

Christopher Lindinger (* 20. April 1977 in Hallein) ist ein österreichischer Innovationsforscher, Informatiker und Kulturmanager.
Vormals ab 2019 als Vizerektor für Innovation und ForscherInnen an der Johannes Kepler Universität Linz tätig, hat Christopher Lindinger seit 2023 die in diesem Jahr neu ins Leben gerufene Professur für Kunst & Digitalität der Universität Mozarteum Salzburg inne. 1997 zählte Lindinger zum Gründungsteam des Ars Electronica Futurelabs, von 2002 bis 2019 war er dort als Co-Direktor mit dem Bereich Forschung und Innovation betraut.
Lindinger studierte Informatik an der Johannes Kepler Universität Linz und absolvierte ein postgraduales Kulturmanagement-Studium in Salzburg. An der University of Illinois in Chicago entwickelte er als Gastforscher Beiträge zur Supercomputer-Visualisierung abstrakter mathematischer Modelle. Er programmierte Software für die US-Raumfahrtbehörde NASA, das National Center for Supercomputing Applications (NCSA), das Research Institute for Symbolic Computation an der Johannes Kepler Universität Linz und die Computerspiele-Industrie.
Aufgrund seiner Aktivitäten im Zusammenhang mit neuen Technologien, interdisziplinärer Forschung sowie digitaler Kunst war er 1997 Gründungsmitglied des Ars Electronica Futurelabs. Christopher Lindinger realisierte Medienkunstprojekte, wie Gullivers Welt, kuratierte eine Reihe von Ausstellungen in diesem Umfeld, wie die Schau Gesten – gestern, heute, übermorgen oder die interaktive Wanderausstellung Sparks, und war Jurymitglied bei Festivals und Wettbewerben.
Ab 2002 leitete er den Bereich Forschung und Innovation im Ars Electronica Futurelab und prägte F&E-Kooperationen mit internationalen Partnern aus Industrie und Wissenschaft. Dazu zählten unter anderem die Gestaltung von digitalen Creativity Support Tools, Untersuchungen zum Potenzial disruptiver Technologien wie VR oder Blockchain, Innovationsstrategien für gesellschaftliche Zukunftsszenarien und Anwendungen im Bereich der Robotik. Zu den Kunden des Medienlabors gehören Unternehmen wie Audi, Vodafone, Honda Robotics, SAP, Toshiba oder Nokia und Einrichtungen wie das MIT Media Lab, das Royal College of Art in London oder die Universität Osaka. Als Gesamtprojektleiter und Co-Kurator verantwortete Christopher Lindinger auch den Museumsneubau und die Dauerausstellung des Ars Electronica Centers im Rahmen des Kulturhauptstadtjahrs Linz 2009.
Seit 2013 bildete die Entwicklung selbstfahrender Kraftfahrzeuge, vorrangig für Mercedes-Benz, einen zentralen Schwerpunkt seiner Arbeit als Forschungsleiter des Ars Electronica Futurelabs. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Auseinandersetzung standen Nutzerakzeptanz, Interaktion zwischen autonomem Auto und Fußgängern sowie das vernetzte Ökosystem selbststeuernder Fortbewegungsmittel. Erstes Projekt dieser Kooperation war das Konzeptauto F 015 von Mercedes-Benz, das 2015 im Rahmen des Ars Electronica Festivals auch in Linz vorgestellt wurde.
Von Oktober 2019 bis Ende September 2023 war Christopher Lindinger Vizerektor des neu konzipierten Ressorts Innovation und ForscherInnen an der Johannes Kepler Universität Linz.
Im Rahmen seiner Funktionsperiode an der Johannes Kepler Universität Linz zeichnete Christopher Lindinger unter dem Titel Art & Science maßgeblich für die Etablierung eines Brückenschlags zwischen Kunst und Wissenschaft in Lehre und Forschung verantwortlich. Zu zentralen Projekten im Zuge dieser Verschränkung von Kunst und Wissenschaft – etwa in Form von Kooperationen mit Ars Electronica und der Universität für angewandte Kunst Wien – zählen unter anderem die LIT Ars Electronica Sondercalls in den Jahren 2020 bis 2022, die Schaffung der interaktiven europaweiten Plattform Art & Science Map für Institutionen an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft und die Beteiligung der Johannes Kepler Universität Linz als Lead-Partnerin im Gewinner-Konsortium für die neunte Knowledge and Innovation Community (KIC) zum Thema Kultur und Kreativität – EIT Culture & Creativity. Während seiner Amtszeit als Vizerektor für Innovation und ForscherInnen erfolgte auch die Entwicklung des Bachelorstudiums Transformation Studies. Art x Science.
Als Initiator des LBG Open Innovation in Science Impact Labs an der Johannes Kepler Universität Linz und ehemaliger Geschäftsführer des LIT Open Innovation Centers der Johannes Kepler Universität Linz leistete Christopher Lindinger wesentliche Beiträge für offene Innovationsansätze in der Wissenschaft.
Seit September 2022 ist Christopher Lindinger als Mitglied des Gründungskonvents mit dem Aufbau des Institute of Digital Sciences Austria (IDSA) in Linz befasst.
Im Oktober 2023 wurde Lindinger als Professor für Kunst & Digitalität an der Universität Mozarteum Salzburg berufen.
In Anbetracht seiner Expertise an den Nahtstellen von Technologie, Kultur und Gesellschaft berät Christopher Lindinger Kommunen, Industriebetriebe und Regierungseinrichtungen im Aufbau von Innovationsstrukturen und Creative Industries. Gleichzeitig arbeitet er als Lehrbeauftragter an europäischen und internationalen Universitäten, kreiert EU-weite Förderprogramme für die Kreativwirtschaft und gestaltet Curricula für die tertiäre Bildung, zuletzt etwa für den Studiengang Digital Ideation an der Hochschule Luzern.
Darüber hinaus gilt Christopher Lindinger als Architekt der UNESCO City of Media Arts Linz, da er federführend an der Konzeption der Bewerbung um den Titel beteiligt war.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lindinger, Christopher |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Innovationsforscher, Informatiker und Kulturmanager |
| GEBURTSDATUM | 20. April 1977 |
| GEBURTSORT | Hallein |