Chrom(II)-oxid

Kristallstruktur
Strukturformel von Chrom(II)-oxid
_ Cr2+ 0 _ O2−
Allgemeines
Name Chrom(II)-oxid
Andere Namen

Chrommonoxid

Verhältnisformel CrO
Kurzbeschreibung

schwarzer Feststoff

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 12018-00-7
PubChem 3037052
Wikidata Q414303
Eigenschaften
Molare Masse 68,00 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Chrom(II)-oxid (CrO) ist eine anorganische chemische Verbindung von Chrom und Sauerstoff (genauer ein Oxid von Chrom).

Vorkommen

Chrom(II)-oxid-Moleküle wurden im Infrarotspektrum von V1309 Sco nachgewiesen, einer leuchtkräftigen Roten Nova, die wahrscheinlich durch Mergerburst zweier Sterne entstanden ist.

Gewinnung und Darstellung

Chrom(II)-oxid konnte lange Zeit nicht als Reinstoff erhalten werden. So entsteht bei der Zersetzung von anderen Chrom(II)-verbindungen wie Chrom(II)-hydroxid oder Chrom(II)-oxalat Chrom(III)-oxid anstatt der zweiwertigen Verbindung. Auch über eine Oxidation von Chromamalgam wurde berichtet, jedoch ist das Produkt quecksilberhaltig und amorph. Bei der Zersetzung von Chromhexacarbonyl bei 250 bis 550 °C im Vakuum entsteht ein stark kohlenstoffhaltiges Produkt und kein Reinstoff.

Als dünne Schicht konnte Chrom(II)-oxid durch Molekularstrahlepitaxie oder Laserstrahlverdampfen auf einer Magnesiumoxid-Oberfläche, die das Chrom(II)-oxid stabilisierte, dargestellt werden.

Chrom(II)-oxid-Einkristalle konnten durch Reaktion von Chrom und nassem Stickstoff auf einer Polycarbosilan-Aluminiumnitrid-Keramik bei 1080 °C synthetisiert werden. Dabei bildete sich durch Oxidation des Chroms mit Wasser zunächst Chrom(III)-oxid, das sich zu gasförmigem Chrom(II)-oxid zersetzte. Dieses kristallisierte an Kristallisationskernen auf der Keramik aus.

Eigenschaften

Chrom(II)-oxid kristallisiert in einer kubischen Natriumchlorid-Struktur mit dem Gitterparameter a = 8,36 Å. Im Dünnschicht-Chrom(II)-oxid ist ein Drittel der Gitterpätze unbesetzt, die Verhältnisformel entspricht Cr0,67O. Durch die Leerstellen ändert sich die Kristallstruktur zu einer orthorhombischen Struktur mit den Gitterparametern a = 8,94 Å, b = 2,98 Å und c = 3,892 Å.

Dünnschicht-Chrom(II)-oxid besitzt eine sehr hohe Eindringhärte von 44 GPa, was es zu einem der härtesten bekannten Dünnschicht-Oxide macht.

Einzelnachweise

  1. 1 2 A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 1454.
  2. ↑ Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. ↑ T. Kamiński, E. Mason, R. Tylenda, M. R. Schmidt: Post-outburst spectra of a stellar-merger remnant of V1309 Scorpii: From a twin of V838 Monocerotis to a clone of V4332 Sagittarii. In: Astronomy & Astrophysics. Band 580, 2015, Artikel A34, doi:10.1051/0004-6361/201526212.
  4. ↑ Hermann Lux, Günther Illmann: Zur Kenntnis der Chrom(II)-Salze und des Chrom(II)-oxyds. In: Chemische Berichte. Band 92, Nr. 9, 1959, S. 2364–2371, doi:10.1002/cber.19590920953.
  5. ↑ G. Brauer, H. Reuther, H. Walz, K. H. Zapp: Über Chrom(II)-oxid. In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie. 369, 1969, S. 144–153, doi:10.1002/zaac.19693690305.
  6. 1 2 Kazuma Suzuki, Tsuneo Suzuki, Yoshiharu Nakajima, Yoshio Matsui, Hisayuki Suematsu, Tadachika Nakayama, Koichi Niihara: Nanotwin hardening in a cubic chromium oxide thin film. In: APL Materials. Band 3, 2015, Artikel 096105, doi:10.1063/1.4931749.
  7. 1 2 X.S. Du, S. Hak, T. Hibma, O.C. Rogojanu, B. Struth: X-rays diffraction on a new chromium oxide single-crystal thin film prepared by molecular beam epitaxy. In: Journal of Crystal Growth. Band 293, Nr. 1, 2006, S. 228–232, doi:10.1016/j.jcrysgro.2006.05.013.
  8. 1 2 Jiandong Zhu, Rong An, Chunqing Wang, Wei Liu: Synthesis of CrO single crystal slices by firing under water vapor atmosphere. In: Materials Letters. Band 152, 2015, S. 13–16, doi:10.1016/j.matlet.2015.03.062.