1941

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Staatsoberhäupter · Wahlen · Nekrolog · Kunstjahr · Literaturjahr · Musikjahr · Filmjahr · Rundfunkjahr · Sportjahr

Kalenderübersicht 1941
Januar
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Februar
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März
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April
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Mai
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Juni
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Juli
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August
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September
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Oktober
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November
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Dezember
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1941
Zerstörtes Dorf in Russland
Zerstörtes Dorf in Russland
Unternehmen Barbarossa:
Die Wehrmacht überfällt die Sowjetunion.
Japanisches Flugzeug beim Angriff auf Pearl Harbor
Japanisches Flugzeug beim Angriff auf Pearl Harbor
Nach Japans Angriff auf Pearl Harbor
treten die Vereinigten Staaten in den Krieg ein.
1941 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 1389/90 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 1933/34 (10./11. September)
Baha'i-Kalender 97/98 (20./21. März)
Bengalischer Solarkalender 1345/46 (14. oder 15. April)
Buddhistische Zeitrechnung 2484/85 (südlicher Buddhismus); 2483/84 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 77. (78.) Zyklus

Jahr der Metall-Schlange 辛巳 (seit 27. Januar, davor Metall-Drache 庚辰)

Chuch’e-Ideologie (Nordkorea) Chuch’e 30
Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1303/04 (Jahreswechsel April)
Dangun-Ära (Korea) 4274/75 (2./3. Oktober)
Iranischer Kalender 1319/20 (um den 21. März)
Islamischer Kalender 1359/60 (28./29. Januar)
Japanischer Kalender 昭和 Shōwa 16;
Kōki 2601
Jüdischer Kalender 5701/02 (21./22. September)
Koptischer Kalender 1657/58 (10./11. September)
Malayalam-Kalender 1116/17
Minguo-Kalender (China) Jahr 30 der Republik
Seleukidische Ära Babylon: 2251/52 (Jahreswechsel April)

Syrien: 2252/53 (Jahreswechsel Oktober)

Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender) 2483/84 (1. April)
Tibetischer Kalender 1687
Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1997/98 (April)
Geplante Vorstoßrichtungen im Unternehmen Barbarossa

Im Jahr 1941 beginnt Nazideutschland in Umsetzung des Unternehmens Barbarossa den Deutsch-Sowjetischen Krieg und bricht damit den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts von 1939. Die Deutsche Wehrmacht kommt nach anfänglichen Erfolgen in Kesselschlachten allerdings nicht so schnell voran wie geplant und erleidet erste Rückschläge. In der Schlacht um Moskau leitet die Rote Armee schließlich erstmals eine Gegenoffensive ein.

Im Schatten des Zweiten Weltkriegs planen die nationalsozialistischen Machthaber die „Endlösung der Judenfrage“ und ihre Helfer begehen in ganz Europa Massaker an der jüdischen Bevölkerung, an „Zigeunern“, Menschen mit Behinderung und Bevölkerungsgruppen, die nicht der „arischen Herrenrasse“ zugeordnet werden.

Franklin D. Roosevelt unterzeichnet die Kriegserklärung an Japan

Im Dezember führen die Kaiserlich Japanischen Marineluftstreitkräfte unter dem Oberbefehl von Admiral Yamamoto Isoroku einen Überraschungsangriff in Friedenszeiten auf die in Pearl Harbor im Hawaii-Territorium vor Anker liegende Pazifikflotte der Vereinigten Staaten. Bereits am folgenden Tag zum erklären die USA Japan den Krieg, treten damit aber vorerst nur in den Pazifikkrieg ein.

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen

Zweiter Weltkrieg

Die Atlantik-Charta
Roosevelt und Churchill an Bord der Prince of Wales

Unter dem Eindruck des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion treffen sich vom 9. bis 12. August die Regierungschefs der USA, Franklin D. Roosevelt, und Großbritanniens, Winston Churchill, unter höchster Geheimhaltung auf dem britischen Schlachtschiff Prince of Wales in der Placentia Bay vor Neufundland. Hier vereinbaren sie die Atlantik-Charta, die am 14. August veröffentlicht wird und in der sie die gemeinsamen Grundsätze ihrer internationalen Politik formulieren.

