Conrad Janis (* 11. Februar 1928 in New York City; † 1. März 2022 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Jazz-Posaunist des Oldtime Jazz.
Janis’ Vater Sidney Janis war Hemdenfabrikant, ist aber als prominenter Kunsthändler und -sammler bekannter geworden. Seine Mutter Harriet Janis war die Koautorin des Buches They all Played Ragtime von Rudi Blesh.
Janis sprach bereits im Alter von 13 Jahren erfolgreich für eine Rolle in einer professionellen Schauspieltruppe vor und sprach in dieser Zeit bereits Rollen in Radioprogrammen. Seine erste Rolle am Broadway hatte er 1942 in Junior Miss, seine erste Filmrolle 1945 in der Komödie Snafu, worauf er einen Studiovertrag bei 20th Century Fox erhielt. In der Folge spielte er einige nennenswerte Nebenrollen, darunter einen beliebten Highschool-Footballer in der Teenager-Komödie Margie (1946) an der Seite von Jeanne Crain. Der Durchbruch in Hollywood wollte ihm jedoch nicht gelingen, und in den 1950er-Jahren arbeitete er vor allem am Theater und fürs Fernsehen. Für seine Darstellung in The Brass Ring am Broadway erhielt er 1952 den New Yorker Theaterpreis Theatre World Award. Ende der 1950er-Jahre wirkte Janis an Gore Vidals satirischem Science-Fiction-Theaterstück A Visit To A Small Planet mit, welches mit großem Erfolg am Broadway lief.
Seinen größten Bekanntheitsgrad erreichte Janis wahrscheinlich durch die Fernsehserie Mork vom Ork (1978–1982), in der er an der Seite von Robin Williams’ Außerirdischem Mork die Rolle des verwitweten Familienvaters Fred „Fredzo“ McConnell übernahm, in dessen Haushalt Mork unterkommt. Eine weitere feste Serienrolle hatte Janis in der Science-Fiction-Komödienserie Quark (1977/78), in der er den kleinlichen Bürokraten Otto Palindrome verkörperte. Daneben war Janis über die Jahrzehnte hinweg ein häufig gebuchter Gastdarsteller in Serien wie Mein Onkel vom Mars, Die Waltons, Die Straßen von San Francisco, Mord ist ihr Hobby, Ein Engel auf Erden, Golden Girls und Frasier. Da er im Fernsehen häufig Musiker spielte, gelang es ihm immer wieder Musiker aus seinem Jazz-Umfeld dort unterzubringen. Eine seiner späten Filmrollen hatte er 1996 in Cable Guy – Die Nervensäge mit Jim Carrey. Insgesamt umfasst sein filmisches Schaffen als Schauspieler mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen zwischen 1945 und 2012.
Janis besaß mit MiraCon Pictures eine eigene Produktionsfirma. 1994 führte er Regie in dem Polit-Thriller Die Todesliste mit George Segal und Elliott Gould. Im Jahre 2012 inszenierte er mit Piper Laurie in der Hauptrolle den Horrorfilm Bad Blood. Dies war seine zweite und letzte Regiearbeit, und zugleich für den bereits über 80-jährigen Janis die letzte Arbeit überhaupt im Filmgeschäft.
Janis lernte früh Gitarre und erst relativ spät Posaune. Die Anregung für letzteres Instrument kam, als er in Los Angeles in den 1940er Jahren Kid Ory regelmäßig hörte. Zwischen seinen Schauspielengagements begann er, professionell als Musiker aufzutreten. Zuerst spielte er in San Francisco in einer New Orleans Revival-Band mit Kunststudenten, ab Ende der 1940er Jahre in New York mit zahlreichen Swing- und New Orleans Jazz-Musikern, wobei er auch kurz Unterricht u. a. bei Herbie Nichols nahm. Mit seiner Tailgate Jazz Band nahm er in New York auch mehrere Alben z. B. bei Circle auf (das Label gehörte Rudi Blesh und seiner Mutter), wie Conrad Janis and his Tailgate Jazz Band 1951 mit Danny Barker, Pops Foster, Freddy Moore in der Rhythm Section.
Ab 1980 war er Leiter der populären Beverly Hills Unlisted Jazz Band, deren Mitglieder überwiegend Schauspieler und Filmschaffende sind. Mitglieder waren George Segal (Banjo), die Produzenten Paul Maslansky und Sheldon Keller (Gitarre) und bei einer Gelegenheit Jack Lemmon (Klavier) und Dudley Moore. Über die Band, die auch mehrere Plattenaufnahmen machte, wurde ein Dokumentarfilm bei PBS gedreht.
Janis Eltern hatten eine bekannte Galerie für moderne Kunst in Manhattan, die Sidney Janis Gallery, in der auch Janis ab 1957 nebenbei arbeitete. Sie vermachten 1966 ihre umfangreiche Kunstsammlung (Pablo Picasso, Salvador Dalí, Piet Mondrian, Jackson Pollock u. a.) dem Museum of Modern Art.
Janis war Vater von zwei Kindern und dreimal verheiratet, zuletzt bis zu ihrem Tod 2021 mit Maria Grimm. Er starb im März 2022 im Alter von 94 Jahren.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Janis, Conrad |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Jazz-Posaunist und Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 11. Februar 1928 |
| GEBURTSORT | New York City, New York, Vereinigte Staaten |
| STERBEDATUM | 1. März 2022 |
| STERBEORT | Los Angeles, Kalifornien, Vereinigte Staaten |