| DHL Express | |
|---|---|
| Rechtsform | Unternehmensbereich der DHL AG |
| Gründung | 1969 |
| Sitz | Bonn, |
| Leitung | John Pearson |
| Mitarbeiterzahl | rund 111,000 |
| Umsatz | €24,43 Milliarden (2025) |
| Branche | Logistik |
| Website | www.dhl.com/de-de/home/express.html |
| Stand: 2025 | |


DHL Express ist ein internationaler Kurier, Express- und Paketdienstleister und eine Tochtergesellschaft des deutschen Logistikkonzerns DHL AG. Gegründet wurde das Unternehmen 1969 in San Francisco von Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn; die Anfangsbuchstaben der Nachnamen ergeben den Unternehmensnamen.
Seit der vollständigen Übernahme durch den deutschen Mutterkonzern im Jahr 2002 bildet die Sparte das internationale Expressnetzwerk für eilige Waren und Dokumente des Konzerns ab und betreibt unter dem Dach von DHL Aviation eigene Frachtfluggesellschaften sowie globale Luftfrachtdrehkreuze.

Die Gründer von DHL brachten 1969 Frachtpapiere von Schiffen per Flugzeug von San Francisco nach Honolulu. Die Verzollung der entsprechenden Schiffsladungen konnte so vor dem tatsächlichen Eintreffen der Schiffe beginnen. Die Geschäftsidee, die Warenbegleitpapiere vor dem eigentlichen Warentransport zu versenden, begründete den Erfolg dieses Expressdienstes.
Das Unternehmen expandiert seit den 1990er Jahren, zu Beginn in die Nachbarstaaten Kanada und Mexiko, später dann auch nach Europa. Zum Ende des Jahres 2001, vor der Übernahme durch die Deutsche Post, betrat DHL erstmals den deutschen Markt und eröffnete zwei Packstationen in Dortmund und Mainz.
Nachdem 1995 die Deutsche Bundespost privatisiert und damit zur Deutschen Post AG geworden war, begann das Unternehmen, international zu expandieren. Im Jahr 2002 übernahm es den US-amerikanischen Konzern DHL Worldwide Express und mit ihm die DHL Aviation. Nach der Übernahme wurden die Marken DHL Worldwide Express und Deutsche Post EuroExpress zu einer gemeinsamen Marke DHL Express zusammengefasst. Das ursprünglich weinrote Logo auf weißem Grund der ehemaligen DHL Worldwide Express wurde durch ein hellrotes Logo auf gelbem Grund mit stärkerer Kursivsetzung und schmaleren Streifen, passend zum Corporate Design der Deutschen Post, ersetzt. Seit 2004 tritt die internationale Geschäftspost der Deutschen Post als DHL Globalmail auf und ist damit das fünfte Geschäftsfeld unter dem gelb-roten DHL-Logo.
Unter dem Namen DHL Aviation unterhält DHL weiterhin eine Tochtergesellschaft mit Sitz in Brüssel, die entsprechende Lufttransportkapazitäten bereitstellt, bzw. Tochtergesellschaften wie die DHL Air UK in Großbritannien oder die DHL Aero Expreso in Südamerika. Außerdem unterhält DHL unter dem Namen European Air Transport Leipzig eine früher von DHL Worldwide Express betriebene eigene Frachtfluggesellschaft mit Sitz in Schkeuditz.
2008 wurde das europäische Luftfrachtdrehkreuz vom Flughafen Brüssel-Zaventem zum Flughafen Leipzig/Halle verlagert, womit dieser das dritte global operierende DHL-Drehkreuz neben dem Hong Kong International Airport in China und dem Flughafen Cincinnati in den Vereinigten Staaten von Amerika wurde.
Im Sommer 2008 sorgte DHL in den USA mit der Absicht, ihr defizitäres Lufttransport-Geschäft in den USA an den Konkurrenten UPS mit der Tochtergesellschaft UPS Airlines abtreten zu wollen, für Schlagzeilen. Damit gerieten DHL und ihre Konzernmutter, die Deutsche Post AG, 2008 auch in den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf. Mindestens 10.000 Arbeitsplätze, vor allem im Bundesstaat Ohio, standen auf der Kippe.
2010 nahm die Frachtfluggesellschaft European Air Transport Leipzig mit Sitz in Schkeuditz den Betrieb auf. Sie leistet den Hauptanteil der vom Flughafen Leipzig/Halle ausgehenden DHL-Frachtflüge, während die 2009 zusammen mit Lufthansa Cargo gegründete Frachtfluggesellschaft AeroLogic einen Teil der Langstreckenflüge übernimmt.
DHL Express ist einer der fünf Unternehmensbereiche der DHL AG. Der Unternehmensbereich bietet Expressdienstleistungen für den schnellen, insbesondere grenzüberschreitenden Transport von Dokumenten und Warensendungen an Geschäftskunden (B2B) und private Empfänger (B2C). Der Schwerpunkt liegt auf zeitdefinierten internationalen Sendungen.
Bis zum September 2018 wurden 27 Länder in das DHL Parcel Europe Netzwerk integriert, darunter auch die Schweiz.
Im Juni 2019 eröffnete DHL Express Austria am Flughafen Linz in Hörsching ihr größtes österreichisches Paketlogistikzentrum. Anfang 2019 gab DHL seinen überraschenden Rückzug aus Österreich bekannt, dadurch wurde die DHL Paket Austria mitsamt ihren Immobilien an die Österreichische Post verkauft, die auch seit dem 1. August 2019 die Zustellung von DHL-Standardpaketen in Österreich übernimmt.



