| Film | |
| Titel | Clownhouse |
|---|---|
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1989 |
| Länge | 81 Minuten |
| Altersfreigabe |
|
| Produktionsunternehmen | Commercial Pictures |
| Stab | |
| Regie | Victor Salva |
| Drehbuch | Victor Salva |
| Produktion | Michael Danty, Robin Mortarotti, Victor Salva |
| Musik | Michael Becker, Thomas Richardson |
| Kamera | Robin Mortarotti |
| Schnitt | Roy Anthony Cox, Sabrina Plisco |
| → Besetzung und Synchronisation | |
Clownhouse ist ein US-amerikanischer Horrorfilm von Victor Salva aus dem Jahr 1989. Darin sind drei junge Brüder zu sehen, die von entflohenen, als Clowns verkleideten Geisteskranken verfolgt werden. Clownhouse war Gegenstand von Kontroversen, als Salva wegen sexuellen Missbrauchs des 12-jährigen Hauptdarstellers Nathan Forrest Winters verurteilt wurde.
Casey ist ein heranwachsender Junge, dessen Leben von seiner Angst vor Clowns beeinflusst wird. Er hat zwei ältere Brüder, Ceoffrey und Randy, der sehr unfreundlich ist. Eines Nachts werden die drei allein gelassen und beschließen, trotz Caseys Coulrophobie einen örtlichen Zirkus zu besuchen. Während er im Zirkus ist, besucht Casey eine Wahrsagerin, die ihm offenbart, dass seine Lebenslinie verkürzt wurde. Unterdessen ermorden drei psychotische Geisteskranke, die aus einer Irrenanstalt geflohen sind, drei Clowns und stehlen ihre Identitäten – Cheezo, Bippo und Dippo – indem sie ihr Make-up und ihre Kostüme mitnehmen.
Als die Jungen vom Zirkus nach Hause zurückkehren, zielen die Geisteskranken auf ihr Zuhause ab. Die Brüder sind in ihrem abgelegenen Bauernhaus eingesperrt und der Strom ist abgeschaltet. Casey versucht, die Polizei zu rufen, doch der Polizist geht davon aus, dass Caseys nur einen Albtraum hatte.
Randy glaubt nicht, dass Clowns hinter ihnen her sind, und plant, als Clown verkleidet auf Geoffrey und Casey loszuspringen, wird jedoch von einem der Geisteskranken niedergestochen. Geoffrey schafft es, Bippo eine Treppe hinunterstoßen, was diesem das Genick bricht. Casey und Geoffrey stoßen Dippo aus dem Fenster in den Tod. Die Jungs finden den bewusstlosen Randy in einem Schrank und ziehen ihn in ein anderes Zimmer. Es bleibt unklar, ob er nur bewusstlos oder tot ist. Cheezo greift Geoffrey an und jagt Casey ins Spielzimmer. Casey versteckt sich, doch Cheezo entdeckt ihn und versucht ihn zu erwürgen. Geoffrey tötet ihn mit einem Beil und rettet Caseys Leben.
Clownhouse war Salvas erster Spielfilm als Regisseur. Er schrieb auch das Drehbuch.
Francis Ford Coppola war beeindruckt von Victor Salvas Kurzfilm Something in the Basement und gab ihm 250.000 Dollar für die Produktion von Clownhouse sowie dieselben Kameras, mit denen George Lucas American Graffiti (1973) gedreht hatte. Der Film wurde teilweise in Coppolas Haus im Napa Valley gedreht.
Clownhouse markiert für Salva die zweite Zusammenarbeit mit Nathan Forrest Winters und Brian McHugh, die zuvor in seinem Kurzfilm Something in the Basement (1986) auftraten. Sam Rockwell hatte in Clownhouse seinen ersten Filmauftritt.
