Constance Clyde

Constance Clyde (um 1914)

Constance Jane McAdam (* 25. Juli 1872 in Glasgow, Schottland; † 30. August 1951 Brisbane, Queensland, Australien), mit ihren Publikationen in der Öffentlichkeit als Constance Clyde bekannt, war eine neuseeländisch-australische Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin.

Frühes Leben

Constance Jane McAdam wurde am 25. Juli 1872 als Tochter der Eheleute Mary Couper und William McAdam in Glasgow geboren. Sie war das elfte Kind von insgesamt zwölf Kinder der Familie. Constances Vater war Besitzer der Hydepark Pottery and Glass Bottle Works in Glasgow. Als ihr Vater im Frühjahr 1879 in finanzielle Schwierigkeiten geriet, entschied er mit seiner gesamten Familie nach Neuseeland auszuwandern.

Neuseeland

Als Constance sieben Jahre alt war, erreichte die Familie Neuseeland und siedelte in Dunedin. Constance besuchte dort die örtlichen Schulen und begann mit dem Schreiben von Gedichten. Ihr erstes Werk, „Blighted Hopes“, wurde, als sie zwölf Jahre alt war, in der Zeitung Otago Witness veröffentlicht und sie gewann den zweiten Preis in einem Geschichtenwettbewerb für Erwachsene, als sie noch in der Schule war. Ihr erstes Geld verdiente sie mit einer Kurzgeschichte, die im Dunedin Star veröffentlicht wurde. Nach ihrer Schule arbeitete sie als Journalistin für Zeitungen in Auckland und Christchurch.

Wann Constance von ihrem richtigen Namen Abstand nahm und in der Öffentlichkeit als Constance Clyde auftrat und wie sie zu dem Nachnamen gekommen ist, ist nicht überliefert. Möglich ist eine Verbindung zum River Clyde, der in Schottland durch ihre Heimatstadt Glasgow fließt.

Australien

1898 zog es Constance nach Australien, wo sie in Sydney lebte und für australischen und englische Zeitungen schrieb. Ein der Publikationen, für die sie regelmäßig schrieb und die ihr eine geeignete Plattform bot, war das wöchentlich erscheinende Magazin The Bulletin aus Sydney. Das Magazin bot ihr die Gelegenheit sich in ihren Artikel mit sozialen, feministischen und literarischen Fragen zu befassen. In Sydney schloss sie sich auch dem Yorick Club an, der ein etwas unkonventioneller Zusammenschluss von Personen war, die ein professionelles Interesse an Literatur, bildender Kunst und Wissenschaft besaßen.

England

1903 ging Constance nach England mit dem Ziel, in London eine literarische Karriere zu beginnen. 1905 veröffentlichte sie dann mit „A Pagan’s Love“ ihren ersten und einzigen Roman. In diesem Roman, der sich gegen die Puritaner richtete, ging es offenbar um die Abhängigkeit einer Frau und Heldin, die erwog eine außereheliche Beziehung mit einem Mann zu führen. Constance schloss sich der Suffragetten-Bewegung in London an und wurde im März 1907 bei einer Protestaktion für das Wahlrecht von Frauen vor dem britischen Parlament zusammen mit weiteren 56 Frauen verhaftet. Nach dreizehn Tage Haft im seinerzeit berüchtigten Holloway Prison und einer Strafzahlung von 20 Shilling schrieb Constance ihre Erfahrungen nieder und konnte sie schließlich am 24. Juni 1907 in einem Artikel in der Zeitung The Mercury, die in Hobart im Bundesstaat Tasmanien herausgegeben wurde, veröffentlichen. In den folgenden Jahren trat sie politisch nicht mehr in Erscheinung, hatte keine Veröffentlichungen mehr und ließ sich im Jahr 1912 von einem Jesuiten-Pastor in seine Kirche aufnehmen.

Neuseeland

Irgendwann in den 1920er Jahren ging Constance wieder zurück nach Neuseeland, veröffentlichte 1925 in Zusammenarbeit mit dem Journalisten Alan Mulgan ein viel beachtetes Reisebuch über das moderne Neuseeland mit dem Titel „New Zealand Country and People“, arbeitete in einer Schule für Behinderte, wurde stellvertretendes Leiterin eines Frauengefängnisses und war Wärterin in einer Nervenheilanstalt mit 1500 Insassen, schrieb weiter ihre Kurzgeschichten und vertrat die Position, dass der Staat für Kinder mit Lernbehinderungen Montessori-Lehrer einsetzen solle. 1928 lebte sie in Auckland. 1931 wurde Constance aus dem neuseeländischen Parlament geworfen, weil sie mit anderen zusammen gegen den Child Welfare Act 1925 protestierte.

