Clemens Rehm

Clemens Rehm

Clemens Rehm (* Juni 1959 in Münster) ist ein deutscher Archivar und Historiker.

Leben und Wirken

Clemens Rehm wurde nach dem Studium der mittelalterlichen und neueren Geschichte, Soziologie und Ethnologie an den Universitäten Freiburg und Münster 1984 mit einer Arbeit zur Rolle der Katholischen Kirche in der Revolution 1848/49 promoviert. Nach der Konzeption, Organisation und Durchführung von Ausstellungen im Stadtarchiv Freiburg (u. a. Die Zähringer 1986) durchlief er das Archivreferendariat an der Archivschule Marburg. Nach Tätigkeiten im Generallandesarchiv Karlsruhe wechselte er 2006 an die Zentrale des Landesarchivs Baden-Württemberg nach Stuttgart. Von 2010 bis 2023 leitete er dort die Grundsatzabteilung, zuletzt als Stellvertretender Präsident. Inhaltliche Schwerpunkte setzte er an den Schnittstellen zwischen Archiv und Gesellschaft. So rief er die seit 1999 jährlich stattfindende Karlsruher Tagung für Archivpädagogik ins Leben, publizierte im Bereich des Archivrechts u. a. das Handbuch Archivrecht für die Praxis, forderte eine ausreichende Überlieferungsbildung auch nicht-amtlicher Dokumente sowie eine Intensivierung des archivischen Kulturgutschutzes. Rehm begründete wiederholt die systemrelevante Rolle der Archive als Gedächtnisinstitution für eine demokratische Gesellschaft und das „Recht auf Erinnerung“. Er war maßgeblich am Zustandekommen des Themenportals Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts des Bundesministeriums der Finanzen beteiligt. Seit 2023 befindet er sich im Ruhestand.

Er war von 2001 bis 2013 im Vorstand des Verbandes deutscher Archivarinnen und Archivare, 2009–2013 dessen erster Stellvertretender Vorsitzender. Von 2001 bis 2007 lehrte er Archivwesen mit Lehrauftrag an der Universität Karlsruhe. Rehm war 2017 Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Orte der Demokratiegeschichte und bis 2023 Mitglied im SprecherInnenrat der Arbeitsgemeinschaft. Er wurde 2023 zum Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte berufen und ist seit 2024 dessen stellvertretender Vorsitzender. Seit Januar 2024 ist er Mitglied des Stiftungskuratoriums des Deutschen Tagebucharchivs in Emmendingen.

Historisch hat Rehm vor allem regionalgeschichtliche Themen Badens im 19. und 20. Jahrhundert bearbeitet, u. a. zur Badischen Revolution 1848/49, zum Fall Oskar Daubmann und zu Ludwig Marum. Er ist Mitglied der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Monographien

Herausgeberschaften

Aufsätze

Commons: Clemens Rehm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise

  1. ↑ Inka Friesen: An den Schnittstellen zwischen Archiv und Gesellschaft: Dr. Clemens Rehm in den Ruhestand verabschiedet. In: Archivnachrichten. Nr. 67, 9. Oktober 2023, ISSN 2751-4366, S. 39–39, doi:10.53458/an.vi67.8002 (wlb-stuttgart.de [abgerufen am 3. März 2025]).
  2. ↑ Christian Keitel, Gerald Maier (Hrsg.): An den Schnittstellen zwischen Archiv und Gesellschaft (= Werkhefte des Landesarchivs Baden-Württemberg). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2024, ISBN 978-3-7995-2080-5.
  3. ↑ Wiedergutmachung und Kriegsfolgen - Bundesfinanzministerium - Themen. 29. Januar 2025, abgerufen am 3. März 2025.
  4. ↑ Dr. Clemens Rehm in den Ruhestand verabschiedet.
  5. ↑ Gremien. In: Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte. Abgerufen am 3. März 2025.
  6. ↑ Stiftung – Deutsches Tagebucharchiv. Abgerufen am 9. März 2025.
  7. ↑ Über uns – KgL. Abgerufen am 12. März 2025.
Personendaten
NAME Rehm, Clemens
KURZBESCHREIBUNG deutscher Archivar und Historiker
GEBURTSDATUM Juni 1959
GEBURTSORT Münster