Daleiden

Wappen Deutschlandkarte
Daleiden
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Daleiden hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 4′ N, 6° 11′ OKoordinaten: 50° 4′ N, 6° 11′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Arzfeld
Höhe: 452 m ü. NHN
Fläche: 15,59 km²
Einwohner: 916 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54689
Vorwahl: 06550
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 213
Adresse der Verbandsverwaltung: Luxemburger Straße 6
54687 Arzfeld
Website: www.daleiden.de
Ortsbürgermeister: Herbert Maus
Lage der Ortsgemeinde Daleiden im Eifelkreis Bitburg-Prüm
KarteBitburgAuw bei PrümRoth bei PrümOlzheimNeuendorfKleinlangenfeldSchwirzheimBüdesheimWallersheimFleringenWeinsheimGondenbrettSellerichBuchetOberlascheidBleialfMützenichWinterscheidWinterspeltGroßlangenfeldBrandscheidPrümRommersheimGiesdorfHersdorfSeiwerathSchöneckenOberlauchNiederlauchOrlenbachWinringenDingdorfWatzerathPittenbachPronsfeldHabscheidMasthornHeckhuscheidMatzerathHeisdorfNimsreulandLaselWawernFeuerscheidNimshuscheidLützkampenGroßkampenbergKesfeldÜttfeldEuscheidStrickscheidLünebachLierfeldEilscheidDackscheidMerlscheidPintesfeldKinzenburgWaxweilerManderscheidLichtenbornArzfeldIrrhausenReiffSengerichLeidenbornHerzfeldEschfeldRoscheidHarspeltSevenig (Our)DahnenReipeldingenDaleidenDasburgPreischeidOlmscheidJuckenKickeshausenLauperathKrautscheidOberpierscheidNiederpierscheidLascheidHargartenLambertsbergMauelPlütscheidBurbachBalesfeldNeuheilenbachNeidenbachUschZendscheidSteinbornSankt ThomasMalbergweichMalberg (Eifel)KyllburgweilerSeinsfeldOberkailGransdorfGindorfPickließemOrsfeldKyllburgEtteldorfWilseckerBademSefferweichSeffernSchleidHeilenbachEhlenzOberweilerBickendorfNattenheimFließemRittersdorf (Eifel)LießemNiederweilerBiersdorf am SeeWiersdorfWißmannsdorfHamm (Eifel)EchtershausenBrechtFeilsdorfHütterscheidBaustertBrimingenMülbachOberweisBettingen (Eifel)OlsdorfWettlingenStockemHalsdorfEnzenDudeldorfGondorfMetterichHüttingen an der KyllRöhlScharfbilligSülmDahlemTrimportIdenheimIdesheimMeckelEßlingenOberstedemNiederstedemWolsfeldDockendorfIngendorfMesserichBirtlingenAltscheidBerkothNusbaumBiesdorfKruchtenHommerdingenHüttingen bei LahrMettendorfNiehlBurgLahrGeichlingenKörperichRoth an der OurGentingenAmmeldingen an der OurBerscheidBaulerWaldhof-FalkensteinKeppeshausenRodershausenGemündSevenig bei NeuerburgAfflerDauwelshausenScheitenkorbNasingenMuxerathObergecklerSinspeltNiederradenKoxhausenHerbstmühleKarlshausenZweifelscheidLeimbachEmmelbaumAmmeldingen bei NeuerburgHeilbachUppershausenPlascheidHüttenNeuerburgScheuernFischbach-OberradenUtscheidWeidingenÜbereisenbachWallendorfBollendorfEchternacherbrückErnzenFerschweilerMindenMenningenEisenachGilzemKaschenbachNiederweisIrrelPrümzurlayAlsdorfHolsthumPeffingenSchankweilerSpangdahlemHerforstBeilingenPhilippsheimSpeicher (Eifel)PreistOrenhofenAuw an der KyllHostenNordrhein-WestfalenBelgienLuxemburgTrierLandkreis Trier-SaarburgLandkreis VulkaneifelLandkreis Bernkastel-Wittlich
Karte

Daleiden ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Arzfeld an. Daleiden ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.

Geographie

Daleiden liegt im Islek in unmittelbarer Nähe (6,6 km) zur luxemburgischen Grenze. Der höchste Punkt befindet sich auf der hohen Hardt (505 m).

