Christoph Hofinger

Christoph Hofinger (* 1967 in Innsbruck) ist ein österreichischer Sozialforscher. Gemeinsam mit Günther Ogris gründete er 1996 das private Forschungsinstitut SORA Institute for Social Research and Consulting und leitete es bis 2023 mit ihm gemeinsam, danach unter dem neuen Namen FORESIGHT gemeinsam mit Sabine Westphal. Hofinger erstellte seit 1994 Hochrechnungen und Wählerstromanalysen für den ORF.

Leben

Hofinger studierte Germanistik, Publizistik und Psychologie an der Universität Wien und absolvierte danach einen Post-Graduate-Lehrgang für Soziologie am Institut für Höhere Studien. Seit 1989 ist er in der Sozial- und Politikforschung tätig.

Einer größeren Öffentlichkeit bekannt ist Hofinger aus den ORF-Sondersendungen für Landtags-, Bundespräsidenten- und Nationalratswahlen, wo er den während des Wahlabends aus dem ORF-Studio aktuelle Hochrechnungen und Analysen präsentiert. Außerdem stellt Hofinger seit mehreren Jahren den Arbeitsklima Index vor, der starken Widerhall in den österreichischen Medien findet.

Als einer der führenden Politikforscher Österreichs tritt Hofinger vor allem in Wahlkämpfen regelmäßig in der Öffentlichkeit, in TV-Interviews und in der Presse auf. Nach den Landtagswahlen in Kärnten 2009, bei der das Wahlergebnis deutlich von den zuvor veröffentlichten Umfragen abwich, griffen BZÖ-Politiker wie Herbert Scheibner oder Stefan Petzner Hofingers Institut massiv an, warfen ihm "Manipulation" und bewusste "Fälschung" von Umfragen vor. Hofinger sprach von "Kreditschädigung" und kündigte an, eine gerichtliche Klage zu prüfen. Hofinger äußert sich in den Medien regelmäßig kritisch zur dominanten Stellung der Demoskopie in der politischen Berichterstattung, etwa in der oft zitierten Aussage: „Wer Umfragen veröffentlicht, sollte die Fehlerquote dazu sagen. Auch, wenn es das Ganze unspannend macht.“

Das Wochenmagazin Falter beschreibt Hofinger als „Ausnahme der angenehmen Art“ unter den Meinungsforschern, da er „mit seinen Prognosen meist richtig“ liege und sie „unaufdringlich zu erläutern“ wisse.

Funktionen in internationalen Organisationen

Lehrtätigkeiten

Publikationen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Christoph Hofinger: Hermann Burger. Leben und Werk. Diplomarbeit. Universität Wien, Wien 1991, OBV.
  2. ↑ Thomas Hofer, Barbara Tóth (Hrsg.): Wahl 2008. Strategien - Sieger - Sensationen, 2008, S. 172.
  3. ↑ z. B. Sondersendung des ORF zur Landtagswahl in Tirol am 8. Juni 2008, Ankündigung etwa im Text Tirol wählt anders und lässt Hochrechner zittern, in: Tiroler Tageszeitung von 3. Juni 2008, S. 2 („Der bekannte Wahlforscher Christoph Hofinger präsentiert am Sonntag für den ORF die Hochrechnungen.“)
  4. ↑ z. B. Sondersendung des ORF zur Bundespräsidentenwahl 2004. Ankündigung der Sendung etwa im Text Wahlkrimi im TV!, in: TV-Media vom 21. April 2004, S. 10.
  5. ↑ z. B. Sondersendung des ORF am 28. September 2008 zur Nationalratswahl, Ankündigung etwa im Text ORF: Acht Stunden live! in der Zeitung Österreich, 28. September 2008, S. 8.
  6. ↑ Beispiele aus den vergangenen Jahren:
    • „Arbeitsklima im Sinkflug“, in: Wiener Zeitung vom 30. Mai 2009, S. 11.
    • „Unwohlstand“, in: profil. Nr. 26/08, 23. Juni 2008, S. 24.
    • „Entzauberte Teilzeit“, in: Salzburger Nachrichten vom 10. November 2007, S. 16.
    • „Sinkende Zuversicht unter Österreichs Arbeitnehmern“, in: Kleine Zeitung vom 11. November 2005, S. 33.
    • „Österreicher unzufriedener mit Job und Arbeitsumfeld“, in: Kurier vom 5. Dezember 2001, S. 15.
    • „Arbeitsklima ist besser denn je“, in: Tiroler Tageszeitung vom 16. Juni 2000.
  7. ↑ BZÖ-Vorwurf: Umfragen gefälscht, in: Die Presse, 4. März 2009, S. 3.
  8. ↑ Vgl. etwa Kleine Zeitung, 28. September 2008, S. 6, oder Neue Vorarlberger Tageszeitung vom 28. September 2008, S. 6.
  9. ↑ Hero der Woche, Falter, 1. Oktober 2008, S. 11.
  10. ↑ http://www.univie.ac.at/diplpowi/KoVoArchiv/KoVoSS05/kovo13.html
Personendaten
NAME Hofinger, Christoph
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Sozialforscher
GEBURTSDATUM 1967
GEBURTSORT Innsbruck