Chrummenbach

Chrummenbach
Mürenbach
Brücke bei Hinter Schönisei

Brücke bei Hinter Schönisei

Daten
Gewässerkennzahl CH: 1339
Lage Emmentaler Alpen

Schweiz Schweiz

Flusssystem Rhein
Abfluss über Emme → Aare → Rhein → Nordsee
Quelle bei Tannigsboden
46° 47′ 1″ N, 7° 58′ 34″ O
Quellhöhe ca. 1470 m ü. M.
Mündung bei Hinter Schönisei in die EmmeKoordinaten: 46° 47′ 28″ N, 7° 57′ 14″ O; CH1903: 639349 / 182337
46° 47′ 28″ N, 7° 57′ 14″ O
Mündungshöhe 1100 m ü. M.
Höhenunterschied ca. 370 m
Sohlgefälle ca. 15 %
Länge 2,4 km
Gemeinden Flühli, Oberried am Brienzersee

Der Chrummenbach oder Mürenbach (bzw. Chrummbach, oder auch Mürebach) ist ein Wildbach an der Grenze der Kantone Luzern und Bern in der Schweiz und ein rechtsseitiger Zufluss der Emme im Flussgebiet der Aare. Er entwässert ein kleines Tal in den Emmentaler Alpen.

Geographie

Quellgebiet des Chrummenbachs am Tannigsboden

Der Chrummenbach ist das am weitesten im Südwesten des Kantons Luzern liegende Fliessgewässer. Sein rechter, östlicher Quellbach entspringt in der Nähe der Alpsiedlung Tannigsboden (oder Tannisboden), im Gebiet der Luzerner Gemeinde Flühli. Das Quellgebiet wird im Osten begrenzt vom Höhenzug der Sitenegg und liegt teilweise im Naturschutzgebiet Schöniseischwand/Spierweid, das im Bundesinventar der Flachmoore von nationaler Bedeutung beschrieben ist. Der Untergrund besteht aus wasserundurchlässigen Flyschgesteinen, was die Entstehung der Moorvegetation begünstigte. Im Wald unterhalb der Quelle überquert der Wirtschaftsweg von Tannigsboden nach Schöniseischwand den Bachgraben. Nach etwas mehr als einem halben Kilometer trifft der Hauptlauf des Chrummenbachs im Wald auf etwa 1350 m ü. M. auf seinen linken, westlichen Quellbach, der im grossen Moorgebiet auf der Mirrenegg im Gebiet der Berner Gemeinde Oberried am Brienzersee auf etwa 1480 m ü. M. entspringt. Dieses Feuchtgebiet liegt in einer ausgedehnten Flachmoorzone und umfasst auch ein Objekt des Bundesinventars der Hoch- und Übergangsmoore von nationaler Bedeutung. Die Mirrenegg ist wie die Sitenegg ein Ausläufer vom Bergmassiv am Brienzergrat und begrenzt im Westen das Tal des Chrummenbachs. Oberhalb der Alpweiden des Tannigsboden erheben sich der steile, von Geröll übersäte Berghang und die Felswände auf der Nordseite des Tannhorns (2221 m ü. M.), dessen Gipfel der höchste Punkt im Einzugsgebiet des Chrummenbachs ist. Die Bergflanke weist bis zum Tannigsboden hinunter keine ständigen Fliessgewässer auf; gelegentliche starke Niederschläge führen jedoch manchmal zu einem Abfluss des Wassers durch die sonst trockenen Runsen und Gräben bis an den Chrummenbach und zu den benachbarten Wildbächen.

Der Chrummenbach bildet vom Wald unter dem Tannigsboden bis zum Ende seines Laufs, auf einer Strecke von etwa 1,5 Kilometern, die Kantonsgrenze zwischen Bern und Luzern. Er fliesst steil in einem tief in die Berglandschaft eingeschnittenen und bewaldeten Tal gegen Nordwesten. Der Wald auf der linken Seite, im Kanton Bern, heisst «Schattwald». Von links fliesst dem Chrummenbach ein Seitenbach aus dem Mirrenegggraben zu, von rechts, aus Luzerner Gebiet, mehrere kleine und namenlose Bäche aus dem Moorgebiet von Schöniseischwand. Auf der Höhe von 1135 m ü. M. überquert die Alpstrasse nach Ober Hubel den Bachgraben. Dieser Übergang ist die einzige Strassenbrücke über den Chrummenbach; die Benützung der mit einem Fahrverbot für Motorfahrzeuge belegten Waldstrasse ist gegen eine Gebühr bis zum Parkplatz bei Ober Hubel möglich, was die Wanderzeit zu den Bergsiedlungen Tannigsboden und Ällgäuw und zum Pfad über die Ällgäuwlücke stark verkürzt.

Die letzte, knapp über 300 Meter lange Strecke des Bachlaufs von der Strassenbrücke bis zur Mündung in die Emme führt über den nur noch schwach abfallenden Hang bei Schönsei. Die Wiesen beidseits des Ufergehölzes am Bach bilden das ebenfalls national bedeutende, grenzüberschreitende Moor Schönisei/Harzisboden. Die Mündungszone des Wildbachs markiert das untere Ende eines Naturschutzgebiets an der Emme, das mit dem Namen Harzisboden als Auengebiet von nationaler Bedeutung klassiert ist. Das Bachbett und die bewaldeten Ufer sind vom Hochwasser und einem Murgang gezeichnet, die sich am 4. Juli 2022 nach Starkniederschlägen in der Bergregion ereigneten. Die Alpstrasse unterhalb der Strassenbrücke wurde beschädigt, und das von verschiedenen Wildbächen im Flussbett der Emme zusammenströmende Jahrhunderthochwasser zerstörte weiter unten Brücken im Gebiet von Schönisei und verheerte das Areal des Gasthofs Kemmeribodenbad. Rund 150 Meter unterhalb der Mündung des Chrummenbachs quert die Teufelsbrücke, eine 2025 als Ersatz für einen 2022 zerstörten Steg gebaute Hängebrücke, die Emmeschlucht.

Das ganze Einzugsgebiet des Chrummenbachs bildet einen Teil der Moorlandschaft Habkern/Sörenberg, die im Bundesinventar der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung verzeichnet ist.

Von der Mündung des Chrummenbachs an folgt die Kantonsgrenze Bern-Luzern dem Lauf der Emme bis zur Mündung des Bärselbachs.

Commons: Chrummenbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Website der Alp Tannisboden.
  2. ↑ Objektblatt «Schöniseischwand/Spierweid» im Bundesinventar der Flachmoore von nationaler Bedeutung.
  3. ↑ Geologische Karte des Emme-Brienzersee-Gebiets (swisstopo).
  4. ↑ Objektblatt «Moore zwischen Mirrenegg und Aellgäuli» im Bundesinventar der Hoch- und Übergangsmoore von nationaler Bedeutung.
  5. ↑ Objektblatt «Schönisei/Harzisboden» im Bundesinventar der Flachmoore von nationaler Bedeutung.
  6. ↑ Objektblatt «Harzisboden» im Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung.
  7. ↑ Rückblick Hochwasser Emme (4. Juli 2022). In: Napfgebiet. 11. Juli 2022, abgerufen am 6. Oktober 2026.
  8. ↑ 20220704 03 Flood Schangnau BE. In: Schweizer Sturmarchiv. Abgerufen am 6. Oktober 2026.