Deutsche Funkturm

Deutsche Funkturm
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Rechtsform GmbH
Gründung 1. Januar 2002
(Ausgliederung aus DeTeImmobilien)
Sitz Leverkusen, Deutschland
Leitung
  • Thomas Ried (COO)
  • Samuel Tomic (CPO)
Mitarbeiterzahl ca. 800 (2025)
Umsatz über 1 Mrd. € (2025)
Branche TK-Infrastruktur
Website dfmg.de

Die DFMG Deutsche Funkturm GmbH ist ein als Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom gegründetes Unternehmen zur Planung, Konstruktion und Vermarktung von Antennenträgern. Sie wurde im Zuge von organisatorischen Änderungen außerdem Eigentümer und Betreiber der Fernmeldetürme der Telekom. Der Sitz des Unternehmens ist seit 1. Juli 2025 in Leverkusen, zuvor war dieser in Münster.

Geschichte

Die Deutsche Funkturm wurde am 1. Januar 2002 als Tochter der Deutschen Telekom gegründet und nahm am 1. Oktober 2002 den Betrieb auf. Ursprünglich hatte die Telekom das Ziel, die Deutsche Funkturm bis 2007 zu veräußern, um sich vollständig von diesem Geschäftsfeld zu trennen. Hierzu kam es aber zunächst nicht. Im Jahr 2006 erwirtschaftete die Deutsche Funkturm einen Gesamtumsatz von 700 Millionen Euro.

Am 1. März 2007 veröffentlichte der Vorstand der Deutschen Telekom eine Pressemitteilung, in der die neue Strategie des Unternehmens, konzentriert und gezielt zu wachsen, vorgestellt wurde. In dieser hieß es: „Zudem will die Deutsche Telekom Geschäftseinheiten veräußern, die nicht zur Strategie passen. Konkret zur Veräußerung auf dem Prüfstand sind die […] Funktürme in Deutschland und den USA (Deutsche Funkturm GmbH und US Towers) […]“ Am 15. November 2007 teilte die Deutsche Telekom mit, nach eingehender Prüfung der Kaufangebote stehe die Deutsche Funkturm nicht mehr zum Verkauf.

Gemäß Geschäftsbericht der Telekom Deutschland wurde im November 2012 die amerikanische Infrastruktur für 1,4 Milliarden Euro verkauft.

Im Juli 2022 vereinbarte die Telekom den Verkauf von 51 % der Deutschen Funkturm an das kanadische Unternehmen Brookfield Asset Management und DigitalBridge aus den USA. Nach Genehmigung der Kartellbehörden wurde der Verkauf der 51 % am 1. Februar 2023 vollzogen. Neben den neuen Eigentümern Brookfield Asset Management und DigitalBridge verbleiben 49 % des Unternehmens bei der Telekom. Zum 1. Juli 2025 verlegte die Deutsche Funkturm ihren Hauptsitz von Münster nach Leverkusen-Opladen.

Geschäftsfelder

Köln: Fernsehturm Colonius
Funkmast Ahrtal
Dachstandort Bonn

Die Deutsche Funkturm akquiriert, plant und realisiert, betreibt und vermarktet Funkinfrastruktur. Zu dem Portfolio zählen Antennenträger- und Technikflächen an Turm-, Mast- und Dachstandorten. An diesen können dann von Kunden der Deutsche Funkturm Antennen angebracht werden, die Funksignale verbreiten und empfangen.

Zu den Hauptkunden der Deutsche Funkturm zählen unter anderem Mobilfunknetzbetreiber, darunter die Telekom Deutschland GmbH, Vodafone und O2. Die Antennenträger werden außerdem von privaten und öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Hörfunkveranstaltern sowie für BOS- und Amateurfunk genutzt.

Im Eigentum der Deutsche Funkturm befinden sich rund 36.200 Antennenstandorte in Deutschland (2026). Hierzu gehören Türme, Masten, Dachstandorte sowie Small Cells. Zu den bekanntesten Fernmeldetürmen, deren Eigentümerin die Deutsche Funkturm ist, zählen der Berliner Fernsehturm, der Heinrich-Hertz-Turm in Hamburg, der Colonius in Köln und der Europaturm in Frankfurt am Main. Einige bekannte Fernmeldetürme, wie beispielsweise der Düsseldorfer Fernsehturm, sind nicht im alleinigen Eigentum der Deutsche Funkturm, werden aber im Bereich der technischen Sendeanlagen durch diese betrieben.

Bei dem Ausbau von Mobilfunknetzen wie 5G oder LTE ist die Deutsche Funkturm als Betreiber von Mobilfunkinfrastruktur involviert. Dabei identifiziert die Deutsche Funkturm Grundstücke und Gebäude, die sich für Antennenstandorte eignen. Sie mietet oder kauft diese Dächer und Freiflächen aus öffentlicher Hand sowie von gewerblichen und privaten Immobilien- und Grundstückseigentümern. Beispielhaft beschlossen 2021 die Stadt Saarbrücken und die Deutsche Funkturm ihre Zusammenarbeit bei der Feststellung und Bekämpfung von Netzversorgungslücken.