Zur Gemeinde gehören auch die Wohnplätze Bermichthof, Burtdell, Feder, Kalenbornerhof, Laarberg, Neuhof, Schwabert und Zinglersseif sowie die Weiler Bommert, Falkenauel, Zingent und Vor der Höh.

Geschichte

Die Geschichte Daleidens reicht bis weit ins frühe Mittelalter zurück.

Pfarrer Michael Bormann grub in den Jahren 1827 bis 1829 auf dem Flurstück „Auf der alten Kirche“, heute Bommert, einen Bau aus spätrömischer Zeit aus, der vermutlich während der Normannenstürme im 6. Jahrhundert verbrannte.

Vom 6. bis 10. Jahrhundert, während der Frankenzeit, gehörte Daleiden zur Abtei Prüm. Eine erste urkundliche Erwähnung erfolgte in deren Liber Aureas im Jahr 1060. Im Prümer Urbar von 1222 wurde Daleiden bereits als Urpfarrei, die bis Großkampenberg reichte und als Gerichtsstand, benannt.

Durch eine Schenkung des Klosters Prüm im Jahr 1248 gehörten die Pfarrei und der Oberhof Daleiden dem Grafen von Vianden. Dieser übergab sie zur Obhut an den dort ansässigen Trinitarierorden, welcher die Geschicke der Pfarrei bis 1794 verwaltete. Der Oberhofmeyer, der seinen Sitz in Daleiden hatte, vertrat die Interessen der Herrschaft Dasburg, die dem Grafen von Vianden (Teil des Herzogtums Luxemburg) unterstand und war gleichzeitig Gerichtsherr.

Ab 1331 gehörten zur Mutterpfarrei und der Meierei Daleiden die Orte Reipeldingen, Dahnen, Dasburg, Preischeid, Affler, Eisenbach und der Teil Irrhausens, der rechts der Irsen liegt. Nach dem Ausbruch der Pest 1636 waren von den 36 Häusern nur noch 13 bewohnt. An die vielen Verstorbenen erinnern mehrere Pestkreuze aus dieser Zeit.

Als die Gegend 1794 nach der Annexion der Österreichischen Niederlande, zu denen das Herzogtum Luxemburg gehörte, durch französische Revolutionstruppen besetzt wurde, wurde die Gemeinde Daleiden 1795 dem Kanton Arzfeld im Departement der Wälder zugewiesen. Es entstand großer Widerstand in der Bevölkerung, welcher in der Klöppelsschlacht bei Arzfeld am 30. Oktober 1798 endete. Mit Mistgabeln, Sensen und Dreschflegeln zogen Bauern aus der Gegend dem französischen Heer nach Arzfeld entgegen und erlitten eine schmerzliche Niederlage. Vier Daleidener mussten dabei ihr Leben lassen.

Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress wurde 1815 das vormals luxemburgische Gebiet östlich der Sauer und der Our dem Königreich Preußen zugesprochen. Unter der preußischen Verwaltung kam Daleiden 1816 zum neu errichteten Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier und wurde Sitz der Bürgermeisterei Daleiden, die bis 1971 Bestand hatte. 1843 bestand Daleiden aus 106 Häusern mit 645 Einwohnern. Alle Einwohner waren katholisch.

Auf Bestreben von Pfarrer Bungarten siedelte sich 1910 der Orden der Dominikanerinnen vom Arenberg in Daleiden an, um die kaum vorhandene medizinische Versorgung auf dem Land zu sichern. Die Schwestern unterhielten ein Krankenhaus mit Entbindungsstation, das im Rahmen der Krankenhausreform 1967 aufgelöst wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ort evakuiert und durch Kampfhandlungen stark zerstört. Das Kloster mit Krankenhaus wurde am 26. Januar 1945 durch einen Volltreffer zertrümmert. Da es zu dieser Zeit als Lazarett diente, fanden über 20 Menschen den Tod. Unmittelbar nach dem Krieg begann der Wiederaufbau.

Im Jahre 1926 wurde die Freiwillige Feuerwehr Daleiden gegründet, zuvor bestand bereits eine Pflichtfeuerwehr.