In einem YouTube-Interview von 2017 berichtete Hauptdarsteller Winters, dass aufgrund des extrem lauten Kameralärms alle Dialoge in der Postproduktion hinzugefügt wurden und dass bei Salvas Verhaftung alles außer der Synchronisation abgeschlossen war.
| Rolle | Darsteller | Synchronsprecher |
|---|---|---|
| Casey | Nathan Forrest Winters | |
| Geoffrey | Brian McHugh | |
| Randy | Sam Rockwell | Christian Stark |
| Irrer Cheezo | Michael Jerome West | |
| Irrer Bippo | Bryan Weible | |
| Irrer Dippo | David C. Reinecker | |
| Echter Cheezo | Timothy Enos | Harald Halgardt |
| Echter Bippo | Frank Diamanti | Günter Lüdke |
| Echter Dippo | Karl-Heinz Teuber | Peter Heinrich |
| Mutter | Viletta Skillman | |
| Wahrsagerin | Gloria Belsky | |
| Zirkusdirektor | Tom Mottram | Gerhard Marcel |
Clownhouse feierte seine Premiere im Januar 1989 beim Sundance Film Festival. Kinostart war erst am 20. Juli 1990 in den USA.
Vor allem aufgrund der Kontroversen während der Produktion wurde Clownhouse ein Überraschungshit, geriet jedoch bald in Vergessenheit.
Der Film wurde 1990 auf VHS und Laserdisc veröffentlicht und hatte 1995 seine TV-Premiere bei RTL. 2003 wurde der Film auf DVD veröffentlicht.
| Quelle | Bewertung |
|---|---|
| Rotten Tomatoes (Tomatometer) | 33 % |
| Reel Film Reviews | |
| DVD Talk | |
| Des Moines Register |
Die Daily Utah Chronicle lobte, dass der Film mit allem mithalten könne, was er von Stephen King gesehen habe, und dass Salvas Richtung klar und genau richtig sei.
Das Des Moines Register aus Iowa kritisierte, dass der Film wie ein Familien- und Freundschaftsprojekt aussehe, bei dem Salva eine unverschämte Horrorfilmhandlung zusammengeschustert habe, wobei die erschreckenden Schatten von Mortarottis Kamera und die stimmungsvolle Musik die Schrecken der Kinder unterstreiche und die Irrationalität der Handlung übertünche.
TV Spielfilm spricht von einem „formelhaften, für das Genre blutarmen Film“.
David Nusair von Real Film Reviews sprach 2005 von einer fantastischen Grundidee, deren Ergebnis jedoch wie eine deutlich wirkungsvollere Episode von Tales from the Crypt als wie ein auf 81 Minuten gestreckter und häufig langweiliger Spielfilm wirke. Zwar sei der dritte Akt des Films spannend, da es Regisseur Salva gelinge, eine unheimliche und verstörende Atmosphäre aufzubauen, doch dem Film fehle die Substanz, um den Zuschauer dauerhaft bei der Stange zu halten. Auch die Darsteller hinterließen keinen bleibenden Eindruck – mit Ausnahme von Rockwell, der in seinem Filmdebüt eine charismatische und natürliche Leistung abliefere.
Die Variety setzte den Film 2017 auf die Liste der „gruseligsten Clowns im Film“ und lobte: „Das klaustrophobische Setting und die unheimliche Atmosphäre des Films machen ihn zu einem der gruseligsten Thriller dieser Liste.“
Bei seiner Premiere beim Sundance Film Festival 1989 wurde der Film für den großen Preis der Jury als bester Spielfilm nominiert.
Während der Produktionszeit 1988 wurde Regisseur Victor Salva zu drei Jahren Haft verurteilt wegen sexuellen Missbrauchs des zwölfjährigen Hauptdarstellers Nathan Forrest Winters einschließlich einer Videoaufzeichnung davon. In seinem Haus wurden auch Videobänder und Zeitschriften mit Kinderpornografie gefunden. Nachdem Salva 15 Monate verbüßt hatte, wurde er auf Bewährung freigelassen. Als 1995 Salvas Film Powder in die Kinos kam, meldete Winters sich erneut zu Wort und demonstrierte vor einer Vorführung in Westwood. In einem Interview sprach Winters 2018 über seine Arbeit nach den Hauptdreharbeiten. Einen Monat lang hatte er täglich acht Stunden mit der Synchronisation verbracht. Dies geschah im Haus von Salvas Förderer Francis Ford Coppola. Nachdem Winters seiner Mutter den sexuellen Missbrauch anvertraute, drohte Coppola Winters, dass er nie wieder in der Branche arbeiten würde – so geschah es auch. Außerdem verklagte Coppola Winters wegen Vertragsbruchs.