Atlantic-Charta vom 14. August 1941

Insgesamt werden acht Punkte festgehalten, darunter: Verzicht auf territoriale Expansion, gleichberechtigter Zugang zum Welthandel und zu Rohstoffen, Verzicht auf Gewaltanwendung, Selbstbestimmungsrecht der Nationen, engste wirtschaftliche Zusammenarbeit aller Nationen mit dem Ziel der Herbeiführung besserer Arbeitsbedingungen, eines wirtschaftlichen Ausgleichs und des Schutzes der Arbeitenden, Sicherheit für die Völker vor Tyrannei, Freiheit der Meere, Entwaffnung der Nationen, um ein System dauerhafter Sicherheit zu gewährleisten.

Zwei der Punkte beziehen sich direkt auf eine Weltorganisation. Die Erklärung wird am 24. September von der Sowjetunion und neun (Exil-)Regierungen des besetzten Europa unterzeichnet, nämlich von Belgien, Griechenland, Jugoslawien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Polen, der Tschechoslowakei und von Vertretern des Freien Frankreichs. Die Atlantik-Charta wird so zum grundlegenden Dokument für die Vereinten Nationen. Sie hat das Ziel einer besseren Weltordnung und lehnt sich an den Vierzehn-Punkte-Plan von Woodrow Wilson an.

Darüber hinaus werden auf der Konferenz gesteigerte US-Waffenlieferungen an Großbritannien und die UdSSR vereinbart sowie eine Ausweitung der amerikanischen Sicherungszone für diese Lieferungen bis nach Island. Besprechungen, die sich vor allem um die Lage in der Republik China und Spanien drehen, führten zu keinen militärstrategischen Entscheidungen.

In seiner 2. Sitzung im St. James’s Palace in London am 24. September nimmt der Interalliierte Rat die allgemeinen Grundsätze der Atlantik-Charta an.

Am 22. Dezember beginnt in Washington, D.C. die Arcadia-Konferenz, auf der die Deklaration der Vereinten Nationen beschlossen wird. Hier erfolgt auch die Festlegung Europas als Hauptkriegsschauplatz durch die Alliierten, um zuerst die von Deutschland ausgehende Gefahr auszuschalten (Germany first).