Die Gemeinde Daleiden wurde 1982 in dem vom Land ausgerufenen Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ zum schönsten Dorf von Rheinland-Pfalz gewählt.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Daleiden, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:

JahrEinwohner
1815464
1835764
1871830
1905744
1939761
1950731
1961700
JahrEinwohner
1970688
1987803
1997908
2005917
2011850
2017850

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Daleiden besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bis zur Wahl 2019 fand eine personalisierte Verhältniswahl statt, da mindestens zwei Wahlvorschlagslisten eingereicht wurden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

WahlSPDCDUFWLGesamt
2024per Mehrheitswahl12 Sitze
201914712 Sitze
2014–5712 Sitze
2009–5712 Sitze
200435412 Sitze
  • FWL = Freie Wählerliste Daleiden e. V.

Bürgermeister

Herbert Maus (Einzelbewerber / FWL) ist Ortsbürgermeister von Daleiden. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 74,5 % und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 76,6 % jeweils für fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.

Der Vorgänger von Maus, Walter Reichert (CDU), hatte das Amt seit 1999 ausgeübt.

Wappen

Wappen von Daleiden
Wappen von Daleiden
Blasonierung: „In neunmal von Silber und Blau geteiltem Schilde, belegt mit golden gekröntem, doppelschweifigem, rotem Löwen ein silberner Schildfuß mit schräg liegendem, rotem Bischofsstab mit Krümme nach unten, über silbernen Wellen.“
Wappenbegründung: Die ehemalige Landherrschaft über Daleiden war das Herzogtum Luxemburg, deshalb dessen Wappen hier im Schilde. Der Schildfuß zeigt ein Attribut des Pfarrpatrons, St. Willibrordus (Quelle unter einem Stab).

Das Wappen wurde vom Unkeler Bürgermeister a. D. Josef Decku entworfen. Der Ortsgemeinde Daleiden wurde am 4. Oktober 1967 die Genehmigung zur Führung eines Gemeindewappens durch das Ministerium des Inneren von Rheinland-Pfalz erteilt.

Sehenswürdigkeiten

Außenansicht des Friedhofdenkmals
Innenansicht des Friedhofdenkmals

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Daleiden

Naturschutz

Siehe auch: Liste der Naturschutzgebiete im Eifelkreis Bitburg-Prüm

In Daleiden geboren

Commons: Daleiden – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand 31. Dezember 2025 von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. 1 2 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2026. S. 94 (PDF; 1,9 MB).
  4. 1 2 Cf. Michael Bormann: Beitrag zur Geschichte der Ardennen. Theil 2. F. Lintz, Trier 1842.
  5. ↑ Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Hermann Behrend, Bonn 1898, S. 36.
  6. ↑ Georg Bärsch: Beschreibung des Regierungs-Bezirks Trier. Band 2. Lintz, Trier 1846, S. 63 (Google Books)
  7. ↑ Kreisfeuerwehrverband Bitburg-Prüm e.V. (Hrsg.): Die Feuerwehren des Kreises Bitburg-Prüm. 1997, S. 147.
  8. ↑ Bronja Kootz (Wahlleiterin): Bekanntmachung des Ergebnisses der Wahl zum Gemeinderat Daleiden am 9. Juni 2024. In: Islek aktuell VG Arzfeld, Ausgabe 26/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, 17. Juni 2024, abgerufen am 1. November 2026.
  9. ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  10. ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Arzfeld, Verbandsgemeinde, vierte Ergebniszeile. Abgerufen am 19. Dezember 2021.
  11. ↑ Daleiden, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 1. November 2026.
  12. ↑ Welche Ortsbürgermeister sich in der Verbandsgemeinde Arzfeld wieder zur Wahl stellen. Daleiden: Seit zehn Jahren ist Walter Reichert (CDU, 50) Ortsbürgermeister von Daleiden. In: Trierischer Volksfreund. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH, Trier, 9. Mai 2009, abgerufen am 19. Dezember 2021 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
  13. ↑ Wappen der Ortsgemeinde Daleiden (Memento vom 29. August 2018 im Internet Archive). In: Eifel aktuell – Bürgerzeitung für den Bereich der Verbandsgemeinde Arzfeld, Ausgabe 48/2010 vom 4. Dezember 2010, PDF.
  14. ↑ Rechtsverordnung über das Naturschutzgebiet „Ginsterheiden im Irsental bei Daleiden“. (PDF) Abgerufen am 22. November 2024.