Christian Loferer

Christian Loferer (* 1981 in Schleching im Chiemgau) ist ein deutscher Hornist und Mitglied des Bayerischen Staatsorchesters. Auch als Solist und Kammermusiker steht er auf der Bühne. Er ist mehrfacher Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe.

Leben

Jugend und Ausbildung

Mit neun Jahren erhielt Christian Loferer Unterricht bei Wolfgang Diem an der Musikschule Grassau, drei Jahre später wurde er ins Bayerische Landesjugendorchester (BLJO) aufgenommen, in dem er erste Orchestererfahrungen sammelte.

Zum Horn war Loferer durch Zufall gekommen: Als in seinem Heimatort Schleching ein Musikverein gegründet wurde und die Kinder des Dorfs gefragt wurden, welches Instrument sie spielen wollten, entschied er sich spontan für das Horn, weil er dabei ein Jagdhorn vor Augen hatte.

Von 1999 bis 2001 absolvierte er bei Johannes Ritzkowsky ein Jungstudium am Richard-Strauss-Konservatorium München. 2002 wurde er ins Gustav Mahler Jugendorchester (GMJO) unter der Leitung von Claudio Abbado aufgenommen. Von 2001 bis 2007 studierte er an der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) bei Wolfgang Gaag.

Impulse für seine künstlerische Entwicklung verdankt er Frøydis Ree Wekre in Oslo und Thomas Hauschild in Leipzig.

Beruflicher Werdegang

Im Jahr 2003 wurde Christian Loferer als Stipendiat an die Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters aufgenommen. 2005 gewann er ein Probespiel für eine Festanstellung an der Bayerischen Staatsoper. Seither gehört er als Hornist fest zum Ensemble des Bayerischen Staatsorchesters, dessen Orchestervorstand er von 2014 bis 2025 war. Er musizierte dort unter Dirigenten wie Zubin Mehta, Kent Nagano, Kirill Petrenko und Vladimir Jurowski. Gastspiele führten ihn in bedeutende Konzertsäle, von der Suntory Hall in Tokio, über den Wiener Musikverein und dem Concertgebouw in Amsterdam bis hin zur Carnegie Hall in New York.

Er ist Mitbegründer der Munich Opera Horns (2007), einem eigenständigen Ensemble, dem die gesamte Horngruppe des Bayerischen Staatsorchesters angehört.

Von 2007 bis 2012 hatte Loferer einen Lehrauftrag im Fach Horn am Institut für Musikpädagogik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Seit Sommer 2024 ist er Dozent für Horn im Bayerischen Landesjugendorchester.

Von 2020 bis 2025 absolvierte er an der Deutschen Akademie für Management den Studiengang Kulturmanagement, den er mit Auszeichnung abschloss.

Seit 2015 repräsentiert er seine Heimat Bayern als „Bayernbotschafter“.

Projekte

JCOM

Seit 2015 verbindet Loferer eine intensive Zusammenarbeit mit dem Jewish Chamber Orchestra Munich (JCOM). Als Solohornist und als Solist gastiert er mit dem JCOM in den Münchner Kammerspielen und geht mit ihm auf Tournee, etwa 2024/25 mit dem Klezmer-Singspiel Mendele Lohengrin von Evgeni Orkin.

Im Jahr 2024 spielte er Ruth Schönthals Konzert für Horn und Kammerorchester in der europäischen Erstaufführung.

Chiemseer Alphornbläser

Zusammen mit Sebastian Sager formierte sich Loferer 2022 zum Duo „Chiemseer Alphornbläser“. Die beiden kennen sich seit ihrer Ausbildung an der Musikschule Grassau. Auch solistisch ist Christian Loferer als Alphornvirtuose gefragt. Auftritte mit dem Alphorn hatte er u. a. bei Arte und in der ARD.

PentAnemos

Seit Gründung im Jahr 2004 gehört Christian Loferer zum Bläserquintett PentAnemos. Das Ensemble gewann 2006 beim Internationalen Wettbewerb für junge Musiker in Chieri den 2. Preis. und 2007 beim Internationalen Bläserquintett-Wettbewerb Henri Tomasi in Marseille ebenfalls den 2. Preis Beim Internationalen Kammermusikwettbewerb Lyon wurde es 2008 mit dem „Prix SACEM“ (Société des Auteurs, Compositeurs et Éditeurs de Musique) für das beste Programm der Finalrunde ausgezeichnet. Im Jahr 2010 wurde es beim Deutschen Musikwettbewerb (DMW) mit einem Stipendium ausgezeichnet und 2011/12 in die „Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler“ aufgenommen. Mit dem Ensemble gastiert Christian Loferer weltweit – etwa in Zentralamerika, der Ukraine und in Bolivien.

Opern auf Bayrisch

Bekannte Opern in Mundartversen: In den „Opern auf Bayrisch“ verbinden sich Christian Loferers Arbeit an der Staatsoper und seine Heimat Bayern. Seit 2009 gehört er dem Musikensemble „Opern auf Bayrisch“ an, unter der Leitung von Andreas Kowalewitz. Mit dem Ensemble steht Christian Loferer mehrmals pro Spielzeit im Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz und im Prinzregententheater auf der Bühne, aber auch in zahlreichen Gastspielen in ganz Bayern und über die Ländergrenzen hinweg.