Die DHL AG besitzt fünf Airline-Tochtergesellschaften, die für DHL Express tätig sind. Sie verfügt über 250 Flugzeuge und weitere 21 Flugzeuge auf Bestellung, die zusammen als DHL Aviation bezeichnet werden:
DHL Express ist zudem gleichberechtigter Partner einer sechsten Fluggesellschaft, die für DHL Express tätig ist:
Das ZDF-Magazin WISO berichtete in seiner Sendung vom 31. Oktober 2011 von Lohndumping bzw. von einseitig für den Zusteller nachteiligen Vergütungssystemen. Durch unangemessen hohe Arbeitsbelastung seien die Zusteller zu langer Arbeitszeit von bis zu 14 Stunden täglich gezwungen. Wie auch bei anderen Paketdiensten üblich, vergibt die DHL einen Teil ihrer Zustellung an Subunternehmer („Service-Partner“). Diese beschäftigen wiederum teils selbständige Zusteller. In manchen Großstädten wie beispielsweise München führte dies zeitweise zu erheblichen Ausfällen bei der Zustellung; die Pakete mussten von den Empfängern regelmäßig in den Filialen abgeholt werden.
Im Jahr 2011 arbeitete der Journalist Reinhard Schädler für eine NDR-Dokumentation drei Wochen Undercover als Paketsklave in der Reihe 45 Min unter einem Pseudonym für einen Service-Partner von DHL in Hamburg. Der Film übt massive Kritik an den Arbeitsverhältnissen der Zusteller. Nach der Folgeausgabe 45 Min: Immer noch ausgebeutet – Die Paketsklaven trennte sich DHL von dem Subunternehmer zum 31. März 2012 für die entsprechenden Bezirke in Hamburg.
Günter Wallraff prangerte die Arbeitsbedingungen bei Paketdiensten im Jahr 2014 in Die Lastenträger an. Diese Thematik wurde auch in der Sendung Neo Magazin Royale im Jahr 2018 behandelt, welche explizit auf das Subunternehmer-Modell einging.
Im Jahr 2004 bewertete die Stiftung Warentest den Paketdienst mit „befriedigend“; kritisiert wurden Preisgestaltung und umständliche AGB. Der Test wurde 2010 wiederholt mit dem gleichen Ergebnis, allerdings soll die Laufzeit der Pakete verkürzt worden sein. Im Jahr 2014 wurde DHL bei der nächsten Wiederholung Testsieger.
Wie Der Spiegel im Juni 2021 berichtete, beschlagnahmten Steuerfahnder bei der italienischen Landesgesellschaft des Logistikkonzerns mehr als 20 Millionen Euro. Der Vorwurf laute auf Steuerbetrug im großen Stil. Durch ein Konstrukt von Subunternehmen, fiktiven Arbeitsverträgen und nicht existierenden Rechnungen seien Mehrwertsteuer und Sozialversicherungsbeiträge nicht abgeführt worden. DHL, obwohl namentlich nicht erwähnt, habe die Ermittlungen bestätigt und erklärt, mit den Staatsanwaltschaften zu kooperieren.
Im Juli 2025 kritisierte die Gewerkschaft Verdi den Abbau von 8.000 Arbeitsplätzen im selben Jahr wegen dadurch erhöhten Arbeitspensums für die Zusteller sowie bereits existierenden Personalmangels. In einigen Regionen seien die Zustellquoten über Wochen hinweg „unterirdisch schlecht“ gewesen.
Seit 2004 ist DHL offizieller Logistikpartner der Formel 1. Darüber hinaus sponsert das Unternehmen den DHL Fastest Lap Award und würdigt damit den Fahrer, der während der Weltmeisterschaft der FIA am häufigsten die schnellste Rundenzeit aufstellt. Zuvor war DHL zwischen 2000 und 2002 Hauptsponsor des Rennstalls Jordan und des Großen Preises der Türkei 2011.
Ab der Saison 2011/12 trug der englische Fußballclub Manchester United auf der Trainingsbekleidung das Logo von DHL und erhielt dafür bis 2015 etwa 45 Millionen Euro.
Seit 2003 unterstützt DHL die Surf Life Saving Australia, seit 2006 die Büros des Amtes der Vereinten Nationen für die Koordination humanitärer Angelegenheiten (OCHA) mit Disaster Response Teams zur logistischen Abwicklung von Hilfsgütern in den Bestimmungsflughäfen. Die Partnerschaft mit den Vereinten Nationen umfasst auch das Schulungsprogramm „Get Airports Ready for Disaster“ (GARD). Es wurde gemeinsam mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) im Jahr 2009 gestartet und bereitet das Flughafenpersonal und Mitarbeiter von Katastrophenschutzbehörden auf die logistischen Herausforderungen nach einem Katastrophenfall vor.
Im Bereich Bildungsförderung besteht seit mehreren Jahren eine Partnerschaft mit Teach For All sowie mit den SOS-Kinderdörfern.
Koordinaten: 50° 42′ 54,9″ N, 7° 7′ 48,3″ O