Unternehmensstruktur

Die Deutsche Funkturm beschäftigte im Jahr 2025 rund 800 Mitarbeiter, von denen viele bei der Gründung von der DeTeImmobilien und von T-Mobile übernommen wurden. Die Unternehmenszentrale befindet sich in Leverkusen; daneben unterhält das Unternehmen zwei sogenannte Hub-Standorte in Schönefeld und Pullach. Weitere Niederlassungen bestehen in Hamburg, Hannover, Münster, Dortmund, Leipzig, Frankfurt am Main, Nürnberg und Stuttgart. Seit 2025 besteht die Deutsche Funkturm aus vier Einzelgesellschaften:

Förderung des Amateurfunks

Aufgrund einer Förderverfügung des Postministers standen nach dem Zweiten Weltkrieg Funkamateuren des damaligen Verbands der Funkamateure der Deutschen Bundespost (VFDB) u. a. Standorte auf den Fernmeldetürmen für automatische Amateurfunkstationen zur Verfügung. Auch nach der Privatisierung der Deutschen Bundespost stellten DeTeImmo und später Deutsche Funkturm den Funkamateuren im VFDB diese exponierten Standorte auf den Türmen weiterhin zur Verfügung – wenn auch nicht mehr kostenlos.

Somit stehen dem Amateurfunkdienst in Deutschland bis heute diese Standorte zur Verfügung und bilden das „Rückgrat“ für das private, nicht kommerzielle und von Funkamateuren betriebene Packet-Radio-, Relais- und Notfunknetz. Seit dem 1. Mai 2007 gelten neue Rahmenbedingungen für automatische Amateurfunkstellen des VFDB an Deutsche-Funkturm-Standorten. Die Einschränkung auf maximal 100 Watt Leistungsaufnahme und maximal vier Antennen an einem Standort bedeutet einen massiven Einschnitt in den Betrieb von automatisch arbeitenden Amateurfunkstellen.

Rechtsstreitigkeiten

Da die Errichtung von Mobilfunkanlagen in Teilen der Öffentlichkeit auf Widerstand stößt, ist das Unternehmen regelmäßig an Gerichtsverfahren beteiligt. Die Deutsche Funkturm tritt in solchen Verfahren in unterschiedlichen Rollen auf. Sie klagt vor Verwaltungsgerichten, wenn Gemeinden Bauanträge ablehnen. Vor Zivilgerichten ist sie Beklagte, beispielsweise bei nachbarrechtlichen Abwehransprüchen. In verwaltungsgerichtlichen Verfahren kann sie außerdem Beigeladene sein, wenn Nachbarn gegen erteilte Baugenehmigungen vorgehen.

Siehe auch

Commons: Deutsche Funkturm – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Deutsche Funkturm verlässt Münster. In: Wirtschaft aktuell. 2. Juli 2025, abgerufen am 16. Juni 2026 (englisch).
  2. ↑ Deutsche Funkturm legt Grundstein für neue Firmenzentrale in Opladen. In: Deutsche Funkturm. Abgerufen am 1. September 2026.
  3. 1 2 3 4 Hannes Rügheimer: Deutsche Funkturm – was steckt dahinter? 29. März 2018, abgerufen am 16. Juni 2026.
  4. 1 2 Deutsche Funkturm verlagert Firmensitz nach Leverkusen und stellt sich neu auf. In: Presseportal. 1. Juli 2025, abgerufen am 19. September 2025.
  5. ↑ Mietvertrag für Funkmast bereitet Kopfzerbrechen. In: Augsburger Allgemeine. 17. Dezember 2010, abgerufen am 16. Juni 2026.
  6. ↑ Deutsche Telekom: Konzentrieren und gezielt wachsen (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive)
  7. ↑ Reuters: Deutsche Telekom verkauft weder Auskunft noch Funktürme (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive)
  8. ↑ Marie-Anne Winter: Telekom will auch die Funktürme behalten. In: Teltarif. 15. November 2007, abgerufen am 16. Juni 2026.
  9. ↑ Geschäftsbericht 2012. In: Deutsche Telekom. 2013, S. 11, abgerufen am 16. Juni 2026.
  10. ↑ Telekom verkauft ihre Handymasten. Bei: tagesschau.de, 14. Juli 2022
  11. ↑ Neue Eigentümer für Deutsche Funkturm. In: DFMG Website. 1. Februar 2023, abgerufen am 1. September 2026.
  12. ↑ DFMG: Über uns. In: DFMG Website. DFMG Deutsche Funkturm GmbH, 2024, abgerufen am 16. Juni 2026.
  13. ↑ Achim Sawall: Saarbrücken will bei LTE und 5G besser werden. In: Golem. 21. Juli 2021, abgerufen am 16. Juni 2026.
  14. ↑ Niederlassungen. In: Deutsche Funkturm. Abgerufen am 16. Juni 2026.
  15. ↑ Kleine deutsche Amateurfunkgeschichte (65). In: Dokufunk. 2009, abgerufen am 1. September 2026.
  16. ↑ Deutsche Funkturm GmbH ändert Nutzung von Amateurfunkanlagen. In: DARC. 22. Februar 2007, abgerufen am 1. September 2026.
  17. ↑ Patrizia Steipe: Das falsche Signal. In: Süddeutsche Zeitung. 15. März 2021, abgerufen am 16. Juni 2026.
  18. ↑ Benjamin Engel: Münsing: Mobilfunkfirma klagt für Ursprungs-Standort bei Holzhausen. In: Süddeutsche Zeitung. 1. September 2022, abgerufen am 1. September 2026.

Koordinaten: 51° 58′ 54″ N, 7° 38′ 14″ O