DVB-I (Abkürzung für englisch Digital Video Broadcasting – Internet; deutsch etwa „Digitales Internetfernsehen“) ist ein offener Standard der DVB-Projektgruppe, der die Bereitstellung von linearem Fernsehen über das Internet (IP) ermöglicht. Ziel ist es, internetbasierte Fernsehdienste mit der gleichen Benutzerfreundlichkeit, Zuverlässigkeit und Funktionalität wie klassische Rundfunkdienste (z. B. DVB-T2, DVB-S2, DVB-C) bereitzustellen, unabhängig davon, ob der Empfang über ein Breitbandnetz oder ein Mobilfunknetz erfolgt.
Die Entwicklung von DVB-I erfolgte als Reaktion auf die zunehmende Relevanz des Konsums von internetbasierten Medien. Die Spezifikation wurde im November 2019 seitens des DVB-Projekts publiziert. Das Ziel bestand darin, einen interoperablen Standard für Fernsehübertragungen über IP-basierte Netzwerke zu schaffen, um fragmentierte proprietäre OTT-Lösungen zu vermeiden und hybride Empfangsgeräte zu unterstützen.
Die erste öffentlich zugängliche Version der Spezifikation wurde als DVB BlueBook A177 publiziert und später in die ETSI-Norm EN 303 770 überführt.
DVB-I definiert kein neues Übertragungsprotokoll, sondern basiert auf bestehenden IP-Technologien. Der Standard beschreibt vor allem:
Verschiedene Pilotprojekte in Europa und Asien testen DVB-I in realen Umgebungen. In Deutschland erprobt die Initiative "DVB-I Germany" unter Leitung von ARD, ZDF, RTL Group und weiteren Partnern seit 2023 eine DVB-I-Plattform, die öffentlich-rechtliche und private Programme über IP in einer einheitlichen Liste bereitstellt. Am 28. Mai 2025 wurde das Lastenheft für DVB-I veröffentlicht.
Auch in Italien (RAI), Großbritannien (DTG) und Südkorea laufen Testläufe und Feldversuche.
Im Gegensatz zu proprietären OTT-Plattformen wie Zattoo, waipu.tv oder Joyn stellt DVB-I eine offene, standardisierte Schnittstelle bereit. Die Diensteanbieter behalten dabei die Kontrolle über Inhalte und Metadaten, während Endgerätehersteller auf standardisierte Dienstlisten zugreifen können.
DVB-I ist komplementär zu anderen DVB-Standards und wurde so entwickelt, dass es sich nahtlos in hybride Empfangsgeräte integrieren lässt, die z. B. sowohl DVB-T2 als auch IP unterstützen. Der Fokus liegt auf Interoperabilität, Erweiterbarkeit und Zukunftssicherheit.
Einige Herausforderungen bei der Implementierung von DVB-I sind: