| DANGO & DIENENTHAL Gruppe | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1865 |
| Sitz | Siegen, Deutschland |
| Leitung | Jens-Uwe Heitsch, Alexander Neff (Geschäftsführer, operative Leitung)
Rainer Dango, Jörg Dienenthal, Andreas Dango (Gesellschafter) |
| Mitarbeiterzahl | 878 |
| Umsatz | 160,5 Mio. EUR |
| Branche | Maschinenbau |
| Website | www.dango-dienenthal.com |
| Stand: 31. Dezember 2023 | |
Dango & Dienenthal ist ein deutsches Maschinenbauunternehmen mit Sitz in Siegen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung von Spezialmaschinen und Anlagen für die Metallurgie, das Schmelzen, Schmieden, sowie die Wärmebehandlung von Halbzeugen aus Stahl und Nichteisenmetallen spezialisiert hat. Zusätzlich ist Dango & Dienenthal auch im Bereich der Filtertechnik tätig und bietet Filtersysteme für Flüssigkeiten in verschiedenen Industriezweigen an. Das Unternehmen ist in fünfter Generation im Eigentum der Gründerfamilien.

Dango & Dienenthal wurde am 1. Juni 1865 von August Dango (1837–1924) und Louis Dienenthal (1838– 1906) in Siegen gegründet und begann als Buntmetall-Gießerei und Dreherei mit der Herstellung kleiner gegossener Metallarmaturen aus Bronze und Rotguss. Die offizielle Eintragung ins Gesellschaftsregister erfolgte am 16. Juli 1865. Im Jahr 1871 erhielt das Unternehmen seinen ersten Dampfkessel, was die Produktion größerer Armaturen sowie Eisen- und Maschinenguss ermöglichte. 1899/1900 wurde am Siegener Standort eine neue Gießerei errichtet.

Mit dem Ausscheiden der Gründer August Dango (1899) und Louis Dienenthal (1901) ging die Unternehmensführung an die zweite Generation über. Im Jahr 1936 erfolgte bei Dango & Dienenthal ein weiterer Generationenwechsel: Bernhard Dango (1902–1981) und Herbert Dienenthal (1904–1994) übernahmen die Geschäftsführung und wandelten das Unternehmen in eine Kommanditgesellschaft um. Der Fokus wurde verstärkt auf den Maschinenbau gelegt. Dango & Dienenthal lieferte kurz vor dem deutschen Angriff 1941 Großaufträge für die sowjetische Stahlindustrie aus.
In Siegen wurden 1938/39 Büroanbau und Sozialgebäude errichtet; die Belegschaft umfasste etwa 250 Personen. Trotz voller Auftragsbücher führte der Krieg ab 1939 zu Rohstoffmangel, Personalverlust durch Einberufungen und eingeschränktem Export. Das Unternehmen produzierte kriegswichtige Maschinen und beschäftigte in großem Umfang Zwangsarbeiter. Von 200 Beschäftigten 1944 waren 60 ausländische Zwangsarbeiter. Ein namentlich bekanntes Opfer war die 1921 in der UdSSR geborene und 1943 an Lungentuberkulose in Siegen verstorbene Anna Sahirna.
Im Jahr 1944 wurde das Werk von Dango & Dienenthal durch Luftangriffe weitgehend zerstört und war bei Kriegsende nahezu nicht mehr existent. Die Produktionsanlagen und das historische Wohnhaus der Gründerfamilie wurden vernichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Wiederaufbau unter Herbert Dienenthal und Bernhard Dango trotz eingeschränkter Produktionserlaubnis ab 1947.
In den 1950er und 1960er Jahren erfolgten Modernisierungen und Erweiterungen der Betriebsgebäude sowie die Einstellung der über hundertjährigen Blasformproduktion (1963–1965). In den 1960er und 1970er Jahren trat die vierte Generation beider Familien in das Unternehmen ein: Manfred Dango (* 1935) übernahm 1969 die Geschäftsführung, während Jörg Dienenthal (* 1943) 1973 ins Unternehmen eintrat. Beide verfügten über internationale Ausbildungserfahrungen, insbesondere in den USA und Großbritannien. Das Produktspektrum umfasste nun u. a. Stichlochstopf- und Bohrmaschinen, Hochofen-Horizontalmesssonden, Abschlackmaschinen, Chargier- und Stochergeräte sowie Manipulatoren und Werkzeugwechselsysteme.
Ab 1978 erfolgte eine organisatorische Trennung in eine Besitzgesellschaft (Dango & Dienenthal KG) und eine Betriebsgesellschaft (Dango & Dienenthal Maschinenbau GmbH). Im Stammwerk wurden Montagehalle und Büroflächen erweitert, um größere Maschinen bis 265 Tonnen zu fertigen. 1982 gründete das Unternehmen seine erste internationale Tochtergesellschaft in Südafrika, 1986 folgte eine weitere in den USA. 1990 wurde die Filtertechnik als eigenständige Tochtergesellschaft ausgegliedert.
1991 geriet Dango & Dienenthal kurzzeitig in die Kritik wegen eines Lieferauftrags an den Irak, konnte die Vorwürfe jedoch entkräften. Ab Ende der 1980er-Jahre wurde die Produktion mit Einführung von CAD und CNC-Technik schrittweise digitalisiert.
Ende der 1990er Jahre erfolgte die Gründung weiterer Tochtergesellschaften: 1998 eine Produktionsstätte in Indien mit ca. 25 Mitarbeitern, 1999 eine Vertriebs- und Servicegesellschaft in Japan. Zum Jahresbeginn 2001 übergab Manfred Dango die Geschäftsführung an seinen Sohn Rainer Dango (* 1963). 2009 kam Arno Dienenthal (* 1973) hinzu. Beide vertreten damit die 5. Generation des Unternehmens.
2003 erfolgte eine Kooperation mit dem luxemburgischen Unternehmen Paul Wurth. Aus dieser Zusammenarbeit entstand das Joint Venture Tapping Measuring Technology (TMT) mit Standorten in Siegen und Luxemburg. TMT ist seitdem Weltmarktführer im Bereich Abstichtechnologie. Die Fertigung erfolgt überwiegend bei Dango & Dienenthal in Siegen. Durch den Zukauf der Firma Kring Transfer Technologie (TWT Kring, heute Oventrop Energy & Network) im Jahr 2009 erweiterte TMT sein Geschäftsfeld, hält inzwischen jedoch keine Anteile mehr an dem Unternehmen. Die TMT-BBG Research and Development GmbH beteiligte sich darüber hinaus an Forschungsprojekten zur Verbesserung von Bohrhämmern und akustischer Messtechnik.
2015 wurde Hencon B.V. Teil der Dango & Dienenthal Gruppe. Das Unternehmen gliedert sich in zwei Geschäftsbereiche: Hencon Metal & Mining entwickelt und produziert Maschinen für die Aluminium- und Bergbauindustrie, Hencon Forestry ist auf Maschinen für Forstwirtschaft und Biomasseproduktion spezialisiert.
Seit 2023 wird die Geschäftsführung durch Jens-Uwe Heitsch und Alexander Neff ergänzt. Rainer Dango, Andreas Dango und Jörg Dienenthal bleiben Gesellschafter. Andreas Dango übernimmt darüber hinaus die Geschäftsleitung von TMT (seit 2023).

