| Ommu 56 | |
|---|---|
| Nummerierung: | 514 0 000 bis 514 0 069 |
| Anzahl: | 68 |
| Baujahr(e): | ab 1955 |
| Ausmusterung: | bis 1984 |
| Bauart: | Offener Güterwagen |
| Gattung: | Ommu 56 (bis 31.12.63) Eo-u 071 (ab 01.01.64) Emo-u 071 (ab 01.01.80) |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Länge über Puffer: | 9000 mm |
| Fester Achsstand: | 5800 mm |
| Leermasse: | 13,1 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 80 km/h |
| Bremse: | KE-G |
| Ladelänge: | 7460 mm |
| Ladebreite: | 2760 mm |
| Ladefläche: | 20,6 m² |
| Laderaum: | 36 m³ |
| Besonderheiten: | Hubkippwagen |
Der zweiachsige Hubkippwagen der Bauart Ommu 56 ist ein offener Güterwagen, dessen Wagenkasten zur Entladung von Schüttgütern hydraulisch angehoben und gekippt werden kann. Diese Wagen wurden ab 1955 in zwei Serien von der damaligen Deutschen Bundesbahn (DB) angeschafft, in der Hoffnung die Beförderung von Schüttgütern zu rationalisieren.
Zwei Wagen mit einer Kippvorrichtung wurden 1950 von der Waggonfabrik Siegener Eisenbahnbedarf gebaut, später folgte noch weiterer Versuchswagen. Die Hubkipper entstanden aus der Forderung, einerseits Schüttgüter seitlich auf die Ladefläche eines Lastkraftwagen zu entladen und andererseits einen universell einsetzbaren, offenen Güterwagen mit flachem Boden zu haben. Einer der Versuchswagen wurde zeitweise als Ommu 55 bei der DB eingereiht. Als Antrieb für die Hydraulik wurden sowohl Elektromotoren als auch Benzinmotoren erprobt.
Eine Vorserie von zehn Wagen wurde 1955 gebaut, diese wurden nun als Ommu 56 in den Wagenbestand eingereiht. Eine zweite Serie wurde 1958/59 gebaut, diese 58 Wagen unterschieden sich nur geringfügig von der ersten Serie aus dem Jahr 1955. Da die Wagen nur von geschulten Personal bedient werden konnten, war ein freizügiger Einsatz nicht möglich. Anstelle der Hubkipper und Mittenselbstentladewagen setzten sich Selbstentladewagen mit seitlicher Entladung für die Belieferung kleiner Güterkunden durch.
Die aufgrund des Bedienpersonals nur in wenigen Bahnhöfen beheimateten Wagen wurden ab 1978 ausgemustert, die letzten Fahrzeuge wurden 1984 aus dem Bestand gestrichen.
Zwei weitere ähnliche Versuchswagen wurden 1959 und 1960 gebaut und als Ommu 61 und Ommu 62 bei der DB eingereiht. Diese beiden Fahrzeuge wurden Anfang der 1970er Jahre ausgemustert. In der Schweiz wurden zwischen 1959 und 1960 ähnliche Wagen der Gattung F-u beschafft.
Die Hubkipper entsprachen in ihren Hauptabmessungen dem europäischen offenen Standardwagen Typ 1, waren jedoch aufgrund ihrer Funktion mit einem Hubmechanismus in Verbindung mit einem Hydrauliksystem ausgestattet, der es ermöglichte, den Wagenkasten anzuheben und seitlich zu kippen. Die senkrechte Hubhöhe des Wagenkastens betrug etwa 1,6 m und der Kippwinkel höchstens 50°. Der Wagenkasten war mit einem durchgehenden Obergurt ausgestattet. Je Seitenwand waren drei Klappen angeordnet, die sich beim Entladevorgang einzeln öffnen ließen. Zusätzlich verfügten die Wagen über eine Doppeltür pro Seite.
Das vom Wagenkasten getrennte Untergestell wich von den Untergestellen anderer offener Güterwagen erheblich ab, da sich im mittleren Teil der Hub- und Kippmechanismus befand. Da dort keine Querträger angeordnet werden konnten, wurden die Längsträger zur Erhöhung der Knicksteifigkeit als Hohlprofile ausgeführt. Dementsprechend mussten die Wagen mit einer geteilten Zugeinrichtung ausgestattet werden.
Der Hubmechanismus wurde durch einen horizontal angeordneten Hydraulikzylinder bewegt. Zwei zusätzliche Zylinder dienten dazu den Wagenkasten zu kippen. Als Antrieb für die Hydraulik wurden ein Elektromotor genutzt, der sowohl mit 220 Volt als auch mit Kraftstrom angeschlossen werden konnte. Um ein Umstürzen des Wagens zu verhindern, wurde er beim Entladevorgang an den Schienen fixiert.
Aufgrund der geänderten Bauart und den zusätzlichen Bauteilen lag das Leergewicht bei 13,1 t und damit deutlich über dem Gewicht von 10 bis 11 t bei herkömmlichen Güterwagen ähnlichen Baujahres.