Das Clutton-Syndrom, auch Clutton-Hydrarthrose oder Syphilitische Arthritis genannt, ist eine im Kindesalter als Folge einer konnatalenSyphilis (Lues connata, angeborene Syphilis) auftretende symmetrische Hydrarthrose (Gelenkerguss) der großen Gelenke.
Beschreibung
Das Clutton-Syndrom ist durch Ergüsse und Gelenkschwellungen, sowie Verdickungen der Synovialmembran (Stratum synoviale) in den großen Gelenken, vor allem den Kniegelenken, gekennzeichnet. Das Clutton-Syndrom tritt stets beidseitig (symmetrisch) auf. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem Clutton-Gelenk (engl.Clutton's joint). Es handelt sich um eine relativ späte Manifestation der konnatalen Syphilis, die sich üblicherweise im Alter zwischen 8 und 15 Jahren entwickelt.
Therapie
Das Clutton-Syndrom ist eine Manifestation der tertiären Syphilis. Die Therapie setzt primär bei der Bekämpfung der Syphilis an. Die Clutton-Gelenke sprechen allerdings in dieser späten Phase der Syphilis nicht auf antibiotische Maßnahmen an.
Erstbeschreibung
Henry Hugh Clutton, Erstbeschreiber und Namensgeber
Das Clutton-Syndrom ist nach dem britischen ChirurgenHenry Hugh Clutton (1850–1909) benannt. Er erkannte als Erster 1886 den Zusammenhang zwischen konnataler Syphilis und Synovitis.
Einzelnachweise
↑J. V. Klauder und H. F. Robertson: Symmetrical serious synovitis (Clutton’s joints). In: J Am Med Ass 103, 1934, S.236–240.
↑W. Mohr: Gelenkpathologie: Historische Grundlagen, Ursachen und Entwicklungen von. Verlag Springer, 2000, ISBN 3-540-65971-4eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche
↑K. Wicher und V. Wicher: Immunopathology of syphilis. In: Pathogenesis and Immunology of Treponemal Infection. R. F. Schell und D. M. Muscher (Editors), Marcel Dekker Inc, 1983, ISBN 0-824-71384-2, S.139–160.
↑A. V. Kuznetsov: Molekularer Nachweis von Treponema pallidum mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und Hybridisierung in verschiedenen Proben von Patienten mit Syphilis. Dissertation, LMU München, 2007, DNB985144866/34
E. I. Lloyd: Epiphysitis of Upper End of Femur, associated later with? Clutton's Joints. In: Proc R Soc Med 26, 1932, S.103–104. PMID 19989018, PMC2204262(freier Volltext)