Der Krieg auf dem Balkan
  • 10. Januar: Griechenland gelingt ein abschließender Erfolg ihrer Gegenoffensive im Griechisch-Italienischen Krieg mit der Einnahme der schwer befestigten Këlcyra-Schlucht in Albanien. Allerdings bleibt ihnen der Durchbruch nach Berat verwehrt und auch ein Angriff auf Vlora scheitert. Bis März kommt es zu einem Stillstand der Front. Trotz ihrer Gebietsgewinne befinden sich die Griechen in einer prekären Situation, da sie die Grenze zu Bulgarien praktisch unbewacht lassen und einem möglichen deutschen Angriff aus Bulgarien hilflos ausgeliefert sind.
  • 28. Februar: Deutsche Truppen marschieren von Rumänien kommend in Bulgarien ein.
Bulgariens Beitrittserklärung
Protestbewegung in Belgrad am 27. März
  • 25. März: Prinzregent Paul von Jugoslawien, der für seinen minderjährigen Cousin Peter II. die Regierungsgeschäfte führt, unterzeichnet in Wien einen Vertrag, mit dem das Königreich Jugoslawien dem Dreimächtepakt beitritt. Zwei Tage später kommt es zu einem von Großbritannien unterstützten Staatsstreich durch serbische Luftwaffenoffiziere unter Führung von Dušan Simović. Peter II. wird für volljährig erklärt, Prinzregent Paul ebenso wie Premierminister Dragiša Cvetković seiner Funktion enthoben. Die neuen Machthaber erklären die Neutralität Jugoslawiens.
  • 27. März: Nach dem Militärputsch in Jugoslawien erlässt Hitler die „Weisung Nr. 25“ zur Zerschlagung des Staates.
  • 30. März: Der jugoslawische Außenminister Momčilo Ninčić lädt den deutschen Botschafter Viktor von Heeren vor und gibt ihm einen Bericht, welcher besagt, dass die neue Regierung alle internationalen Verpflichtungen, eingeschlossen den Beitritt zum Dreimächtepakt, akzeptiere, so lange die nationalen Interessen des Landes geschützt werden. Er erhält jedoch nie eine Antwort. Am 2. April wird die deutsche Botschaft in Belgrad evakuiert.
László Bárdossy (um 1941)
  • 3. April: Nach dem Suizid von Pál Teleki, der für einen strikten Neutralitätskurs eingetreten ist, ernennt Reichsverweser Miklós Horthy László Bárdossy zum Premierminister Ungarns. Dieser bereitet eine Beteiligung Ungarns am kommenden deutschen Jugoslawienfeldzug vor, bei dem Ungarn umfangreiche Gebietsgewinne bis Kroatien zugesagt worden sind.
  • 6. April: Jugoslawien und die Sowjetunion unterzeichnen einen Freundschafts- und Nichtangriffspakt, der auf den Vortag datiert wird.
Zerstörungen in Belgrad nach den Luftangriffen
Alexandros Koryzis 1941
Wehrmachtssoldaten plündern ein Ladengeschäft
  • 27. April: Deutsche Truppen erobern Athen. Am nächsten Tag beginnt die Plünderung der Stadt, was im folgenden Winter zu einer großen Hungersnot führt.
  • 29. April: Mit der Einnahme von Kalamata im Süden des Peloponnes endet der Feldzug auf dem griechischen Festland.
  • 30. April: Eine erste serbische Marionettenregierung unter Milan Aćimović wird von den deutschen Besatzern installiert.
  • Anfang Mai: Mitglieder der Kommunistischen Partei Jugoslawiens beschließen in Zagreb die Gründung von Militärkomitees für alle regionalen Sektionen der Partei.
  • 3. Mai: Die Provinz Laibach wird dem faschistischen Italien angegliedert.
  • 13. Mai: Der jugoslawische General Draža Mihailović erreicht das Ravna-Gora-Plateau in Westserbien, wo er das Hauptquartier der von ihm befehligten Tschetnik-Verbände errichtet.
Erschossene Zivilisten in Kondomari, 2. Juni 1941
Kragujevac, 21. Oktober 1941
Sowjetunion/„Unternehmen Barbarossa“
Die deutsche Ostfront 1941
Deutsche Gebirgsjäger beim Vormarsch nahe der deutsch-sowjetischen Interessengrenze, 22. Juni 1941
Die Ruinen von Minsk 1941
Die Unterzeichnung des Abkommens
Diagramm der Schlacht um Smolensk
  • 10. Juli: Die Kesselschlacht bei Smolensk beginnt. Sie endet zwar am 10. September mit einem weiteren deutschen Sieg, aber es ist den sowjetischen Einheiten gelungen, den Vormarsch der Wehrmacht zu verlangsamen, und deren Blitzkriegskonzept erleidet damit einen ersten Rückschlag.
  • 12. Juli: Großbritannien und die Sowjetunion unterzeichnen ein gegenseitiges Hilfsabkommen.
