Commodore 16

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Begründung: Überarbeitung notwendig: Fließtext. Knurrikowski (Diskussion) 14:45, 11. Apr. 2016 (CEST)

Commodore 16
Hersteller Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Commodore
Typ Heimcomputer
Veröffentlichung Welt 1984
Produktionsende Welt 1985
Neupreis Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 99 US-Dollar (1984)
Prozessor 8-Bit-MOS Technology 7501 bzw. 8501
  • 8-Bit-Datenbus
  • 16-Bit-Adressbus
  • 0,89–1,76 MHz Taktfrequenz
Arbeitsspeicher 16 kB RAM
Grafik MOS Technology TED
  • max. 320 × 200 Pixel
  • max. 121 Farben
Sound MOS Technology TED
  • 2 Kanäle
  • Weißes Rauschen
Datenträger Kompaktkassetten
ROM-Steckmodule
Betriebssystem Commodore Kernal
Commodore BASIC 3.5
Vorgänger Commodore VIC-20
Nachfolger –

Der Commodore 16, kurz C16 ist ein 8-Bit-Heimcomputer der Firma Commodore. Er ist ein Modell aus der Commodore-264-Serie und sollte den Commodore VC 20 als Einstiegscomputer ersetzen.

Geschichte

Commodore 16 mit Datasette
Startbildschirm des C16 mit Easter Egg

Der C16 wurde konstruiert, um gegen andere Computer von Timex Corporation, Mattel und Texas Instruments im Preissegment unterhalb von 100 Dollar zu konkurrieren. Er war als Nachfolger des erfolgreichen VC 20 gedacht, denn dieser war mittlerweile technisch überholt. Der damals erfolgreiche C64 war mit mehr RAM sowie besseren Sound- und Grafikchips für das unterste Preissegment nicht geeignet. Die Computer von Sinclair (ZX80/ZX81/Spectrum 16 KB) waren zwar günstiger als der VC 20, besaßen jedoch nicht dessen große Schreibmaschinentastatur. Jack Tramiel, Gründer von Commodore International Ltd., befürchtete, dass einige japanische Unternehmen versuchen würden, mit sehr preisgünstigen Heimcomputern (MSX) auf dem amerikanischen Markt Fuß zu fassen. So wurde der C16 ins Leben gerufen, um Commodore im unteren Preissegment ein starkes Standbein zu verschaffen. Atari bot mit dem Atari 600XL auch einen Heimcomputer für den unteren Einstiegsmarkt an, der größere Bruder, der Atari 800XL, stand in Konkurrenz mit dem Commodore 64.

Der C16 wurde 1984 angekündigt und noch im selben Jahr in den Handel gebracht. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich Mattel und TI aus dem Heimcomputermarkt zurückgezogen, japanische Unternehmen brachten zwar dann mit den MSX-Computern auch Heimcomputer auf den Markt, aber auch diese standen eher in Konkurrenz zum Commodore 64. Im Jahr 1984 galten aber die Heimcomputer mit 64 KB RAM (C64, Atari 800XL, CPC 464, MSX) bereits als Einstiegsheimcomputer, so dass man schon vorher dem C16/C116 keinen großen Erfolg versprochen hatte.

Wie dem kompletten Trio der 264-Serie (C16, C116 und Plus/4) war auch dem C16 kein großer Erfolg beschieden. So gab es zunächst keine nennenswerte Menge an Spielen und „richtigen“ Anwendungen.

In Deutschland wurde der C16 vor allem durch den Vertrieb über die Handelskette Aldi bekannt. Dort wurde er zusammen mit einer Datasette und Lernsoftware als „Lernpaket BASIC“ angeboten. Es handelte sich dabei ursprünglich um eine reine Abverkaufsaktion restlicher Lagerbestände. Der Rechner wurde bei Aldi zusammen mit einem Datasettenlaufwerk 1531 und einer BASIC-Kurs-Software als „Lernpaket BASIC“ für nur 149 DM angeboten. Nachdem die komplette Charge innerhalb weniger Tage und dies nur in der Hälfte des (damaligen) Bundesgebiets ausverkauft war, mussten aus Ersatzteil-Restbeständen noch Exemplare nachproduziert werden, um die Nachfrage halbwegs zu befriedigen. Dieser kleine Boom machte sich auch am Software-Markt bemerkbar. Eine der deutschen Software-Firmen, die daraufhin einige für die damalige Zeit und das recht einfache System hochwertige Spiele und Anwendungen herausbrachte, war Kingsoft.