Australien

Irgendwann zwischen 1931 und 1933 ging Constance wieder zurück nach Australien und als in Auckland in einer Zeitung über ihr Ableben berichtet wurde, meldete sie sich im Juli 1933 von Brisbane aus bei der Sydney Sun und stellte dies als eine Zeitungsente dar. 1935 geriet sie in Australien mit dem Gesetz in Konflikt, als sie in Brisbane für Wahrsagerei mit Teeblättern verhaftet wurde. Da sie sich geweigert hatte eine Geldstrafe dafür zu zahlen, musste sie ins Gefängnis. In den folgenden Jahren wurden ihre Anliegen, mit denen sie an die Öffentlichkeit ging, trivialer und wurde damit auch nicht mehr ernst genommen. Im Jahr 1944 erschien in der Queensland Times ein eher fades Gedicht von ihr über die Tragödien der Liebe. Danach verschwand sie aus dem öffentlichen Bewusstsein. In einem Wählerverzeichnis von Queensland aus dem Jahr 1949 war sie noch als Journalistin geführt und wohnte in der Deighton Road im südlichen Teil von Brisbane.

Constance Clyde verstarb am 30. August 1951 in Brisbane und wurde ohne Notiz von der Öffentlichkeit und ohne Nachruf auf dem Friedhof der Hemmant Cemetery in Brisbane beerdigt.

Werke

1896

1897

1898

1899

1900

1901

1902

1903

1904

1905

1908

1915–1918

1921–1928

1930–1944

Quelle: Christopher Dawson (2023)

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 The Lives and Actions of Suffragettes and Suffragists – Constance Clyde. In: uncoveryourancestors.org. 14. April 2023, abgerufen am 22. November 2024 (englisch).
  2. 1 2 3 4 Sue T: Constance Clyde, and “The paying back”. In: Australian Women Writers Challenge. 26. Juni 2024, abgerufen am 22. November 2024 (englisch, Autorin Sue T hat den Artikel unter dem Namen Whispering Gums geschrieben).
  3. 1 2 3 4 Monday musings on Australian literature: Forgotten writers 6, Constance Clyde. In: whisperinggums.com. 22. Juli 2024, abgerufen am 22. November 2024 (englisch).
  4. 1 2 3 4 5 6 Christopher Dawson: Constance Clyde of Dutton Park: Author and Suffragette. In: dawsonchris.com. 16. Mai 2023, abgerufen am 22. November 2024 (englisch).
  5. ↑ Patricia Clements, Isobel Grundy, Virginia Blain: Clyde, Constance. In: The Feminist Companion to Literature in Englisch – Women Writers from the Middle Ages to the Present. Yale University Press, 1990, ISBN 978-0-300-04854-4 (englisch).
  6. ↑ The Suffragettes – Attempt to Storm Parliament – Violent Conflict with the Police. In: The West Australian. Perth 22. März 1907, S. 5, Sp. 1 (englisch, Online [abgerufen am 22. November 2024]).
  7. ↑ Constance Clyde: In Halloway Goal. – A Suffragette's Life. In: The Mercury. Hobart 24. Juni 1907, S. 8, Sp. 2–3 (englisch, Online [abgerufen am 22. November 2024]).
  8. ↑ Constance Clyde, Alan E. Mulgan: New Zealand: Country and People. Whitcombe and Tombs, Auckland 1925 (englisch).
  9. ↑ Feminist Journalist. In: Smith's Weekly. Sydney 14. April 1928, S. 13, Sp. 7 (englisch, Online [abgerufen am 22. November 2024]).
  10. ↑ Constance Clyde – an "Exaggerated Report". In: Otago Daily Times. Issue 22015. Dunedin 26. Juli 1933, S. 7 (englisch, Online [abgerufen am 22. November 2024]).
Personendaten
NAME Clyde, Constance
ALTERNATIVNAMEN McAdam, Constance Jane (wirklicher Name)
KURZBESCHREIBUNG neuseeländisch-australische Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin
GEBURTSDATUM 25. Juli 1872
GEBURTSORT Glasgow, Schottland
STERBEDATUM 30. August 1951
STERBEORT Brisbane, Queensland, Australien