  • 13. Juli: Sechs Bombenflugzeuge der sowjetischen Luftstreitkräfte fliegen den ersten der alliierten Luftangriffe auf Ploiești gegen die vom Deutschen Reich kontrollierten Ölförderanlagen. Hiervon sind die Raffinerien Astra Română, Lumina und besonders Orion betroffen. Vom 10. bis 13. August wird die Eisenbahnbrücke bei Cernavodă, die Ploiești mit dem Hafen Constanța verbindet, mehrfach angriffen und schließlich zerstört.
  • 15. Juli bis 8. August: In der Kesselschlacht bei Uman zerstört die deutsche Wehrmacht mit ungarischen und rumänischen Hilfstruppen 20 Divisionen der Roten Armee und stößt weiter auf Kiew vor.
  • 17. Juli: Alfred Rosenberg wird durch Hitler zum „Reichsminister für die besetzten Ostgebiete“ ernannt. Schriftlich wird der Auftrag fixiert, dass das Ministerium „die öffentliche Ordnung und das öffentliche Leben in den neu besetzten Ostgebieten wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten“ habe. Rosenberg erlässt am selben Tag eine Verordnung, die die Schaffung von Standgerichten zur „Aburteilung von Verbrechen“ beinhaltet, die von „Nichtdeutschen“ im Osten begangen werden. Den Standgerichten steht ein Polizeioffizier oder ein SS-Führer vor, der die Befugnis hat, auf Todesstrafe oder Einziehung des Vermögens zu erkennen, ohne dass gegen diese Entscheidung Berufung eingelegt werden kann.
  • 21. Juli: Mit insgesamt 195 Kampfflugzeugen fliegt die deutsche Luftwaffe einen ersten Luftangriff auf Moskau, der sich bis in den Folgetag erstreckt.
  • Juli/August: Die Braune Mappe wird herausgegeben. Sie enthält allgemeine rechtliche, verwaltungsorganisatorische und wirtschaftspolitische Regelungen, die als Orientierungshilfen, Richtlinien und Dienstanweisungen für die Reichskommissare, Generalkommissare und Gebietskommissare in den Zivilverwaltungen des Reichskommissariats Ostland (Teil 1 der Mappe) und Reichskommissariats Ukraine (Teil 2) formuliert worden sind.
Odessa nach dem Fall
  • 25. August Nach wochenlangen Auseinandersetzungen in der Augustkrise drehen die 300 Kilometer vor Moskau stehenden Panzer Guderians nach Süden in den Rücken der Kiewer Gruppierung ein.
  • 23. August bis 26. September: Die Schlacht um Kiew endet mit einem Sieg der deutschen Truppen unter Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt und der Besetzung der Stadt durch das Deutsche Reich. Am 24. September bricht durch einen sowjetischen Sprengsatz ein Großfeuer aus, das erst am 29. September unter Kontrolle gebracht werden kann. Die sowjetischen Einheiten unter Semjon Michailowitsch Budjonny verlieren beim Kampf um Kiew rund 700.000 Soldaten. Mit den hohen sowjetischen Verlusten verbindet das Oberkommando der Wehrmacht die Hoffnung, noch vor Einbruch des Winters sowohl die Halbinsel Krim einnehmen als auch in den Kaukasus vorstoßen zu können. Die starken Verluste der Roten Armee bringen die deutsche Heeresführung zu der Annahme, dass der Stoß auf Moskau trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit gelingen könne und Hitler befiehlt nun den direkten Marsch auf die sowjetische Hauptstadt.
  • 28. August: Die Wolgadeutsche Republik in der Sowjetunion wird aufgelöst, die Deportation aller Wolgadeutschen nach Sibirien und Zentralasien verfügt.
  • 8. September: Die Leningrader Blockade beginnt, bei der bis 1944 über eine Million Einwohner verhungern.
  • 10. September: In Moskau beginnt der Deutsche Volkssender seine Hörfunksendungen in deutscher Sprache. Informationen und Propaganda sollen im Reich zum Widerstand gegen die Nationalsozialisten ermutigen.
  • 14. September: Nach einer Geheimsitzung des japanischen Kronrats übermittelt Richard Sorge der GRU in Moskau die Information, dass Japan als strategisches Ziel nunmehr die USA und die englischen Kolonien im Pazifik angreifen würde und damit die Gefahr für die Sowjetunion im Fernen Osten gebannt ist. Durch diese kriegsentscheidende Information kann Marschall Georgi Schukow die sowjetischen Truppen aus Sibirien abziehen und sie zum Abstoppen des deutschen Vormarsches 25 km vor Moskau einsetzen. Sorge wird nur einen Monat später enttarnt und am 18. Oktober in Japan verhaftet.
