Das im Erlanger Albvorland gelegene Dorf befindet sich etwa eineinhalb Kilometer nordwestlich von Igensdorf auf 344mü.NHN.
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung von Dachstadt war 1313 als „Dachstet“. Eine Verbindung zu dem Personennamen Dago wie Dagobert ist eher unwahrscheinlich. Im Jahr 1516 wurde der Ort als „Dachstetten“ bezeichnet und im folgenden Jahr als „Dachstatt“.
Im Spätmittelalter gelangte Dachstadt in den Besitz der Reichsstadt Nürnberg und gehörte damit zur sogenannten Alten Landschaft des nürnbergischen Landgebietes. Die Hochgerichtsbarkeit übte bis zum Beginn des 19.Jahrhunderts das Pflegamt Hiltpoltstein aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das ebenfalls nürnbergische Pflegamt Gräfenberg inne. Eine tiefgreifende Veränderung für Dachstadt ergab sich im Jahr 1806, als die Reichsstadt Nürnberg unter Bruch der Reichsverfassung vom Königreich Bayern annektiert wurde. Zusammen mit dem verbliebenen reichsstädtischen Landgebiet wurde Dachstadt bayerisch.
Durch die Verwaltungsreformen zu Beginn des 19.Jahrhunderts im Königreich Bayern wurde Dachstadt mit dem Zweiten Gemeindeedikt im Jahr 1818 eine Ruralgemeinde, zu der das Dorf Letten und die beiden damaligen Einöden Bodengrub und Lettenmühle gehörten. Mit der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Dachstadt am 1. Januar 1972 nach Igensdorf eingemeindet.
Verkehr
Die Anbindung an das öffentliche Straßennetz wird durch die Staatsstraße St2236 hergestellt, die aus dem Südosten von Igensdorf kommend in nordwestlicher Richtung nach Walkersbrunn weiterführt. Von dieser zweigt in Dachstadt eine Gemeindeverbindungsstraße ab, die durch die beiden Nachbarorte Lettemmühle und Letten zu dem etwa einen Kilometer entfernten Bodengrub führt, wo sie als Sackgasse endet.
Baudenkmäler
In Dachstadt befinden sich drei Bauernhäuser und zwei Scheunen als denkmalgeschützte Bauwerke.
Herbert Maas:Mausgesees und Ochsenschenkel: kleine nordbayerische Ortsnamenkunde. 3. Auflage. Verlag Nürnberger Presse, Nürnberg 1995, ISBN 3-920701-94-1, S.51.
Fritz Fink:Wanderung durch die Vergangenheit des Schwabachtales– Die Landschaft zwischen Erlangen und Gräfenberg. Selbstverlag, Eschenau 1999, ISBN 3-00-004988-6.
Eckhardt Pfeiffer (Hrsg.):Nürnberger Land. 3. Auflage. Karl Pfeiffer’s Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993, ISBN 3-9800386-5-3.
Max Spindler, Andreas Kraus (Hrsg.):Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts (=Handbuch der bayerischen Geschichte. III, 1). 3. Auflage. C. H. Beck, München 1997, ISBN 3-406-39451-5.
↑Herbert Maas:Mausgesees und Ochsenschenkel. Kleine nordbayerische Ortsnamenkunde. S.51.
↑Fritz Fink:Wanderung durch die Vergangenheit des Schwabachtales– Die Landschaft zwischen Erlangen und Gräfenberg. Selbstverlag, Eschenau 1999, ISBN 3-00-004988-6, S.137.
↑Eckhardt Pfeiffer (Hrsg.):Nürnberger Land. 3. Auflage. Karl Pfeiffer’s Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993, ISBN 3-9800386-5-3, S.118.
↑Max Spindler, Andreas Kraus (Hrsg.):Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts (=Handbuch der bayerischen Geschichte. III, 1). 3. Auflage. C. H. Beck, München 1997, ISBN 3-406-39451-5, S.528.