DSV-Sattelauflieger auf Güterzügen nördlich von Rødekro
Unternehmensgeschichte
DSV wurde 1976 von Leif Tullberg und neun unabhängigen Spediteuren unter dem vollständigen Namen „DSV, De Sammensluttede Vognmænd af 13-7 1976 A/S“ (dänisch für „Die zusammengeschlossenen Fuhrmänner des 13. Juli 1976“) gegründet. Eigentlich war der Zusammenschluss lediglich dazu gedacht, als Fuhrunternehmen im Auftrag der beteiligten Spediteure zu fungieren. Dies änderte sich 1989, als DSV durch den Zukauf zweier konkurrierender Exportunternehmen – Borup Autotransport A/S und Hammerbro A/S – auf den internationalen Markt expandierte. Dabei verfolgt das Unternehmen ein Asset Light Business Model: Die tatsächlichen Transportvorgänge führen externe Dienstleister durch, DSV selbst besitzt weder Schiffe noch Flugzeuge und nur eine begrenzte Anzahl an Lastkraftwagen.
Ab den späten 1990er Jahren begann DSV durch Beteiligungen an anderen Unternehmen, vor allem aber durch Kauf von Konkurrenten, seine Marktposition stetig auszubauen. Der Zukauf von Samson Transport Co. A/S verdreifachte 1997 die Transport- und Logistikaktivitäten von DSV. Eine weitere Vervierfachung wurde durch den Erwerb von DFDS Dan Transport Group A/S im Jahr 2000 generiert, womit sich DSV im weltumspannenden Marktumfeld etablierte. 2001 führte DSV eine Gliederung in drei Unternehmensbereiche für Landtransporte, Luft- und Seefracht sowie Lieferketten- und Lagerlogistik ein, wobei die Transportaktivitäten weiterhin unter dem nach der Übernahme von DFDS Dan Transport Group A/S verwendeten Namen DFDS Transport firmierten. Das Hauptunternehmen behielt weiterhin seinen ursprünglichen Namen, bis dieser 2003 offiziell auf „DSV A/S“ verkürzt wurde.
2005 integrierte DSV das Bremer Logistikunternehmen J.H. Bachmann in seine Luft- und Seefrachtsparte. Im selben Jahr wechselte Leif Tullberg in den Aufsichtsrat. Damit wurde Kurt K. Larsen, der im Zuge des Zusammenschlusses mit Borup Auto Transport im Jahre 1989 zu DSV kam und seitdem gemeinsam mit Tullberg als CEO fungierte, alleiniger Unternehmensleiter. Mit dem Erwerb von Koninklijke Frans Maas Groep N.V. wurde DSV 2006 die drittgrößte Transportfirma mit einem eigenen Straßentransportnetzwerk in Europa. Um dem Zuwachs Rechnung zu tragen und eine logische Verbindung mit dem Hauptunternehmen herzustellen, wurde 2007 die Bezeichnung DFDS Transport fallengelassen. Die Sparten des Unternehmens lauten seitdem DSV Road, DSV Air & Sea und DSV Solutions. 2008 wurde der Leiter der Straßentransportsparte Jens Bjørn Andersen zum CEO berufen, während Kurt K. Larsen den Vorsitz im Aufsichtsrat übernahm.
DSV ist weiterhin bestrebt, seine Geschäftsfelder durch Zukäufe zu erweitern, um ein weltumspannendes Logistiknetzwerk aufzubauen. 2015 verlegte das Unternehmen seine Firmenzentrale von Brøndby ins wenige Kilometer entfernte Hedehusene.
2016 übernahm DSV den weltweit tätigen Logistikdienstleister UTi Worldwide, der rund 23.000 Mitarbeiter in 58 Ländern beschäftigte. Hierdurch verdoppelte sich die Belegschaft des Unternehmens und DSV wurde hinsichtlich des Unternehmensumsatzes hinter DHL, Kühne + Nagel, Schenker und C. H. Robinson zum fünftgrößten Transport- und Logistikunternehmen der Welt. 2017 besaß DSV einen Marktanteil von rund 2%. Im Mai 2021 übernahm DSV für 4,2 Mrd. Dollar die Logistiksparte des kuwaitischen Frachtunternehmens Agility Logistics und wird damit das drittgrößte Frachtunternehmen der Welt.
Im September 2024 wurde bekannt, dass DSV die Logistiksparte der Deutschen Bahn, die Schenker AG, für rund 14 Mrd. Euro übernehmen werde. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn stimmte der Transaktion im Oktober 2024 zu; am 30. April 2025 wurde der Verkauf vollzogen.
Bedeutende Zukäufe
1989: Mit dem Erwerb von Borup Auto Transport A/S und Hammerbro A/S expandiert DSV über Dänemark hinaus.
