Cornelius Hertling

Cornelius Hertling (* 4. Juli 1928 in Berlin; † 2. Januar 2002 ebenda) war ein deutscher Architekt und langjähriger Präsident der Berliner Architektenkammer. Er war verheiratet mit Nele Hertling und ist der Bruder von Christoph Hertling.

Leben

Grabstätte auf dem Friedhof Zehlendorf

Cornelius Hertling studierte Architektur an der Berliner Hochschule der Künste und sammelte danach erste berufliche Erfahrungen in London. 1955 bis 1958 arbeitete er eng mit Max Taut zusammen. 1960 bis 1972 war er Chefarchitekt im Büro von Peter Poelzig, 1973 bis 1980 realisierte er in Architektengemeinschaft mit ihm eine Reihe von Bauten, unter anderem Kliniken in Stade, Stadthagen, Viersen und Soltau.

1980 gründete Hertling sein eigenes Architekturbüro in Berlin; im Mittelpunkt seiner Entwurfsarbeit standen vor allem Bauten des Gesundheitswesens. Seine behutsam in bestehende städtische Räume eingefügten Gebäude verbinden die strukturalistisch geprägte Entwurfshaltung der 1970er Jahre mit einem humanen baulichen Maß und Sorgfalt in Bezug auf bauliche Details.

Von 1972 bis 1976 war Hertling Lehrbeauftragter und Gastdozent an der Hochschule für bildende Künste Berlin.

Er war auch als Juror an der Verleihung des Max-Taut-Preises beteiligt. Zugleich war er Herausgeber des Berliner Jahrbuchs der Architektur und Initiator der Veranstaltungsreihe „Erklärungen zur Berliner Denkmalpflege“.

Seine letzte Ruhestätte fand Cornelius Hertling auf dem Friedhof Zehlendorf (Feld 020-579).

Präsidentschaft Architektenkammer

Nach Inkrafttreten des Architekten- und Baukammergesetzes Berlin 1985 wurde Cornelius Hertling für den Bund Deutscher Architekten (BDA) in die Vertreterversammlung und zum ersten Präsidenten der Kammer gewählt. In diesem Ehrenamt, das er engagiert und streitbar ausübte, wurde er viermal bestätigt und behielt es bis zu seinem Tod. Nach der Wende führte er die Architektenschaft von Ost- und West-Berlin 1990 in eine gemeinsame Kammer, die ihre Geschäftsstelle in die denkmalgerecht sanierten Räume der ehemaligen Karl-Marx-Buchhandlung in Berlin-Friedrichshain verlegte. Dieser Einsatz für die Denkmalpflege wurde 1994 vom Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Volker Hassemer, mit der Ferdinand-von-Quast-Medaille gewürdigt.

Auszeichnungen

Für seine Verdienste um die Baukultur wurde Cornelius Hertling im Dezember 1998 von Bundespräsident Roman Herzog mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Bauten (Auswahl)

Schriften

Literatur

Personendaten
NAME Hertling, Cornelius
KURZBESCHREIBUNG deutscher Architekt
GEBURTSDATUM 4. Juli 1928
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 2. Januar 2002
STERBEORT Berlin