

Als Pfette oder Dachpfette bezeichnet man in einer Dachkonstruktion den Träger, der in Längsrichtung parallel zur Traufe und First eines Gebäudes auf Giebelwänden, Querzwischenwänden, Pfosten und Drempel aufliegt. Die Pfette hat einen rechteckigen Querschnitt und wird grundsätzlich hochkant eingebaut. Sie liegt als Fußpfette auf dem Drempel, als Mittelpfette auf Giebelwänden, Querzwischenwänden und Pfosten und als Firstpfette auf Pfosten mit Kopfbändern. Die Pfette trägt den Sparren, der mit einer Kerve oder einem Sattel aufsitzt und die Dachhaut trägt.
Im Fachwerkbau wird auch das Rähm als Pfette bezeichnet.
Der Begriff Pfette ist seit dem 14. Jahrhundert überliefert und aus dem mittellateinischen patena (= Firstbaum) entlehnt.

Die Firstpfette befindet sich unter dem Dachfirst und trägt ihre Lasten über Stützen, Wände oder Dachbinder eines liegenden oder stehenden Dachstuhls ab.
Mittelpfetten, auch Zwischenpfetten, werden bei Pfettendächern als Vollholz-Konstruktion traditionell eingesetzt, wenn ihre größte Spannweite (z. B. Zweifeldträger) nicht mehr als 4,5 Meter beträgt.
Die Fußpfette (oder Wandpfette) liegt in der Regel im Fußbereich eines Dachs auf einer Geschossdecke oder einem Drempel. Wenn sie vollflächig auf der Außenwand aufliegt, wird sie auch als Fußschwelle oder Mauerlatte bezeichnet und kann schwächer dimensioniert werden als die anderen Pfetten.
In Vollholz-Konstruktionen kommen wegen der üblichen Schnittholzlängen (6 m bis 7 m, maximal 9 m) häufig Zweifeldträger zur Ausführung. Bei größerer Dachlänge werden Zweifeldträger aneinandergekoppelt oder Gelenkträger (Gerberträger) ausgeführt.
Mit üblichen Schnittholz-Abmessungen werden traditionell Stützweiten von 4,5 m bis 5,5 m vorgesehen. Bei längerer Stützweite (oder hoher Schneelast) können auch Brettschichtholz-, Wellsteg- oder Fachwerkträger sowie Stahlprofile oder durch Stahlprofile verstärkte Holzquerschnitte als Einfeld- oder Durchlaufträger wirtschaftlich eingesetzt werden.

Besonders im 19. Jahrhundert (u. a. im Schweizerstil) wurden die Balkenköpfe der außen am Giebel sichtbar auskragenden Pfetten mit verzierenden Profilen versehen.