Sehr erfolgreich war der C16/116 auch in einigen Ostblockstaaten ohne eigene Heimcomputer-Industrie, vor allem in Ungarn. Dort konnten sich nur wenige die in der DDR und der Sowjetunion gebauten Computer leisten, und die meisten westlichen Modelle waren gar nicht erhältlich. Weitere Restbestände wurden zu günstigen Preisen in mehrere Ostblockstaaten exportiert, insbesondere nach Ungarn, wo sich eine aktive Nutzergemeinde entwickelte. Von dort stammt auch eine Reihe von inoffiziellen Konvertierungen beliebter C64-Spiele auf den C16.

Nachdem der C16 und die Varianten C116 und Plus/4 in mehreren europäischen Ländern Verbreitung gefunden hatten, wurden im Zeitraum von 1983 bis circa 1992 etwas über 400 kommerzielle Spiele und ungefähr etwas über 100 kommerzielle Anwendungsprogramme produziert und vermarktet. Auch entwickelte sich relativ früh ein eigenes, parallel zu den vorherrschenden Commodore 64/128- sowie Schneider CPC-Systemen, existierendes Systemsegment im Zeitschriftenmarkt. Das Computermagazin „Compute mit“ berichtete bereits 1984 über die neue Commodore-264-Serie. In der Ausgabe 43/84 (1984) wurden zahlreiche Varianten der Commodore 16-Familie erstmals vorgestellt.

Commodore hat sich mit dem C16/116/PLUS4 wie auch später mit dem Amiga 600 Konkurrenz für die eigenen Produkte gemacht, ohne aber die Vorgänger an Leistung zu übertreffen.

Der C16 enthält ein frühes Beispiel für ein Easter Egg: Bei Eingabe des Befehls SYS 52650 werden die Namen der Entwickler F. Bowen, J. Cooper, B. Herd, T. Ryan angezeigt. F. Bowen erscheint dabei invertiert, T. Ryan blinkend. Der leitende Elektronikentwickler Bil Herd war später auch für die Entwicklung des erfolgreicheren Commodore 128 verantwortlich.

Gehäuse

Hinten: Commodore 16 Originalverpackung. Vorne links: Prototyp (vergleiche Abbildung!), rechts daneben ein Seriengerät mit schwarzem Gehäuse

Äußerlich ähnelt der C16 dem VC 20 und dem C64. Wie diese verwendet er das für frühe Commodore-Heimcomputer typische „Brotkastengehäuse“. Gehäuse und Tastatur wurden farblich verändert: Die ursprüngliche Planung sah ein anthrazitfarbenes Gehäuse mit dunkelgrauem Tastenfeld und hellgrauen Funktionstasten vor. Es wurden aus umgearbeiteten C64-Gehäusen Prototypen in dieser Farbgebung angefertigt und Bilder dieser Geräte wurden u. a. für Pressefotos und als Abbildung auf der Originalverpackung verwendet. Bei der Serienproduktion wurde das neue Farbschema wieder verworfen und das äußere Erscheinungsbild an das des Commodore 264 bzw. Plus/4 angepasst: Das Gehäuse wurde in Schwarz, das Tastenfeld in Hellgrau und die Funktionstasten in Dunkelgrau abgeändert. Bei späteren Geräten variieren die Gehäusefarben von anthrazitgrau matt bis schwarz glänzend.

Die Tastaturbelegung des C16 war teilweise anders als bei dem VC 20 und C64, so gab es jetzt vier getrennte Cursor-Steuertasten (Pfeiltasten), während die Rücksetztaste RESTORE zugunsten eines seitlich angebrachten Reset-Knopfes entfiel.

