Circular Valley ist eine Initiative mit dem Ziel, die erweiterte Metropolregion Rhein-Ruhr als globales Zentrum für die Kreislaufwirtschaft aufzubauen und dabei über Ländergrenzen hinweg mit Regionen und Akteuren zusammenzuarbeiten. Der Begriff Circular Valley soll dabei einerseits als eine Bezeichnung für die erweiterte Rhein-Ruhr-Region etabliert werden, analog zum Silicon Valley, dem Hotspot der Digitalwirtschaft, und ist andererseits der Name der gemeinnützigen Circular Valley Stiftung.
Die grenzüberschreitende Ausrichtung von Circular Valley zeigt sich insbesondere in der Zusammenarbeit Nordrhein-Westfalens mit Flandern und den Niederlanden. Was beim Circular Valley Forum 2023 als Kooperation zwischen Nordrhein-Westfalen und Flandern begann, wurde beim Circular Valley Forum 2025 durch eine gemeinsame Erklärung auf eine trilaterale Zusammenarbeit mit den Niederlanden erweitert. Die drei Regionen vereinbarten dabei unter anderem eine Zusammenarbeit in den Bereichen zirkuläres Bauen, grüne Chemie und Batterien.
Der Initiative zufolge ist die Rhein-Ruhr-Region als größte europäische Metropol- und Industrieregion aufgrund von fünf Faktoren für die Etablierung eines solchen Hotspots besonders geeignet: Sie verfüge über (1.) zahlreiche weltmarktführende Industriekonzerne und mittelständische Hidden Champions, (2.) diverse Marktführer im Bereich der Kreislauf- und Abfallwirtschaft, (3.) eine hohe Dichte an wissenschaftlichen Einrichtungen, (4.) eine große Internationalität und könne (5.) auf eine lange industrielle Tradition zurückblicken.
Initiator und Vorstandsvorsitzender der Stiftung ist Carsten Gerhardt, Unternehmensberater mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit, der zuvor bereits die Wuppertalbewegung ins Leben gerufen hatte, als deren Projekt Circular Valley 2020 gestartet war. Schirmherrin von Circular Valley ist Mona Neubaur. Die Initiative wurde 2022 mit dem Wuppertaler Wirtschaftspreis ausgezeichnet.
Die Circular Valley Stiftung betreibt mit der Circular Economy Accelerator GmbH ein Accelerator-Programm zur Förderung von Start-up-Unternehmen aus aller Welt, die im Bereich der Kreislaufwirtschaft aktiv sind. Geschäftsführer der GmbH ist seit Februar 2021 Andreas Mucke, der zuvor Oberbürgermeister von Wuppertal war. Zwischen dem Start des Programms im Jahr 2021 und 2026 wurden insgesamt 11 Batches durchgeführt. An den Acceleratorprogrammen haben in dieser Zeit insgesamt 178 Start-ups aus 45 Ländern teilgenommen.
Weitere Tätigkeitsfelder von Circular Valley sind Politikempfehlungen und Öffentlichkeitsarbeit. Einmal im Jahr veranstaltet die Circular Valley Stiftung das Circular Valley Forum, bei dem Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft Themen der Kreislaufwirtschaft diskutieren. Beim Circular Valley Forum 2025 kamen mehr als 1.200 Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft in der Historischen Stadthalle Wuppertal zusammen. Seit 2025 findet die Circular Valley Convention statt, eine Konferenz und Messe mit Networkingformaten im Areal Böhler in Düsseldorf. Diese wird von der Circular Valley Stiftung in Kooperation mit der Messe Düsseldorf und mit wissenschaftlicher Unterstützung des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT veranstaltet. Bei der Premiere 2025 beteiligten sich mehr als 100 Aussteller und mehr als 200 Referenten. An der Circular Valley Convention 2026 nahm unter anderem Bundesumweltminister Carsten Schneider teil.
Die Parteien der seit Juni 2022 amtierenden Landesregierung von Nordrhein-Westfalen erwähnen Circular Valley in ihrem Koalitionsvertrag namentlich als beispielgebende Initiative zur Kreislaufwirtschaft mit „Strahlkraft weit über Nordrhein-Westfalen hinaus“.