Christoph Stumpf

Christoph Stumpf (* 27. September 1972 in Regensburg) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Rechtsanwalt sowie evangelisch-lutherischer Geistlicher im Ehrenamt.

Leben

Stumpf ist Sohn eines Pfarrers. Michael Stumpf ist sein Bruder. Er besuchte das Ludwigsgymnasium Straubing und das Reichsstadt-Gymnasium Rothenburg o.d.T. Nach dem Abitur begann er ab 1991 Rechtswissenschaft und Evangelische Theologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn zu studieren. 1993 wechselte er für ein Semester an die Universität Wien und dann an die Eberhard-Karls-Universität Tübingen. 1994 ging er als Stipendiat der Hanns-Seidel-Stiftung an die Ludwig-Maximilians-Universität München. Er wurde im Corps Franconia München aktiv und machte 1996 das Referendarexamen. 1996/97 war er an der LMU wissenschaftlicher Mitarbeiter von Peter Schlosser.

Das Referendariat durchlief er am Landgericht Landshut, bei Gaedertz Vieregge Quack Kreile in Prag, bei der Staatsanwaltschaft beim Landgericht München I, beim Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen, bei der Schörghuber Unternehmensgruppe (seine Schwester Alexandra Schörghuber ist Stiftungsratsvorsitzende der Schörghuber Unternehmensgruppe), bei Clifford Chance in Frankfurt am Main und an der Deutschen Botschaft in Neu-Delhi. Als Doktorand von Peter Landau wurde er zum Dr. iur. promoviert.

Mit einem Stipendium der Fritz Thyssen Stiftung ging er 1998 für drei Jahre an das Christ Church (Oxford). Bei Oliver O’Donovan schrieb er seine theologische Doktorarbeit über Hugo Grotius, mit der er zum DPhil (Oxon) promoviert wurde. 1999 war er Gastdozent an der Universität Tartu. Nach seiner Rückkehr habilitierte er sich 2001 bei Michael Kilian in Halle (Saale). Als apl. Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg liest er Öffentliches Recht einschließlich Kirchen- und Staatskirchenrecht sowie Rechtsvergleichung im öffentlichen Recht.

Als Rechtsanwalt zugelassen und vorübergehend als Attorney in Dschidda, ging er 2000 zu Freshfields Bruckhaus Deringer und 2003 zu einer anderen Kanzlei in Hamburg. Von 2007 bis 2014 war er für Raupach & Wollert-Elmendorff tätig. Seit 2014 arbeitete er für Taylor Wessing, bevor er 2018 als erster Hamburger Partner in die Curacon Rechtsanwaltsgesellschaft eintrat.

Am 11. Oktober 2025 ordinierte ihn Bischof Tilman Jeremias im Schweriner Dom zum Pastor der Nordkirche im Ehrenamt. Er erhielt einen Predigtauftrag an St. Marien zu Lübeck sowie im Pfarrsprengel der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden Travemünde und Kücknitz. Stumpf ist Zweiter Stellvertretender Vorsitzender der Kirchenleitung der Nordkirche sowie seit September 2025 stellvertretendes vorsitzendes Mitglied des Stiftungsrates der Lübecker Stiftung 7Türme+.

Auszeichnungen

Mitgliedschaften und Ehrenämter

Werke (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Anschriften der Kösener und Weinheimer Corpsstudenten (2009), S. 611
  2. ↑ Juristische Dissertation: Kirchenrecht als Bekenntnisrecht. Die Verbindung von Erlanger Theologie und geschichtlicher Rechtswissenschaft im Leben und Werk von Adolf von Scheurl
  3. ↑ Theologische Dissertation: Hugo Grotius’ Theology of International Law. Google Books
  4. ↑ Habilitationsschrift: Alternative Methoden der Streitbeilegung im Verwaltungsrecht. Schiedsgerichtsbarkeit–Schiedsgutachten–Mediation–Schlichtung. Google Books
  5. ↑ Universität Halle
  6. ↑ Archivierte Kopie (Memento vom 11. Dezember 2015 im Internet Archive)
  7. ↑ Geistliches Amt und ehrenamtliches Engagement verbunden: Prof. Dr. Dr. Christoph Stumpf zum Pastor im Ehrenamt ordiniert, Mitteilung der Nordkirche vom 11. Oktober, 2025, abgerufen am 11. Oktober 2025
  8. ↑ Stiftung 7Türme+: Ralf Nagel und Christoph Stumpf übernehmen zentrale Funktionen im Stiftungsrat, Pressemitteilung der Stiftung, abgerufen am 16. Oktober 2025
  9. ↑ Träger der Klinggräff-Medaille
Personendaten
NAME Stumpf, Christoph
ALTERNATIVNAMEN Stumpf, Christoph A.
KURZBESCHREIBUNG deutscher Rechtsanwalt und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 27. September 1972
GEBURTSORT Regensburg