Auch bei der Aufzeichnung ausgewählter Werke auf DVD war er beteiligt.

Gastspiele

Als Solist tritt Christian Loferer regelmäßig mit verschiedenen Orchestern auf.

In zahlreichen weiteren Projekten und Aushilfstätigkeiten auch jenseits des klassischen Repertoires zeigt sich Loferers Vielseitigkeit. Immer wieder konzertiert er mit führenden deutschen und internationalen Klangkörpern, etwa dem Mahler Chamber Orchestra (MCO), der European Philharmonic of Switzerland, dem Tonhalle-Orchester Zürich oder auch dem Lucerne Festival Orchestra.

Im Sommer 2016 führte ihn ein Engagement an die Washington National Opera, wo er an 3 RING-Zyklen mitwirkte.

Weitere Engagements abseits der Klassik hatte Christian Loferer als Studiomusiker für Filmmusikproduktionen, als Gastkünstler in Popbands wie Django 3000, den Bananafishbones und den Federnelken. Auch mit der Singer-Songwriterin Gudrun Mittermeier, der Jazzrausch Bigband oder Konstantin Wecker trat er auf.

Kompositionen und Arrangements

Mit 15 Jahren komponierte Christian Loferer erste Alphornweisen. Seither arrangiert er Werke für verschiedene Hornensembles, das Duo Cello-Horn und komponiert immer wieder für Alphorn.

Diskografie (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Der Mann mit dem Horn – Christian Loferer aus Schleching. Abgerufen am 20. Mai 2026.
  2. ↑ Loferer Christian. Abgerufen am 20. Mai 2026.
  3. ↑ hock di her Bayern-Podcast: Christian Loferer: Ein Hornist über den Zufall, der ihn zur Bayerischen Staatsoper brachte. Abgerufen am 20. Mai 2026 (englisch).
  4. ↑ Spotify. Abgerufen am 20. Mai 2026.
  5. ↑ Angelika Dietrich: Hobby als Beruf: Wenn Kunst Arbeit wird. In: Die Zeit. 16. November 2024, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 24. August 2026]).
  6. ↑ Morgens Blasmusik, abends Staatsoper. Abgerufen am 24. August 2026.
  7. ↑ Munich Opera Horns – Mitglieder: Christian Loferer. Abgerufen am 24. August 2026.
  8. ↑ Kollektiv der Flatterzungen. 20. Juni 2018, abgerufen am 24. August 2026.
  9. ↑ Dozenten. In: Bayerisches Landesjugend Orchester (bljo). Abgerufen am 28. August 2026.
  10. ↑ Bayern-Insider – Bavarian Heavy Metal. In: erlebe.bayern. Abgerufen am 31. August 2026.
  11. ↑ Die Juden in den Alpen. Abgerufen am 24. August 2026.
  12. ↑ sebastian-sager84: Musik in den Bergen "I gangad gern auf'd Kampenwand". 3. November 2023, abgerufen am 24. August 2026.
  13. ↑ Erlebe.Bayern: Alphornkonzert mit Christian Loferer – Virtueller Wochenendtrip durch Bayern. 25. November 2020, abgerufen am 24. August 2026.
  14. ↑ The Heimatdamisch: THE HEIMATDAMISCH: Sex on Fire (live). 8. November 2020, abgerufen am 24. August 2026.
  15. ↑ sebastian-sager84: HOPE@HOME onTOUR Ep13: Die Chiemseer Alphornbläser mit dem Triumphmarsch aus Aida. 27. September 2022, abgerufen am 24. August 2026.
  16. 1 2 Christian Loferer – Horn. In: pentanemos.de. Abgerufen am 24. August 2026.
  17. ↑ PentAnemos Bläserquintett. In: farao-classics.de. Abgerufen am 24. August 2026.
  18. ↑ Über uns. In: pentanemos.de. Abgerufen am 24. August 2026.
  19. ↑ Opern auf Bayrisch. Samerberger Nachrichten, abgerufen am 24. August 2026.
  20. ↑ Reinhard Palmer: Klassik im Pöckinger Beccult: Epochale Dramen in Kurzfassung. 5. Mai 2024, abgerufen am 24. August 2026.
  21. ↑ Wuchtige Werke, bravouröse Dynamik. In: pentanemos.de. 7. Mai 2024, abgerufen am 24. August 2026.
  22. ↑ Bergson Artists — Christian Loferer - Bergson. Abgerufen am 31. August 2026.
  23. ↑ Bio: Heimat – Horn – Humor. Website Christian Loferer, abgerufen am 24. August 2026.
Personendaten
NAME Loferer, Christian
KURZBESCHREIBUNG deutscher Hornist, Mitglied des Bayerischen Staatsorchesters
GEBURTSDATUM 1981
GEBURTSORT Schleching, Chiemgau