| CrypTool | |
|---|---|
E-Learning-Programm für Kryptologie | |
| Basisdaten | |
| Hauptentwickler | Bernhard Esslinger |
| Entwickler | TU Darmstadt, Uni Duisburg-Essen, BW-Universität München, Professur Datenschutz und Compliance, Uni Siegen |
| Erscheinungsjahr | 1998 |
| Betriebssystem | CT1: Windows und Linux (über Wine); CT2: nur Windows; JCT: Windows, Linux und macOS; CTO: im Browser |
| Programmiersprache | C++, C#, Java |
| Kategorie | E-Learning, Kryptologie, Verschlüsselungssoftware |
| Lizenz | Apache License v2.0 |
| deutschsprachig | ja |
| www.cryptool.org | |
CrypTool ist ein Open-Source-Projekt. Hauptresultat ist die freie Lern-Software CrypTool, die die Konzepte der Kryptografie und der Kryptoanalyse erfahrbar macht. Laut Hakin9 ist CrypTool weltweit die am meisten verbreitete Lern-Software im Bereich Kryptologie.
CrypTool umfasst sowohl klassische wie moderne Kryptologie (von Caesar über RSA bis Post-Quantum-Kryptografie).
Das CrypTool-Projekt startete im Jahr 1998 mit der Entwicklung von CrypTool 1 (CT1).
Im Jahr 2007 begann die Entwicklung von zwei weiteren Desktop-Programmen – CT2 und JCT – die beide auf einer reinen Plugin-Architektur basieren und als Nachfolger des ursprünglichen CT1-Programms dienten.
Seit 2010 ist die Browser-Software CrypTool-Online (CTO) produktiv verfügbar.
Die Projektleitung lag von 3/2023 bis 2/2026 beim Forschungsinstitut CODE an der Universität der Bundeswehr München. Aktuell wird das Projekt wieder von Prof. Esslinger (Uni Siegen) geleitet.
CrypTool wird in Schulen, Universitäten, Unternehmen und Agenturen zur Ausbildung und Sensibilisierung eingesetzt.
Es sind über 400 Algorithmen implementiert.
Die CrypTool-Software wird in einem Open-Source-Projekt entwickelt. Ursprünglich wurde sie von deutschen Firmen und Hochschulen entwickelt, inzwischen kommen die rund 70 Mitwirkenden aus der ganzen Welt. Zuwendungen in Form von Software-Plugins kommen z. B. von Universitäten oder Schulen.

Ziel des CrypTool-Projekts ist es, den Nutzern bewusst zu machen, wie Kryptografie gegen Sicherheitsbedrohungen im Netz helfen kann, und die zugrunde liegenden Konzepte der Kryptologie zu erklären.
Seit November 2024 führt das CrypTool-Projekt auch eine Web-App im Portfolio, die für Schulen konzipiert wurde.
CTO bietet Interessierten die Möglichkeit, Verschlüsselungsverfahren gleich im Browser auf dem PC oder dem Smartphone auszuprobieren, ohne Software herunterzuladen und installieren zu müssen. CTO wird mit JavaScript, WebAssembly und Python entwickelt. Das mit Abstand am häufigsten aufgerufene Plugin ist OpenSSL, das in CTO ohne Installation direkt im Browser läuft.

CT2 setzt das Konzept der visuellen Programmierung für kryptografische Prozesse um. Im Moment sind über 150 Krypto-Funktionen in CT2 enthalten. Ein Schwerpunkt ist die Kryptoanalyse klassischer Verfahren mit modernen Mitteln.
MTW ist ein internationaler Krypto-Wettbewerb mit über 350 Aufgaben, einem Forum und einer Hall of Fame, an dem mehr als 13.000 Benutzer teilnehmen und auch bisher ungelöste Rätsel knacken. Die Betreuung der Aufgaben erfolgt durch die Ruhr-Uni Bochum.
CTTS ist ein Programm für Transkription und Kryptoanalyse. Es wurde von George Lasry speziell für die Bearbeitung historischer verschlüsselter Manuskripte entwickelt. CTTS wird jetzt vom CrypTool-Team gepflegt, zu dem auch George Lasry gehört. Eingesetzt wurde CTTS unter anderem bei der Entzifferung von mehr als fünfzig verschollenen und verschlüsselten Briefen, die von Maria Stuart (1542–1587) stammen, der Königin von Schottland. Dieser Erfolg bekam große internationale Aufmerksamkeit. Die dazugehörige Publikation ("Deciphering Mary Stuart's lost letters from 1578–1584" in der Cryptologia, 47:2, Februar 2023, doi:10.1080/01611194.2022.2160677) war die am meisten gelesene von allen jemals in der Cryptologia veröffentlichten Artikeln (Stand 24. Mai 2026: 105.951 Views).
Neben den aktiv entwickelten Projekten gibt es auch Projekte, die weiterhin gepflegt aber nicht mehr weiterentwickelt werden:
CT1 ist als typisch Menü-orientiertes Windows-Programm konzipiert, das auch externe (Java-)Programme hinzulädt. CT1 enthält über 100 Krypto-Funktionen.
JCT läuft unter Windows, macOS und Linux, und hat sowohl eine Dokumenten- als auch eine Funktions-orientierte Perspektive. Im Moment sind über 100 Krypto-Funktionen in JCT enthalten. Ein Schwerpunkt sind moderne digitale Signaturen (z. B. Hash-Bäume und SPHINCS).
SCR wird eingesetzt, um Schüler für MINT-Fächer zu motivieren, als auch in Awareness-Veranstaltungen für jedermann (Anti-Prism-Party).
Neben den genannten produktiven CrypTool-Projekten gab es außerhalb des eigentlichen CrypTool-Projekts kurze Zeit das Projekt CrypTooLinux: Damit sollte CrypTool 1.x auf Linux portiert werden, aber den Entwicklern dieses Teilprojektes fehlte die dazu notwendige Zeit, und sie bezogen auch keine neuen Entwickler mit ein, so dass CrypTooLinux seit 2008 im Alpha-Stadium ruht.
Aktuell werden große Anstrengungen unternommen, möglichst viel Funktionalität von den Desktop-Anwendungen direkt in Browser-Anwendungen zu bringen. Dies macht die Anwendungen auf allen Betriebssystemen verfügbar und vereinfacht das Update. Wie bisher laufen auch die Browser-Anwendungen rein lokal, um hohe Privatsphäre-Anforderungen zu erfüllen.