingen-Nussdorf, der Thyssen-Bornemisza Collection in Wien, der David Roberts Collection in London, der Sammlung Hölzel in Berlin, der Burger Collection in Zürich und Hongkong, der Kraus (Jill & Peter S. Kraus) Collection in New York und in privaten Sammlungen.
Für die repräsentativen Foyers und die Lobby des Palais Varnhagen Berlin hat Hoischen 2017 einen Zyklus entworfen, der sich mit den geistesgeschichtlichen Kosmos der Namenspatronin des Gebäudes, Rahel Varnhagen, ihren Salons, Freundschaften und kulturellen Beziehungen beschäftigt.
Seit 2017 arbeitet Christian Hoischen mit dem Fotografen Oliver Mark in einer Collaboration Hoischen / Mark. Die Zusammenarbeit ist nach Chiara Thies von „Kritik und Korrektur“ geprägt, „bis jegliche Gewissheit zertrümmert ist. Erlösung bietet erst der Witz.“
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hoischen, Christian |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Künstler |
| GEBURTSDATUM | 1966 |
| GEBURTSORT | Köln |