| Ciucurova Tschukurowa | ||||
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | ||||
| Historische Region: | Dobrudscha | |||
| Kreis: | Tulcea | |||
| Koordinaten: | 44° 55′ N, 28° 29′ O | |||
| Zeitzone: | OEZ (UTC+2) | |||
| Fläche: | 151,65 km² | |||
| Einwohner: | 1.725 (1. Dezember 2021) | |||
| Bevölkerungsdichte: | 11 Einwohner je km² | |||
| Postleitzahl: | 827055 | |||
| Telefonvorwahl: | (+40) 02 40 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | TL | |||
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2024) | ||||
| Gemeindeart: | Gemeinde | |||
| Gliederung: | Ciucurova, Atmagea, Fântâna Mare | |||
| Bürgermeister : | Marin Șerban (PNL) | |||
| Postanschrift: | Str. Principală, nr. 172 loc. Ciucurova, jud. Tulcea, RO–827055 | |||
| Website: | ||||
Ciucurova (türkisch Çukurova; deutsch Tschukurowa) ist ein Dorf und gleichzeitig eine Gemeinde im Kreis Tulcea in Rumänien im historischen Gebiet der Dobrudscha.
Der Name bedeutet weite Ebene und kommt aus dem Türkischen. Turksprachige Bauern stellten, als das Dorf zum Sandschak Tulcea gehörte, den Hauptteil der Bevölkerung. Nach der Angliederung an Rumänien durch den Berliner Vertrag von 1878 verließen die meisten Türken den Ort und es wurden Bessarabiendeutsche und Deutsche aus dem Gebiet Cherson in Russland angesiedelt. Aus ihnen entwickelte sich die Volksgruppe der Dobrudschadeutschen, die das Land 1940 verließen und ins Deutsche Reich umgesiedelt wurden.
Die Gründung des Dorfes ist eng mit der Eroberung der Provinz durch die Türken im 15. Jahrhundert verbunden. In den 1830er Jahren ließen sich zunächst ukrainische Familien im Tal nieder, die Holz verarbeiteten und Kohlen brannten. Die eigentliche deutsche Ortsgeschichte begann in den Jahren 1856 bis 1858 in Osmanischer Zeit. Viele der deutschen Pioniere waren zuvor aus Bessarabien in die Walachei und Moldau gezogen und kamen über die von deutsch-baltischen Einflüssen geprägte Siedlung Jakobsonstal (bei Brăila) in die Dobrudscha. Im Jahr 1858 entschieden sich die Kolonisten nach behördlichen Reglementierungen endgültig für diesen Standort. 28 Familien (darunter Namen wie Berndt, Kohls, Maier, Ponto, Mühlbach) begründeten die deutsche Gemeinde. Unter der Herrschaft des Osmanischen Reiches lebten die Bauern anfangs relativ ungestört (sie zahlten den Zehnten und blieben vom Militärdienst befreit), litten jedoch stark unter Raubzügen und Überfällen. Besonders gefürchtet waren die in der Nähe angesiedelten Tscherkessen und Lasen, die während des Russisch-Türkischen Krieges (1877–1878) wiederholt plünderten, weshalb die Dorfbewohner oft Schutz in den umliegenden Wäldern (wie dem Kireschliwa-Wald) suchen mussten. Der Ort war stark durch das evangelisch-lutherische Gemeindeleben geprägt. Es gab ein Bethaus, eine Schule und eine bedeutende Kirchengemeinde. Zudem besaß Tschukurowa die älteste deutsche Glocke der Dobrudscha (die sogenannte „wandelnde Glocke“, die ursprünglich aus Jakobsonstal stammte). Bis zum Jahr 1940 blieb Tschukurowa ein rein deutsches beziehungsweise stark deutsch geprägtes Dorf in der ansonsten multikulturellen Dobrudscha.
Heute wird das Dorf hauptsächlich von Rumänen bewohnt, die von der Landwirtschaft leben. Es finden sich aber auch türkische Nachnamen. Es gibt Schulen, eine Bibliothek und eine befestigte Hauptstraße, die nach Atmagea führt. Das alte Bethaus dient als Steinbruch. Die nächsten weiterführenden Schulen befinden sich in Tulcea. Kinder, die sie besuchen wollen, können dort in Internaten leben.