| Deutsche Funkturm | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1. Januar 2002 (Ausgliederung aus DeTeImmobilien) |
| Sitz | Leverkusen, Deutschland |
| Leitung |
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| Mitarbeiterzahl | ca. 800 (2025) |
| Umsatz | über 1 Mrd. € (2025) |
| Branche | TK-Infrastruktur |
| Website | dfmg.de |
Die DFMG Deutsche Funkturm GmbH ist ein als Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom gegründetes Unternehmen zur Planung, Konstruktion und Vermarktung von Antennenträgern. Sie wurde im Zuge von organisatorischen Änderungen außerdem Eigentümer und Betreiber der Fernmeldetürme der Telekom. Der Sitz des Unternehmens ist seit 1. Juli 2025 in Leverkusen, zuvor war dieser in Münster.
Die Deutsche Funkturm wurde am 1. Januar 2002 als Tochter der Deutschen Telekom gegründet und nahm am 1. Oktober 2002 den Betrieb auf. Ursprünglich hatte die Telekom das Ziel, die Deutsche Funkturm bis 2007 zu veräußern, um sich vollständig von diesem Geschäftsfeld zu trennen. Hierzu kam es aber zunächst nicht. Im Jahr 2006 erwirtschaftete die Deutsche Funkturm einen Gesamtumsatz von 700 Millionen Euro.
Am 1. März 2007 veröffentlichte der Vorstand der Deutschen Telekom eine Pressemitteilung, in der die neue Strategie des Unternehmens, konzentriert und gezielt zu wachsen, vorgestellt wurde. In dieser hieß es: „Zudem will die Deutsche Telekom Geschäftseinheiten veräußern, die nicht zur Strategie passen. Konkret zur Veräußerung auf dem Prüfstand sind die […] Funktürme in Deutschland und den USA (Deutsche Funkturm GmbH und US Towers) […]“ Am 15. November 2007 teilte die Deutsche Telekom mit, nach eingehender Prüfung der Kaufangebote stehe die Deutsche Funkturm nicht mehr zum Verkauf.
Gemäß Geschäftsbericht der Telekom Deutschland wurde im November 2012 die amerikanische Infrastruktur für 1,4 Milliarden Euro verkauft.
Im Juli 2022 vereinbarte die Telekom den Verkauf von 51 % der Deutschen Funkturm an das kanadische Unternehmen Brookfield Asset Management und DigitalBridge aus den USA. Nach Genehmigung der Kartellbehörden wurde der Verkauf der 51 % am 1. Februar 2023 vollzogen. Neben den neuen Eigentümern Brookfield Asset Management und DigitalBridge verbleiben 49 % des Unternehmens bei der Telekom. Zum 1. Juli 2025 verlegte die Deutsche Funkturm ihren Hauptsitz von Münster nach Leverkusen-Opladen.



Die Deutsche Funkturm akquiriert, plant und realisiert, betreibt und vermarktet Funkinfrastruktur. Zu dem Portfolio zählen Antennenträger- und Technikflächen an Turm-, Mast- und Dachstandorten. An diesen können dann von Kunden der Deutsche Funkturm Antennen angebracht werden, die Funksignale verbreiten und empfangen.
Zu den Hauptkunden der Deutsche Funkturm zählen unter anderem Mobilfunknetzbetreiber, darunter die Telekom Deutschland GmbH, Vodafone und O2. Die Antennenträger werden außerdem von privaten und öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Hörfunkveranstaltern sowie für BOS- und Amateurfunk genutzt.
Im Eigentum der Deutsche Funkturm befinden sich rund 36.200 Antennenstandorte in Deutschland (2026). Hierzu gehören Türme, Masten, Dachstandorte sowie Small Cells. Zu den bekanntesten Fernmeldetürmen, deren Eigentümerin die Deutsche Funkturm ist, zählen der Berliner Fernsehturm, der Heinrich-Hertz-Turm in Hamburg, der Colonius in Köln und der Europaturm in Frankfurt am Main. Einige bekannte Fernmeldetürme, wie beispielsweise der Düsseldorfer Fernsehturm, sind nicht im alleinigen Eigentum der Deutsche Funkturm, werden aber im Bereich der technischen Sendeanlagen durch diese betrieben.
Bei dem Ausbau von Mobilfunknetzen wie 5G oder LTE ist die Deutsche Funkturm als Betreiber von Mobilfunkinfrastruktur involviert. Dabei identifiziert die Deutsche Funkturm Grundstücke und Gebäude, die sich für Antennenstandorte eignen. Sie mietet oder kauft diese Dächer und Freiflächen aus öffentlicher Hand sowie von gewerblichen und privaten Immobilien- und Grundstückseigentümern. Beispielhaft beschlossen 2021 die Stadt Saarbrücken und die Deutsche Funkturm ihre Zusammenarbeit bei der Feststellung und Bekämpfung von Netzversorgungslücken.
Die Deutsche Funkturm beschäftigte im Jahr 2025 rund 800 Mitarbeiter, von denen viele bei der Gründung von der DeTeImmobilien und von T-Mobile übernommen wurden. Die Unternehmenszentrale befindet sich in Leverkusen; daneben unterhält das Unternehmen zwei sogenannte Hub-Standorte in Schönefeld und Pullach. Weitere Niederlassungen bestehen in Hamburg, Hannover, Münster, Dortmund, Leipzig, Frankfurt am Main, Nürnberg und Stuttgart. Seit 2025 besteht die Deutsche Funkturm aus vier Einzelgesellschaften:
Aufgrund einer Förderverfügung des Postministers standen nach dem Zweiten Weltkrieg Funkamateuren des damaligen Verbands der Funkamateure der Deutschen Bundespost (VFDB) u. a. Standorte auf den Fernmeldetürmen für automatische Amateurfunkstationen zur Verfügung. Auch nach der Privatisierung der Deutschen Bundespost stellten DeTeImmo und später Deutsche Funkturm den Funkamateuren im VFDB diese exponierten Standorte auf den Türmen weiterhin zur Verfügung – wenn auch nicht mehr kostenlos.
Somit stehen dem Amateurfunkdienst in Deutschland bis heute diese Standorte zur Verfügung und bilden das „Rückgrat“ für das private, nicht kommerzielle und von Funkamateuren betriebene Packet-Radio-, Relais- und Notfunknetz. Seit dem 1. Mai 2007 gelten neue Rahmenbedingungen für automatische Amateurfunkstellen des VFDB an Deutsche-Funkturm-Standorten. Die Einschränkung auf maximal 100 Watt Leistungsaufnahme und maximal vier Antennen an einem Standort bedeutet einen massiven Einschnitt in den Betrieb von automatisch arbeitenden Amateurfunkstellen.
Da die Errichtung von Mobilfunkanlagen in Teilen der Öffentlichkeit auf Widerstand stößt, ist das Unternehmen regelmäßig an Gerichtsverfahren beteiligt. Die Deutsche Funkturm tritt in solchen Verfahren in unterschiedlichen Rollen auf. Sie klagt vor Verwaltungsgerichten, wenn Gemeinden Bauanträge ablehnen. Vor Zivilgerichten ist sie Beklagte, beispielsweise bei nachbarrechtlichen Abwehransprüchen. In verwaltungsgerichtlichen Verfahren kann sie außerdem Beigeladene sein, wenn Nachbarn gegen erteilte Baugenehmigungen vorgehen.
Koordinaten: 51° 58′ 54″ N, 7° 38′ 14″ O