Der C16 besaß anders als der C64 keinen Userport. Der größte Anschluss ist der Expansions-Port, an diesem wurde auch das Floppylaufwerk Commodore 1551 angeschlossen. An der rechten Gehäuseseite befinden sich

Auf der Hinterseite des Gehäuses befinden sich:

Technische Daten

Ursprünglich geplante einseitige Platine (Prototyp)
Kleinere doppelseitige Platine, standardmäßig im C16 verbaut

Das Ende der 264-Reihe

Die komplette 264-Serie besaß drei große Probleme: Sie hatten mit Ausnahme des Plus/4 keinen Userport, die Programme waren nicht kompatibel zum C64 und Spieleprogrammierer hatten das Problem, dass der TED keine Hardwareunterstützung für Sprites besaß wie der VIC-II des C64. Der im Vergleich zum C64 verbesserte BASIC-Interpreter bot zwar auch Grafikfunktionen, unter anderem auch Shapes; für die Spieleprogrammierung, die üblicherweise in Assembler erfolgte, war dies jedoch unerheblich. Darüber hinaus konnte der C64 mit seinem SID einen deutlich besseren Klang produzieren als der TED.

Der TED ist häufig Ursache für einen defekten Rechner. Durch die starke Erhitzung im normalen Betrieb zerstört der TED sich oft selbst. Viele Besitzer haben deswegen Kühlkörper nachgerüstet und die Versorgungsspannung des ganzen Rechners auf das untere Ende des zulässigen Spannungsbereichs reduziert. Auch das Einstecken oder Herausziehen von Kabeln an den Joystickports in laufendem Betrieb führt leicht zu einer Zerstörung des TED, da dieser ohne weitere Schutzbeschaltung direkt mit den Joystickports verbunden ist.

Die CPU im C16 kann, da sie ungeschützt mit dem seriellen Port und dem Datasettenanschluss verbunden ist, beim Einstecken oder Herausziehen von Kabeln an diesen Ports bei laufendem Betrieb ebenfalls zerstört werden. Gegen Ende der Produktion des C16 wurden in der Schaltung noch einige Schutzdioden nachgerüstet, die das Problem mindern.

Commodore sah die Inkompatibilitäten als kein großes Problem an, denn schließlich waren auch viele Besitzer eines VC-20 auf den Nachfolger C64 gewechselt, obwohl dieser nicht kompatibel war. VC-20-Benutzer, die sich für den C16 hätten interessieren können, gab es aber 1985 nicht mehr viele, und C64-Besitzern gab der in den meisten technischen Eigenschaften schlechtere C16 keinen Anreiz zu wechseln, zumal beim Erscheinungstermin des C16 bereits eine riesige Menge an Software für den C64 verfügbar war und der C16 keinen Userport für Erweiterungen hatte wie der C64. Die 264-Serie blieb kommerziell deutlich hinter dem Erfolg des Commodore 64 zurück.

Einzelnachweise

  1. ↑ TheLegacy.de Webseite: TheLegacy: a nostalgic game museum (Memento vom 8. Juni 2015 im Internet Archive). Abgerufen am 14. Juni 2015.
  2. ↑ Kultboy Webseite: Cover: Compute mit 43/84 – Testberichte, Redakteure, Scans, Infos, Magazin. Abgerufen am 14. Juni 2015.
  3. 1 2 Forum64.de: Ausführlicher Bericht über einen Commodore 16 Prototypen. Abgerufen am 26. Mai 2019
  4. ↑ Commodore 264 Series Technical Page. Crossconnect.tripod.com, abgerufen am 6. Juni 2010 (englisch).
  5. ↑ Plus4world.com: Bil Herd: About the Commodore 16 prototype (englisch). Abgerufen am 27. Dezember 2017.
  6. ↑ Heinz Nixdorf Museum Commodore 16 Prototyp. Abgerufen am 12. Dezember 2018.
  7. ↑ YouTube.com: Life at Commodore (Act II) — Bil Herd (englisch). Abgerufen am 12. Februar 2022.
Commons: Commodore 16 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien