Christophe Clergeau

Christophe Clergeau (2024)

Christophe Clergeau (* 1. September 1968 in Nantes) ist ein französischer Politiker (PS). Es ist seit 2023 Mitglied des Europäischen Parlaments.

Leben

Clergeau wurde in Nantes als Sohn einer Bankangestellten und eines Schlossers geboren und wuchs dort auf. Er verbrachte ebenfalls einen Teil seiner Kindheit in Sainte-Luce-sur-Loire. Seine Eltern waren Unterstützer des Parti Socialiste. Die Familie zog später nach Lyon um, kehrte jedoch wieder Anfang der 1980er-Jahre nach Nantes zurück.

1986 machte er am Lycée Gabriel Guist’hau in Nantes ein Naturwissenschaftliches Abitur und fing daraufhin ein Studium an der Universität Nantes an. Er studierte dort Wirtschaftswissenschaften. 1994 erlangte er ein Diplom an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne in Geschichte. Parallel zu seinem Studium war er ab 1991 parlamentarischer Assistent für Pierre Brana. 1993 begann er für Radio France Internationale zu arbeiten, wo er zuerst Referent für den Verwaltungsratsvorsitzenden André Larquié und später Referent für internationale Entwicklung war.

Im Jahr 1997 wurde seine Mutter Marie-Françoise Clergeau Abgeordnete in der Nationalversammlung. Im selben Jahr wurde Christophe Clergeau Kabinettschef unter dem Landwirtschaftsminister Louis Le Pensec.

Ab 1999 war er als Lehrbeauftragter am Agrocampus Ouest in Rennes aktiv. Er erwarb zu der Zeit ebenfalls einen Abschluss am Institut d’études politiques de Paris in politischer Soziologie.

Politik

Clergeau bei einer Rede, 2015

Im Alter von 15 Jahren trat Clergeau in die Parti Socialiste ein und war im Jugendverband aktiv. 2004 wurde er Regionalrat im Pays de la Loire und amtierte von 2010 bis 2015 als erster Vizepräsident des Rats. In der heiklen Frage um Notre-Dame-des-Landes pflegte er den Dialog mit den anderen Parteien, setzte sich jedoch für das Vorhaben ein, einen neuen Flughafen in Nantes zu errichten. Als Édouard Philippe die Aufgabe des Projekts ankündigte, prangerte Christophe Clergeau dies als „Verrat“ und „Verlassen des Westens“ an. Er war Spitzenkandidat bei den Regionalwahlen 2015, verlor jedoch gegen Bruno Retailleau.

Seit 2019 ist er Nationaler Europa-Sekretär der Sozialistischen Partei. Nachdem Éric Andrieu 2023 von seinem Amt als Mitglied des Europäischen Parlaments zurückgetreten war, wurde Clergeau sein Nachfolger. Bei den Europawahlen 2024 kandidierte er für eine weitere Amtszeit und wurde gewählt. In seinem Amt im EU-Parlament setzte er sich unter anderem für einen stärkeren Schutz der Meere ein und war am Ozeanpakt beteiligt.

Clergeau gilt als Vertreter einer reformistischen Linie, welche Sozialismus, soziale Gerechtigkeit und politische Ökologie miteinander verbinden will.

Commons: Christophe Clergeau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Christophe Clergeau, un brillant un brin trop sérieux. In: Ouest-France.fr. (ouest-france.fr [abgerufen am 4. Juli 2026]).
  2. 1 2 3 Lebenslauf | Christophe CLERGEAU | Abgeordnete | Europäisches Parlament. 1. September 1968, abgerufen am 4. Juli 2026.
  3. ↑ Notre-Dame-des-Landes. Christophe Clergeau (PS) : « Une trahison ». Abgerufen am 11. Juli 2026.
Personendaten
NAME Clergeau, Christophe
KURZBESCHREIBUNG französischer Politiker, MdEP
GEBURTSDATUM 1. September 1968
GEBURTSORT Nantes