Inge Troch

Inge Troch (* 24. Februar 1941 in Wien; † 20. September 2026 ebenda) war eine österreichische Mathematikerin und Universitätsprofessorin am Institut für Analysis und Scientific Computing an der Fakultät für Mathematik und Geoinformation an der Technischen Universität Wien. An der TU Wien war sie eine der ersten Professorinnen.

Leben

Ausbildung und Beruf

Inge Troch promovierte 1966 an der TU Wien mit einer Arbeit aus dem Gebiet der Regelungsmathematik. Bis zu ihrer Berufung als Universitätsprofessorin für Regelungsmathematik und Modellbildung und Simulation im Jahre 1975 verbrachte sie mehrere Gastaufenthalte im Ausland, unter anderem in Bologna, Italien. In Österreich selbst hielt sie Lehrveranstaltungen in Wien, Linz und Krems. Inge Troch war Leiterin des Institutes für Analysis und Scientific Computing an der Fakultät für Mathematik und Geoinformation an der TU Wien. Seit Oktober 2006 war sie im Ruhestand.

Funktionärin und Mitgliedschaften

Während ihrer Zeit als aktive Forscherin war Troch Funktionärin an folgenden Instituten und Gremien:

Obwohl Troch mehr als 10 Jahre zuvor in den Ruhestand gegangen war, beschäftigte sie sich bis zuletzt aktiv als Mitglied in internationalen Gremien verschiedener Organisationen, wie Mathematics und Computer Simulation (MATCOM), J. Intelligent and Robotic Systems (JIRS) und Surveys über Mathematik in der Industrie. Sie war Senior-Mitglied des IEEE.

Forschung und Publikationen

Troch verfasste mehr als 100 Publikationen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften und Büchern in den Bereichen der Kontroll-Mathematik, Modellierung, Simulation und Robotik. Sie ist Mitautorin von zwei Büchern, darunter Robot Control 1991. Sie war die Gründerin des Journals Mathematical und Computer Modelling of Dynamical Systems und dort bis zu ihrem Tod dessen Chefredakteurin.

Evangelisches Engagement und Tod

Inge Troch war langjährig in ihrer Pfarrgemeinde A.B. Wien-Innere Stadt (Lutherische Stadtkirche) als Schatzmeisterin tätig, von 1982 bis 2006 war sie im Presbyterium der Pfarre. In den Jahren 2006 und 2012 wurde sie auf jeweils sechs Jahre zur Superintendentialkuratorin der Evangelischen Superintendentur A. B. Wien gewählt. Ihr Amt, das in gesamtkirchlicher Verantwortung als Mitglied der Synode verbunden ist, endete 2018: „Ihr Wirken in Wien umfasste viele Visitationen und vor allem Gemeindebesuche, aber auch zahlreiche persönliche, immer wertschätzende Begegnungen, nicht zuletzt in sozialen und seelsorgerlichen Bereichen.“ Unter anderem war sie auch als Mitglied in der Finanzkommission, der Kirchenentwicklungskommission und im Theologischen Ausschuss aktiv.

Troch starb am 20. September 2026 beim Teileinsturz ihres Wohnhauses in der Färbergasse 6 in der Wiener Innenstadt.

Auszeichnungen und Ehrungen

Bücher

Einzelnachweise

  1. ↑ Inge Troch. Frauenspuren Heute – Professorinnen. In: tuwien.at. Archiviert vom Original am 22. April 2019; abgerufen am 12. Dezember 2018.
  2. 1 2 3 4 5 6 Karin Krichmayr: 1941–2026: Hauseinsturz: Trauer um Mathematik-Pionierin Inge Troch. Nachruf. In: Der Standard. 24. September 2026, abgerufen am 25. September 2026: „Die Wissenschafterin kam beim Einsturz eines Wohnhauses in der Wiener Innenstadt ums Leben. Sie war eine der ersten Professorinnen an der TU Wien.“
  3. ↑ Modeling and System Identification I. In: Heinz Unbehauen (Hrsg.): Control Systems, Robotics and Automation. Band 4. EOLSS Publishers/Encyclopedia of Life Support Systems, Oxford 2009, ISBN 978-1-84826-593-6, Kap. „Biographical Sketches“, hier: „Inge Troch“, S. 43 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. 1 2 Jens Melenk: Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst für Inge Troch. News. In: tuwien.at. 28. August 2015, abgerufen am 25. September 2026.
  5. ↑ Mathias Ziegler: Religion: Alle Ämter auf Augenhöhe. In: Wiener Zeitung. 13. April 2017, abgerufen am 25. September 2026.
  6. ↑ Wien: Ehemalige Superintendentialkuratorin Inge Troch tödlich verunglückt. Nachruf. In: epd-Nachrichten. Evangelischer Pressedienst (epd Ö), 23. September 2026, abgerufen am 25. September 2026.
  7. ↑ Wien: Trauer um ehemalige Superintendentialkuratorin Inge Troch. In: Kathpress. 23. September 2026, abgerufen am 25. September 2026.
Personendaten
NAME Troch, Inge
KURZBESCHREIBUNG österreichische Hochschullehrerin
GEBURTSDATUM 24. Februar 1941
GEBURTSORT Wien
STERBEDATUM 20. September 2026
STERBEORT Wien