Claude Vivier

Claude Vivier (1980)

Claude Vivier (* 14. April 1948 in Montréal; † 7. März 1983 in Paris) gilt als einer der bedeutendsten kanadischen Komponisten des 20. Jahrhunderts.

Leben

Claude Vivier wurde am 14. April 1948 in Montréal als Sohn unbekannter Eltern geboren, mit drei Jahren adoptiert und katholisch erzogen. Zunächst strebte er das Priesteramt an. Vom Priesterseminar wurde er allerdings mit 18 Jahren wegen „mangelnder Reife“ verwiesen.

1967–1971 studierte er am Conservatoire de Musique de Montréal bei Gilles Tremblay (Komposition) und Irving Heller (Klavier). Anschließend kam er nach Europa, wo er am Institut für Sonologie der Universität Utrecht bei Gottfried Michael Koenig sowie in Köln bei Karlheinz Stockhausen an der Hochschule für Musik Köln studierte sowie bei Hans Ulrich Humpert.

1973 kehrte er nach Kanada zurück. In der Folge unternahm er längere Reisen nach Asien (Japan, Bali) und in den Nahen Osten (Iran), die ästhetische Konsequenzen für sein Denken und Komponieren hatten. 1982 übersiedelte er nach Paris.

In der Nacht vom 7. zum 8. März 1983 wurde Vivier im Alter von 34 Jahren in seiner Wohnung umgebracht. Als Mörder wurde ein 19-jähriger Prostituierter verurteilt.

Viviers Werk ist vornehmlich von biographischen Zügen wie seiner unbekannten Familienherkunft, der Suche nach der Mutter, seiner Homosexualität und seinen religiösen Bekenntnissen geprägt.

Werke (Auswahl)

Diskografie

Rezeption

Der Komponist Marko Nikodijević schrieb mit Vivier (2013) (Untertitel: Nachtprotokoll) eine Kammeroper über Claude Vivier, in der dieser eine Oper über Tschaikowski komponieren möchte, ihm aber „kein Ton in den Sinn“ kommt. Gunther Geltinger verfasste das Libretto, welches in sechs Stationen Viviers Leben und Werk beleuchtet. Die Oper wurde 2014 bei der Münchener Biennale uraufgeführt.

Literatur

Commons: Claude Vivier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Nikodijevic, Marko. Vivier. Ein Nachtprotokoll (2013). In: Boosey & Hawkes. Abgerufen am 14. September 2025.