Cliff Cunningham (* 18. September 1941 in Liverpool; † 17. Mai 2013 in Chesterfield) war ein britischer Psychologe und Professor an der University of Manchester.
Er verbrachte seine frühen Lebensjahre auf Guernsey, einer der Kanalinseln. Er absolvierte eine Ausbildung zum Naturwissenschaftslehrer am College of St Mark & St John in London und unterrichtete anschließend an zwei Gesamtschulen. Berufsbegleitend absolvierte er auch ein Psychologiestudium am Birkbeck College in London, während er weiterhin als Lehrer für Naturwissenschaften tätig war. Ab 1969 war er als Forscher tätig, wobei er ein wachsendes Interesse an Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten entwickelte. 1969 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Hester Adrian Centre, einem Zentrum innerhalb der erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Manchester in Cambridge und einer Einrichtung, die sich für psychische Gesundheit und das Sonderschulwesen engagierte. Dort blieb er, bis er zunächst an die University of Nottingham und später als Gastprofessor für Angewandte Psychologie an die Liverpool John Moores University wechselte. Dabei arbeitete er an verschiedenen Projekten, unter anderem zum Übergang ins Erwachsenenalter bei jungen Menschen mit Down-Syndrom.
Sein Forschungsschwerpunkt lag auf der Frühförderung und der kindlichen Entwicklung; darüber hinaus befasste er sich mit Themen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen, Atlanto-axialer Instabilität, Menstruation sowie der psychischen Gesundheit von Erwachsenen mit Down-Syndrom. Seine Forschung zum Down-Syndrom beeinflusste den Umgang mit der Erkrankung sowie die diesbezüglichen gesellschaftlichen Einstellungen.
Seine bedeutendste Forschungsarbeit befasste sich ab 1973 mit einer Gruppe von etwa 160 Kindern mit Down-Syndrom, die er und seine Kollegen bis ins Erwachsenenalter begleiteten. Er und sein Team besuchten die Kinder anfangs alle sechs Wochen und dokumentierten deren Gesundheitszustand, ihre motorische und soziale Entwicklung (Blickkontakt, Lächeln, Lautäußerungen und Interaktionen zwischen Mutter und Kind) sowie ihre bildungsbezogenen, sozialen und psychologischen Bedürfnisse. Er untersuchte auch die Kommunikation zwischen Ärzten und Familien – insbesondere, wie Ärzte den Eltern die Diagnose Down-Syndrom bei ihrem Kind mitteilten. Durch Gespräche mit Familien über deren Erfahrungen konnte er einen hilfreichen und zugleich wenig belastenden Weg für die Übermittlung der Diagnose herausarbeiten. Auch einige medizinische Fakultäten übernahmen seine Strategien, um Studierenden zu vermitteln, wie man Patienten schlechte Nachrichten überbringt. Die Ergebnisse prägten den allgemeinen Umgang von Familien, Lehrkräften und anderen Fachdiensten mit Kindern mit Down-Syndrom und trugen dazu bei, ihnen bestmögliche Chancen zu eröffnen. Aufgrund seiner Arbeit hat sich die Einstellung der Öffentlichkeit gegenüber Kindern mit Down-Syndrom in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt.
Er war langjähriger Berater der britischen Down-Syndrom-Vereinigung (Down's Syndrome Association, DSA).
Er war verheiratet und hinterließ bei seinem Tod seine Ehefrau Marta; mit ihr hatte er die beiden Söhne Barnaby und Oliver sowie die Tochter Tamsin. Er verstarb im Alter von 71 Jahren an einem Mesotheliom, einer asbestbedingten Lungenkrebserkrankung.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cunningham, Cliff |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Psychologe und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 18. September 1941 |
| GEBURTSORT | Liverpool |
| STERBEDATUM | 17. Mai 2013 |
| STERBEORT | Chesterfield |