1997: Der Kauf von Samson Transport Co. A/S verdreifacht die Logistikaktivitäten.
2000: Der Erwerb von DFDS Dan Transport Group A/S erweitert die Straßenaktivitäten in Nord-Europa und etabliert DSV mit Luftverbindungen in den USA, in Asien und im Pazifikraum als international tätiges Logistikunternehmen.
2005: Durch die Integration von J.H. Bachmann stärkt DSV seine Luft- und Seefrachtaktivitäten.
2006: Mit Kauf der niederländischen Koninklijke Frans Maas Groep N.V. erweitert DSV sein Straßennetzwerk über Skandinavien hinaus auf ganz Europa.
2008: Der Erwerb von ABX Logistics stärkt die Marktposition von DSV in Europa.
2012: Nachdem DSV zur Etablierung des Logistiknetzwerks in Südamerika 2009 ein Joint Venture mit der INKAS Group of Companies einging, kauft DSV die übrigen 60% auf und wird alleiniger Eigner der DSV-GL Latin America S.A.
2016: Die Integration von UTi Worldwide macht DSV zum fünftgrößten Logistikunternehmen der Welt.
2019: Akquisition des schweizerischen Transport- und Logistikdienstleisters Panalpina (umgesetzt, nachdem es anfangs am Widerstand des Panalpina-Großaktionärs Ernst Göhner Stiftung zu scheitern drohte)
2021: Übernahme der Logistiksparte der kuwaitischen Agility Logistics.
↑DSV Management.Board of Directors – Committee members – Executive Board – Group Executive Committee.In:dsv.com.DSV A/S,abgerufen am 1.April 2025(englisch,siehe unter Board of Directors, Executive Board).
↑DSV und Schenker haben ihre Kräfte offiziell vereint.Am 30. April 2025 haben sich DSV und Schenker offiziell zusammengeschlossen und bilden damit ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Transport und Logistik.In:dsv.com.DSV Air & Sea Germany GmbH,30.April 2025,abgerufen am 20.Mai 2025(vor der Übernahme von DB Schenker am 30. April 2025 war die Mitarbeiterzahl 73.577 [Stand 2023]):„Durch die Übernahme kommen fast 160.000 Mitarbeitende in über 90 Ländern zusammen, […]“
↑2009 Annual Report.(PDF; 1,9MB)DSV A/S,4.März 2010,S.74,archiviertvomOriginalam28.Januar 2016;abgerufen am 16.September 2024(englisch):„The company operated as a cartage department for the owners and only handled contracting haulage and deliveries.“
↑2013 Annual Report.(PDF; 5,61MB)DSV A/S,6.Februar 2014,S.4,archiviertvomOriginalam20.Juli 2018;abgerufen am 16.September 2024(englisch):„We have an asset light business model. The actual transport operations are outsourced and we do not own any ships, planes and only a limited number of trucks and trailers.“
↑The history behind the DSV name.DSV A/S,archiviertvomOriginalam6.Juli 2017;abgerufen am 16.September 2024(englisch):„In 2003 the parent company shortened its name to DSV A/S, and in 2007 the activities went through a name change from DFDS Transport to DSV. This step was taken in order to mark a new and joint beginning after the acquisition of Frans Maas in 2006. Furthermore, it minimizes confusion and creates a more logical association between the name of the parent company and its activities.“
↑E. H. Arndt:„Wir sind DSV, aber da ist Bachmann drin“. In: Logistics Pilot – Magazin für Wirtschaft und Transport. Nr.1, 1.Februar 2007, ISSN2195-8548, S.24ff. (transportpress.de[PDF; 168kB] auch bekannt als „Logistics Pilot – Magazin für Häfen, Schifffahrt und Logistik“).
↑Logistiker DSV will nach Vaihingen.Vaihinger Kreiszeitung,26.Oktober 2007,archiviertvomOriginalam28.Januar 2016;abgerufen am 28.Januar 2016:„In der DSV Road-Gesellschaft sind die internationale Speditionen Erwin Steinle (Schwieberdingen), Transitas (Kehl) und Frans Maas Deutschland aufgegangen. Der Schwieberdinger Standort firmiert unter dem Namen DSV Stuttgart GmbH & Co. KG.“
12Impressum – Austria.In:docs.dsv.com.DSV A/S,abgerufen am 20.März 2025(Büroverzeichnis für Österreich).
12Austria.Home → Austria.In:dsv.com.DSV A/S,abgerufen am 20.März 2025(englisch,Niederlassungen und Büros in Österreich).
12DSV in Switzerland.Home → About DSV → DSV in Switzerland.In:dsv.com.DSV A/S,abgerufen am 1.April 2025(englisch).