Auswirkungen der Herbstregen vor Moskau
Der Krieg im Westen
Das Wrack von Heß’ Messerschmitt Bf 110
Die „Endlösung der Judenfrage“/Verfolgung anderer Bevölkerungsgruppen
  • 12. Februar: In Amsterdam wird auf Befehl von Hans Böhmcker, Stellvertreter von Arthur Seyß-Inquart, der Judenrat Amsterdam errichtet.
  • 3. März: Der Chef des Verwaltungsdistrikts Krakau, der SS-Gruppenführer Otto Wächter, befiehlt die Einrichtung einer „jüdischen Wohnsiedlung“. Bis zum 20. März müssen alle jüdischen Bewohner und Bewohnerinnen der Stadt in das Ghetto Krakau umgezogen sein. 15.000 Menschen sind ab diesem Zeitpunkt in einem Stadtteil zusammengepfercht, in dem vorher 3.000 Menschen lebten.
HBS Schulgebäude als Zentralstelle
  • Ende März: Die Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam wird nach dem Konzept der Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Wien gebildet. Sie ist in einem Schulgebäude der Hogere Burgerschool (HBS) in der Adama van Scheltemaplein 1 in Amsterdam untergebracht.
  • April: Die Aktion 14f13, die Selektion und Tötung von als „krank“, „alt“ und „nicht mehr arbeitsfähig“ betitelten KZ-Häftlingen, beginnt.
  • 27. Juni: Soldaten vom Polizeibataillon 309 umstellen den Stadtplatz bei der Großen Synagoge in Białystok und zwingen die Menschen aus ihren Häusern auf die Straße. 300 Männer werden an Häuserwände gestellt und erschossen. Ungefähr 800 Männer sowie einige Frauen und Kinder werden in der Synagoge eingeschlossen, welche die Soldaten kurz darauf anzünden. Anschließend bewerfen die Soldaten Häuser mit Granaten und erschießen weitere Menschen. Der polnische Hausmeister der Synagoge ist schließlich in der Lage, in das Gebäude zu gelangen und eine Seitentür zu öffnen, wodurch einige der Eingeschlossenen flüchten können.
  • 10. Juli: Beim Massaker von Jedwabne werden 1600 (?) Juden von Polen bei lebendigem Leibe verbrannt. Nach Ausgrabungen im Jahr 2001 handelt es sich jedoch um 300 bis 400 jüdische Opfer.
Görings Auftrag
  • 31. Juli: Der deutsche Reichsmarschall Hermann Göring beauftragt Reinhard Heydrich, den Chef der Sicherheitspolizei und des SD, ihm einen Gesamtentwurf über die Durchführung der angestrebten Endlösung der Judenfrage vorzulegen.
  • 8. bis 22. August: Beim Massaker in Bila Zerkwa wird die gesamte jüdische Gemeinde der ukrainischen Stadt Bila Zerkwa vernichtet. Besonders bekannt wird das Verbrechen, weil Oberstleutnant Helmuth Groscurth sich, nachdem die Eltern ermordet worden sind, für neunzig jüdische Kinder gegen die Pläne der Einsatzgruppe C unter Paul Blobel einsetzt. Nach Genehmigung durch den Wehrmachtskommandeur der 6. Armee Generalfeldmarschall Walter von Reichenau muss Groscurth die Ermordung dieser Kinder durch eine ukrainische Miliz hinnehmen.
  • 24. August: Nach kirchlichen Protesten erfolgt die Einstellung der als „Euthanasie“ bezeichneten „Aktion T4“. Die so genannte „wilde Euthanasie“ wird jedoch später in der Aktion Brandt fortgesetzt. Auch die sogenannte „Kinder-Euthanasie“ geht bis 1945 weiter. Dem Mord an den Kranken und Behinderten fallen mehrere hunderttausend Menschen zum Opfer.
  • 27. August: SS und Polizeibataillon 320 erschießen beim Massaker von Kamenez-Podolski 23.600 Juden. Erstmals werden unterschiedslos alle Juden einer Region, ohne Rücksicht auf ihr Alter und Geschlecht, ermordet.
  • 1. September: Die nationalsozialistische Führung erlässt eine Polizeiverordnung, die das Tragen des „Judensterns“ ab dem 19. September für alle Juden im Deutschen Reich ab dem sechsten Lebensjahr verbindlich macht. Das Abzeichen besteht aus zwei gelben Stoffdreiecken, die in Form eines sechszackigen Sterns übereinander genäht werden, und trägt in schwarzen Buchstaben die Aufschrift „Jude“. Der Stern muss „deutlich sichtbar“ und „fest an der linken Brustseite des Kleidungsstücks angenäht“ getragen werden. Auch zu Hause müssen Juden den „Judenstern“ tragen, wenn sie jemandem die Haustür öffnen. – Polizeistreifen kontrollieren willkürlich auf der Straße, ob das Abzeichen auch fest genug angenäht ist. Zuwiderhandlungen können eine Einweisung in ein Konzentrationslager (so genannte „Schutzhaft“) nach sich ziehen. In der Folgezeit werden weitere diskriminierende Verordnungen gegen die Juden erlassen, so z. B. das Verbot, das Weichbild des Heimatortes zu verlassen. – In den besetzten polnischen Gebieten, dem so genannten „Generalgouvernement“, wurde die Kennzeichnungspflicht für Juden schon im November 1939 durch Generalgouverneur Hans Frank eingeführt und besteht in einer weißen Armbinde mit blauem Stern.
