
Claudia Wittig (* 1983 in Lutherstadt Wittenberg) ist eine deutsche Politikerin (BSW, zuvor Die Linke). Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026 zog sie als Co-Spitzenkandidatin in den Landtag von Sachsen-Anhalt ein.
Nach dem Abitur studierte Wittig Geschichtswissenschaft an der Universität Greifswald mit einem Magisterabschluss 2011 und wurde 2015 an der humanistischen Fakultät der Syddansk Universitet im Fachbereich Mittelalterliche bzw. Neue Geschichte promoviert. Sie arbeitete unter anderem als Marie-Skłodowska-Curie Fellow an der Universität Gent, als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Georg-August-Universität Göttingen und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU).
Zwischen 2018 und 2023 war sie Mitglied bei der Linken. Sie trat 2023 aus und wurde 2024 Mitglied im BSW, wo sie Teil des Bundesvorstands ist.
Im März 2026 wurde sie auf einem Landesparteitag gemeinsam mit Thomas Schulze zur Co-Spitzenkandidatin des BSW Sachsen-Anhalt für die Landtagswahl 2026 gewählt, wo sie im Wahlkreis Halle III direkt kandidierte.
Wittig spricht sich gegen eine sogenannte Brandmauer gegenüber der AfD aus und befürwortet eine inhaltliche sowie punktuelle Zusammenarbeit bei konkreten Sachthemen (etwa in der Energie- und Medienpolitik). Eine formelle Koalition oder die Wahl des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten lehnt sie jedoch ab. Im Oktober 2026 nahm sie an einem vom rechtsextremen Compact-Magazin anlässlich der Eröffnung von dessen Magdeburger TV-Studio veranstalteten Essen teil. Anwesend waren neben Wittig und zwei BSW-Parteikollegen (Thomas Schulze und John Lucas Dittrich) auch Jürgen Elsässer, André Poggenburg, Diether Dehm sowie die AfD-Politiker Tobias Rausch, Hans-Thomas Tillschneider und Oliver Kirchner. Nachdem Wittig in einer ersten Reaktion die Kritik gekontert und von „friedliche[r] Koexistenz verschiedener Meinungen“ geschrieben hatte, bezeichnete sie es danach als „unklug, auch zum anschließenden Essen zu bleiben“.
Im Oktober 2025 organisierte sie an der MLU Halle eine Veranstaltung mit der Politikwissenschaftlerin Helga Baumgarten aus deren Buch Völkermord in Gaza. Im Wahlkampf 2026 trug Wittig bei mehreren Fernsehauftritten eine Anstecknadel mit einem Wassermelonen-Motiv, einem Symbol der pro-palästinensischen Bewegung.
Nach der Landtagswahl 2026 nannte Wittig als Bedingung für einen überparteilichen Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts gegenüber einem Reporter des rechtsextremen Magazins Compact, jener Ministerpräsident dürfe kein „Wessi“ sein und keine „zionistischen Projekte“ unterstützen. Gemeint ist mit Letzterem eine Unterstützung Israels im Krieg in Gaza.
Zum russischen Überfall auf die Ukraine vertritt Wittig die Position, dass die Ukraine ein „Spielball geostrategischer Großmachtinteressen“ wäre und fordert, dass alle militärischen Ukraine-Hilfen sofort eingestellt werden sollen. Die Sanktionen gegen Russland möchte sie ohne Vorbedingungen umgehend aufheben.
| Personendaten | |
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| NAME | Wittig, Claudia |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Politikerin (BSW) |
| GEBURTSDATUM | 1983 |
| GEBURTSORT | Lutherstadt Wittenberg |