| Conoco Inc. | |
|---|---|
| Rechtsform | Inc. |
| Gründung | 1875 |
| Auflösung | 2002 |
| Auflösungsgrund | Fusion zu ConocoPhillips |
| Sitz | |
| Leitung | Siehe Management |
| Mitarbeiterzahl | 57.000 |
| Umsatz | 57,2 Milliarden US-Dollar |
| Branche | Mineralölunternehmen |
| Website | www.conoco.com |
| Stand: 2002 | |
Conoco bzw. ab 1975 Conoco Inc. war ein Mineralölunternehmen, das 1875 als Continental Oil and Transportation Company gegründet wurde und im Jahr 2002 zu ConocoPhillips mit der Phillips Petroleum Company fusionierte. ConocoPhillips ist eines der größten US-amerikanischen und internationalen Unternehmen im Upstream-Bereich in der Exploration & Produktion (E&P) von Erdöl bzw. Rohöl, sowie Erdgas. Das abgespaltene Unternehmen Phillips 66 ist im Downstream-Bereich aktiv und einer der größten Raffineriebetreiber in den USA.
Der Markenname Conoco wird weiterhin für das Marketing von Kraftstoffen verwendet, das heißt, Conoco betreibt Tankstellen in den USA. Dazu kommt auch die Marke 76 (Unocal).
In Deutschland, wo in Hamburg die Conoco Mineraloel GmbH (Geschäftsführer war J. O. L. Gebhardt) ihren Sitz hatte, betrieb Conoco ein Tankstellennetz unter dem Markennamen Jet, welcher inzwischen zu Phillips 66 gehört.
Im Folgenden wird ein grober chronologischer Überblick über die lange Geschichte des Unternehmens gegeben.
Die Continental Oil Company wurde 1875 von Isaac E. Blake und vier weiteren Geschäftspartnern in Ogden, Utah gegründet.
Das Unternehmen eröffnete in den Anfangsjahren neue Standorte und war im Vertrieb von Lampenöl (vgl. Petroleum) aktiv. 1884 erfolgte der Umzug des Hauptsitz nach Denver und ein Jahr später wurde eine Partnerschaft mit Standard Oil eingegangen.
Bis 1906 wurden rund 90 % des westlichen US-Markts im Vertrieb von Kerosin (Lampenöl) von Conoco dominiert. 1909 stellt Conoco ein System vor, welches als erste Zapfsäule dient.
Das Unternehmen von Ernest W. Marland beginnt ab 1908 mit seinem Unternehmen 101 Ranch Oil Company Erdöl zu fördern. Ab 1919 wurde es die Marland Oil Company.

Im Jahr 1911 wurde das Standard Oil-Kartell (genauer der Standard Oil Trust) aufgelöst und ab 1913 wurde Conoco wieder unabhängig.
1920 entdeckte Marland das Burbank-Ölfeld, 20 Meilen östlich von Ponca City und Marland gründet 1922 eine Holding für seine Unternehmen. Zu den Investoren neuer Explorationen zählen J. P. Morgan. Marland selbst trat im Jahr 1928 zurück und wurde durch Dan Moran ersetzt.
Im Jahr 1929 fusionierte Marland Oil und Continental, wobei der Name Continental Oil Company erhalten blieb. Das neue Logo mit dem Dreieck und Conoco wurde eingeführt.
1938 führte Conoco das katalytische Cracken (FCC) in seinen Raffinerien ein und begann ab 1941 die Produktion von Flugzeugbenzin für Kampfflugzeuge für die United States Air Force im den Zweiten Weltkrieg.
In einem Zusammenschluss mit weiteren Unternehmen beginnt die Conorada mit der Exploration außerhalb Nordamerikas.
1949 zieht das Hauptquartier von Ponca City nach Houston, Texas um.
Das 75. Jubiläum wurde im Jahr 1950 gefeiert. Conoco war damals der 8. größte Mineralölkonzern der USA. Ab diesem Zeitpunkt beginnen eine Vielzahl von E&P-Projekte, z. B. im Golf von Mexiko, Libyen, Tunesien, Somalia, Australien, Mauretanien und Guatemala.
1957 führte Conoco den Delayed Coking-Prozess in seiner Lake Charles Raffinerie ein. Das gewonnene Koks wird an die Stahlindustrie verkauft.
1960 kaufte Conoco den deutschen Tankstellenbetreiber Sopi sowie Seca in Belgien und Luxemburg. Wenig später wurde auch JET UK gekauft, sowie Interesse an anderen Objekten wie der MiRO bekundet.
1961 Gründung bzw. Beteiligung in der CONDEA, einem Joint Venture mit der Deutschen Erdöl AG (DEA).
1963 gründete Conoco die Dubai Petroleum Company und diente als Betreiber. Ein Jahr später zog das Unternehmen in das Rockefeller Center um.

1968 entdeckt Conoco das Viking-Ölfeld in der Nordsee und eine englische Raffinerie in Lincolnshire geht in Betrieb. Ab 1970 folgen weitere Upstream-Projekte mit Norwegen.
1973/1974 kam es zur ersten Ölpreiskrise, die eine weltweite Energiekrise auslöste.
1975 feierte Conoco 100 Jahre Unternehmensgeschichte und betrieb zu diesem Zeitpunkt sieben US-basierte Raffinerien, welche nach 1975 durch die Vorgaben der Environmental Protection Agency (EPA) zur Produktion von bleifreiem Kraftstoff umgerüstet wurden.
1979 folgt die Firmung als Conoco Inc.
1981 wurde Conoco von dem Chemiekonzern DuPont übernommen und das Hauptquartier zieht zu DuPont nach Wilmington, Delaware, um.
1986 kam es zu einer weiteren Ölpreiskrise, als der Ölpreis aufgrund von Überkapazitäten dramatisch viel. Conoco konsolidierte seine Aktivitäten und zog 1987 wieder nach Houston.
Ab 1993 (Zerfall der Sowjetunion) expandierte das Unternehmen im Retailbereich (Tankstellen) in verschiedene Länder des ehemaligen Ostblocks.
1994 unterzeichnet das Unternehmen den ersten Vertrag nach 20 Jahren mit Venezuela um schweres, saures Erdöl bzw. Rohöl zu produzieren. Die Erdölindustrie Venezuelas wurde in den 1970er Jahren nationalisiert.
1998 machte DuPont ein Initial Public Offer (IPO) über 20 % Anteile an Conoco. Es war der größte IPO in der US-amerikanischen Finanzgeschichte zu diesem Zeitpunkt. Eine Aktie 'COP' kostet an der New York Stock Exchange (NYSE) rund 23 US-Dollar.
1999 wurde Conoco wieder unabhängig von DuPont.
2000 feierte Conoco 125 Jahre Unternehmensgeschichte.
2002 fusionierte Conoco mit der Phillips Petroleum Company zu ConocoPhillips. Der Merger wurde von der Federal Trade Commission (FTC) erlaubt und das 6. größte US-Energieunternehmen entstand. Das Unternehmen ConocoPhillips Limited im Vereinigten Königreich zählt dort rund 1000 Mitarbeiter. Das fusionierte Unternehmen verwendet seither das neue Logo mit dem Doppelnamen.
Das Unternehmen zählte nach der Jahrtausendwende rund 58.000 Mitarbeiter und hatte weltweite Vermögen in einem Wert von 77 Milliarden US-Dollar. Zwei Jahre später waren es rund 39.000 Mitarbeiter und Einsparungen im Bereich von 750 Milliarden US-Dollar.
Ab 2002 siehe auch die Geschichte von ConocoPhillips.