  • 29. September: Bei Babyn Jar exekutieren Mitglieder des SD und der Einsatzgruppe C in Kooperation mit der Wehrmacht mehr als 33.000 Kiewer Juden.
  • 18. Oktober: Heinrich Himmler untersagt in einem Erlass mit Wirkung vom 23. Oktober allen Juden die Genehmigung zur Auswanderung.
Bild vom „Zigeunerlager“ genannten Bereich
Der Krieg in Afrika
Karte des Schlachtgebiets des Afrikafeldzugs 1941/42
Irak/Syrisch-Libanescher Feldzug
  • 1. April: In einem Militärputsch übernimmt das „Goldene Quadrat“, vier nationalistische Offiziere und der ehemalige Premierminister Raschid Ali al-Gailani die Macht mit dem Ziel, den britischen Einfluss im Irak zu beenden. Abd ul-Ilah, Regent für den minderjährigen König Faisal II., wird von den Putschisten angeklagt, die Verfassung zu missachten.
  • Am 28. April besetzen irakische Truppen die Höhen um den britischen Luftwaffenstützpunkt Habbaniyya. Der Kommandeur der irakischen Einheiten fordert die Briten auf, ihre Flüge einzustellen, andernfalls werde er das Flugfeld beschießen. Diese fordern daraufhin die Iraker zum Rückzug auf. Als dieser nicht erfolgt, werden am 2. Mai britische Angriffe auf die irakischen Truppen und irakische Flugplätze bei Bagdad gestartet. Die überraschten Belagerer müssen innerhalb kurzer Zeit große Materialverluste hinnehmen. Gleichzeitig werden die britischen Truppen in Transjordanien alarmiert und auf einen Einmarsch in den Irak vorbereitet.
  • 6. Mai: Auf Initiative des Diplomaten Fritz Grobba werden zur Unterstützung der Putschisten etwa 20 deutsche und 12 italienische Kampfflugzeuge über Syrien in den Irak verlegt. Die Mission wird vom „Sonderstab F“ unter dem Luftwaffengeneral Hellmuth Felmy ausgeführt.
Zerstörte irakische Geschütze auf den Höhen um Habbaniyya im Mai 1941
  • Trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit der irakischen Truppen gelingt es den britischen Verbänden, deren Verteidigungsstellungen schnell zu überrennen und innerhalb mit Hilfe der Verstärkung aus Transjordanien über Falludscha nach Bagdad vorzustoßen. Am 27. Mai beginnt der Angriff auf Bagdad, der am 31. Mai mit der Kapitulation der Stadt endet.
Massengrab von Farhud-Opfern, 1941
Offensive der Alliierten Truppen aus dem Irak
  • 21. Juni: Nach schweren Kämpfen ziehen die Briten in Damaskus ein. Am selben Tag stößt die Arabische Legion vom Irak aus nach Palmyra vor.
  • 9. Juli: Australische Einheiten erobern Damur südlich von Beirut.
  • Henri Fernand Dentz, französischer Hochkommissar für Syrien und den Libanon, bietet einen Waffenstillstand an, der am 12. Juli in Kraft tritt.
  • Am 14. Juli wird in Akkon die Konvention über die Einstellung der Feindseligkeiten unterzeichnet. Die alliierten Truppen besetzen das gesamte französische Mandatsgebiet und erreichten die Übergabe der vichy-französischen Flugzeuge.
Anglo-sowjetische Invasion im Iran
Karte der Invasion
  • 25. August: Sowjetische und britische Truppen marschieren ohne Kriegserklärung im Rahmen der Operation Countenance in den neutralen Iran ein. Ziel der Invasion ist die Sicherung der iranischen Ölfelder und die Einrichtung einer Nachschublinie, über den die Vereinigten Staaten im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes militärische Ausrüstung über die Transiranische Eisenbahn in die Sowjetunion transportieren. Bis zum 17. September kommt es zu einer vollständigen Besetzung des Iran, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs andauert.
