| Zistrosenwürgergewächse | ||||||||||||
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Gelber Zistrosenwürger (Cytinus hypocistis), Illustration | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Cytinaceae | ||||||||||||
| (Brogn.) A.Rich. |
Die Pflanzenfamilie der Zistrosenwürgergewächse (Cytinaceae) gehört zur Ordnung der Malvenartigen (Malvales).

Es sind parasitische Pflanzen, genauer bezeichnet man sie als Holoparasiten, auch Vollparasiten oder Vollschmarotzer genannt. Darunter versteht man pflanzliche Parasiten, die nicht mehr in der Lage sind, Photosynthese zu betreiben, da ihnen das Chlorophyll fehlt. Sie beziehen alle notwendigen Nährstoffe über Haustorien aus den Wurzeln ihres Wirtes. Wurzeln sind keine vorhanden. Blätter sind eigentlich nur Hochblätter der Blütenstände und keine Laubblätter, diese sind zu gegen-, wechselständig oder meist wirtelig angeordneten, häutigen Schuppen reduziert. Stomata sind keine vorhanden.
Als eigentliche Pflanze erkennbar sind nur die Blütenstände/Fruchtstände. Es gibt einhäusig (monözisch) oder zweihäusig (diözisch) getrenntgeschlechtige Arten. In meist traubigen, manchmal kopfigen Blütenständen stehen die Blüten zusammen. Die eingeschlechtigen Blüten sind klein bis mittelgroß und radiärsymmetrisch. Bei manchen Arten riechen die Blüten unangenehm. Die Blütenhülle besteht aus zu einer Röhre verwachsenen vier bis neun Kelchblättern, Kronblätter fehlen. Die männlichen Blüten enthalten acht bis selten 100 fertile Staubblätter, wobei keine Staubfäden erkennbar sind, die Staubbeutel also sitzend sind. Das Pollenkorn besitzt meist zwei bis drei, selten vier Aperturen und ist colpat oder porat. In den weiblichen Blüten sind vier bis acht, selten bis zu 14 Fruchtblätter zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen mit gleich vielen Kammern wie Fruchtblättern. In jeder Fruchtknotenkammer befinden sich in parietaler Plazentation 25 bis 100 orthotrope, bitegmische, tenuinucellate Samenanlagen. Der lange Griffel endet in einer gestutzten Narbe. Als Bestäuber werden Ameisen und Vögel angegeben.
Es werden viele Beeren mit vielen Samen gebildet. Die winzigen Samen enthalten kein Endosperm und zur Samenreife nur einen rudimentären Embryo.

Die Familie Cytinaceae wurde 1824 durch Achille Richard in Dictionnaire classique d'histoire naturelle, 5, S. 301 aufgestellt.
Traditionell wurden die Gattungen der Cytinaceae mit anderen parasitischen Pflanzen in der Familie der Rafflesiaceae vereinigt. Der Botaniker und Experte für parasitische Pflanzen Daniel Nickrent zeigte dann 2002, mit verbesserter Datengrundlage 2007, dass die hier zusammengefassten Gattungen nicht zusammengehören und die Rafflesiaceae im alten Sinn auf vier Familien aufgesplittet werden mussten, die sogar vier verschiedenen Ordnungen angehören. Dafür reaktivierte er die, vorher als Synonym betrachtete, Familie der Cytinaceae. Den genetischen Ergebnissen zufolge gehören die Cytinaceae zu den Malvenartigen (Malvales) und sind deren einzige parasitische Familie. Schwestergruppe ist die kleine Familie der Muntingiaceae, die nur in Südamerika (Neotropis) vorkommt. Diese Einstufung wurde, trotz zwischenzeitlich aufgekommener Zweifel, aktuell bestätigt. Über dieses Schwestergruppenverhältnis hinaus ist die Stellung innerhalb der Malvales unsicher und zwischen verschiedenen Untersuchungen nicht stabil. Die Untersuchung von 2025 deutet auf eine relativ basale Stellung hin.
Im Jahr 2012 beschrieben zwei Botaniker eine neue Gattung Sanguisuga mit der Art Sanguisuga caesarea aus Kolumbien in Südamerika. Dies war gleichzeitig der erste Nachweis der Cytinaceae auf diesem Kontinent. Die Art wurde später als Bdallophyton caesareum in die Gattung Bdallophyton transferiert, so dass es bei zwei Gattungen blieb.
Zur Familie der Cytinaceae gehören nur zwei Gattungen mit zehn Arten:
Sowohl in Südafrika wie auch in Madagaskar ist mit weiteren, bisher unbeschriebenen Arten der Gattung Cytinus zu rechnen.