  • 16. September: Reza Schah Pahlavi unterzeichnet seine Abdankungserklärung zu Gunsten seines Sohnes Mohammad Reza.
  • 17. September: Mohammad Reza Pahlavi legt vor dem iranischen Parlament den Eid auf die Verfassung ab und übernimmt die Regentschaft als Schah des Iran.
  • 17. September: Die Operation Countenance ist beendet. Faktisch bleibt der Iran bis zum Ende des Krieges in eine britische Besatzungszone im Süden und eine sowjetische Besatzungszone im Norden geteilt. Der iranischen Armee wird es zudem untersagt, in den von den sowjetischen Truppen besetzten Gebiete des Nordiran eigene Streitkräfte zu stationieren. Dies hat zur Folge, dass die Zentralregierung in Teheran die Kontrolle über den Norden des Iran verliert.
Zweiter Japanisch-Chinesischer Krieg
Südostasien und Pazifikraum
Die japanischen Eroberungen in Südostasien 1941
Schlacht von Ko Chang
Unterzeichnung des Vertrages durch den japanischen Außenminister Matsuoka
Die Flugrouten der japanischen Angreifer
Angriff auf die im Hafen liegenden Schiffe
Japanische Landungen auf Guam
Seekrieg im Atlantik und in den europäischen Gewässern
  • 16. Januar: Vor der Rockall-Sandbank wird das britische Passagierschiff Oropesa von dem deutschen U-Boot U 96 torpediert und versenkt. 106 Passagiere und Besatzungsmitglieder ertrinken, fast die Hälfte der an Bord befindlichen Personen.
  • 17. Januar: 35 Meilen nordöstlich der Rockall-Sandbank wird das uneskortierte britische Passagierschiff Almeda Star vom deutschen U-Boot U 96 torpediert und beschossen. Der Dampfer sinkt innerhalb von drei Minuten, alle 360 Passagiere und Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.
  • 17. Januar: Das deutsche U-Boot U 106 versenkt bei Rockall das britische Passagierschiff Zealandic, wobei alle 73 Menschen an Bord ums Leben kommen.
  • 25. März: Der deutsche Hilfskreuzer Thor attackiert an der westafrikanischen Küste das britische Passagierschiff Britannia, das ohne Geleitschutz auf dem Weg nach Bombay ist. Der Ozeandampfer geht in Flammen auf und sinkt. 122 Besatzungsmitglieder und 127 Passagiere kommen ums Leben.
  • 28. März: In der Schlacht bei Kap Matapan besiegt die britische Mediterranean Fleet unter dem Befehl von Andrew Cunningham vor der Insel Gavdos eine italienische Flotteneinheit unter Angelo Iachino. Das Unternehmen Herkules zur Eroberung von Malta wird für die Achsenmächte damit unmöglich. Die Belagerung der Inselgruppe wird allerdings fortgesetzt.
  • 30. April: Südöstlich der Felseninsel Rockall wird der britische Passagier- und Frachtdampfer Nerissa, der mit Militärangehörigen wie auch Zivilisten auf dem Weg nach Liverpool ist, von dem deutschen U-Boot U 552 ohne Vorwarnung mit drei Torpedos angegriffen und innerhalb weniger Minuten versenkt. 207 Menschen kommen ums Leben.
  • 9. Mai: Britische Kriegsschiffe kapern das deutsche U-Boot U 110 und erbeuten dabei eine intakte Enigma-Chiffriermaschine samt zugehöriger Geheimdokumente.
Explosion der Hood
Überlebende der Bismarck werden von der Dorsetshire gerettet
  • 27. Mai: Die Bismarck wird von zwei Schlachtschiffen und zwei Schweren Kreuzern der Royal Navy angegriffen und versenkt. 2.104 Besatzungsmitglieder kommen ums Leben, 116 werden gerettet.
  • 1. Juni: Die Prinz Eugen erreicht den Hafen von Brest. Das Unternehmen Rheinübung ist damit beendet.
  • 19. August: Südwestlich des Fastnet-Felsens an der irischen Küste wird der britische Passagierdampfer Aguila von dem deutschen U-Boot U 201 versenkt. 157 Passagiere und Besatzungsmitglieder sterben.
  • 13. September: Im Vestfjord wird das unbewaffnete norwegische Passagierschiff Barøy vom Torpedo eines britischen Fairey-Albacore-Torpedobombers versenkt. 112 Menschen, größtenteils norwegische Zivilisten, sterben.
  • 13. September: Der Hurtigruten-Passagierdampfer Richard With wird an der Küste der nordnorwegischen Finnmark von dem britischen U-Boot Tigris versenkt. 99 Passagiere und Besatzungsmitglieder sterben.
  • 7. November: Das sowjetische Hospitalschiff Armenija wird mit 5000 bis 7000 Menschen an Bord im Schwarzen Meer von einer deutschen Heinkel He 111 versenkt.

Weitere Ereignisse in Europa

Vereinigte Staaten von Amerika

Roosevelt mit seiner Frau Eleanor auf dem Weg zur Vereidigung
Die 33 verurteilten Mitglieder des Duquesne-Spionagerings (Foto des FBI)
  • 29. Juni: Mit Hilfe eines Doppelagenten kann der gesamte deutsche Duquesne-Spionagering in den Vereinigten Staaten verhaftet werden.
  • 11. September: Die Grundsteinlegung zum Pentagon findet statt.

Weitere Ereignisse weltweit

  • 5. Juli: Grenzstreitigkeiten lösen zwischen beiden Staaten den Peruanisch-Ecuadorianischen Krieg aus. Das Eingreifen der Vermittlungsmächte Brasilien, Argentinien und USA führt schon am 31. Juli zum Rückzug ihrer Truppen aus dem Abschnitt des umstrittenen Grenzverlaufs, ehe der Konflikt ein schweres Problem wird.

Wirtschaft

Wirtschaftliche Maßnahmen im Zuge des Zweiten Weltkriegs/Kriegsverbrechen Deutschlands

Banken und Steuern

Patente und Marken, Reklame

Unternehmensgründungen

Wissenschaft und Technik

Avro Lancaster
Patrick Henry

Kultur

Bildende Kunst

Film

Filmlogo Ohm Krüger

Literatur

Musik und Theater

Religion

Katastrophen

Kleinere Unglücksfälle sind in den Unterartikeln von Katastrophe und in der Liste von Katastrophen aufgeführt.

Natur und Umwelt

Kodiak National Wildlife Refuge (Braunbär)

Sport

Nobelpreise

Nobelpreise werden im Jahr 1941 nicht verliehen.

Geboren

Januar

Jochen Busse, 2005

Februar

Karl Dall, 2008
Klaus Buchner
Nick Nolte, 2000
Heidi Biebl, 1960

März

April

Mai

Eric Burdon, 1973
Senta Berger, 2010
Bob Dylan, 2010

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Art Garfunkel, 2013
Angelo Kardinal Scola (2009)

Dezember

Gilbert Gress

Genaues Geburtsdatum unbekannt

Gestorben

Januar/Februar

James Joyce, ca. 1918
Frederick Banting

März/April

Gutzon Borglum, 1919
Virginia Woolf, 1927

Mai/Juni

Wilhelm II.

Juli/August

September/Oktober

Hans Spemann (vor 1935)

November/Dezember

Walther Nernst

Genaues Todesdatum unbekannt

Mary Kalopothakes

Literatur zum Jahrgang 1941

Commons: 1941 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ World War Two Channel: Nigerians Chasing Italians Like Cheetahs Hunt a Bull, (ab 7:15). Abgerufen am 3. März 2023 (englisch).
  2. ↑ Fatales Wetterphänomen Die taghelle Kriegsnacht von 1941, auf spiegel.de