International bekannt wurde das Unternehmen im Spezialmaschinenbau. Mit der Spezialisierung auf die Herstellung von Schmiedemanipulatoren und Chargiermaschinen zählt es zu den Weltmarktführern in diesem Segment. Dango & Dienenthal produziert Maschinen für Freiformschmieden, Gesenkschmieden und Ringwalzen, außerdem Maschinen für die Wärmebehandlung von Schmiedeerzeugnissen, Maschinen für die Flüssigphase der Metallherstellung und Maschinen für die Rohrindustrie. Zusätzlich ist das Unternehmen in der Lohnfertigung tätig.
Die Dango & Dienenthal Gruppe umfasst mehrere Tochtergesellschaften und Marken, die sich auf verschiedene Bereiche spezialisiert haben, darunter Filtertechnik, Schwermaschinenbau und Technologien für die Metallindustrie.
Die Gruppe umfasst mehrere Marken, darunter Dango & Dienenthal, Hencon und TMT.

Dango & Dienenthal Maschinenbau GmbH stellt Spezialmaschinen und Anlagen für die metallurgische Industrie her. Diese sind auf die Bereiche Schmelzen, Schmieden und Wärmebehandlung von Schmiedeerzeugnissen sowie auf die Rohrbearbeitung spezialisiert. Zusätzlich bietet die Gesellschaft Hochleistungs-Filtersysteme und Dienstleistungen in der Lohnfertigung an.
Dango & Dienenthal Filtertechnik GmbH entwickelt und produziert Filtersysteme für Flüssigkeiten, die in fast allen Industriezweigen eingesetzt werden. Diese filtern unter anderem Fluss-, Kühl- und Prozesswasser sowie andere flüssige Medien. Das Produktspektrum umfasst sowohl automatische als auch manuelle Filtersysteme sowie Separatoren, wie beispielsweise das „Muschel Stopp“-System zur Bekämpfung von Muschellarven, insbesondere Zebramuscheln, in Kühlsystemen von Industrieanlagen.
Hencon B.V. konzentriert sich auf die Entwicklung, Herstellung und Wartung von mobilen Spezialgeräten für die Aluminium-, Bergbau- und Forstindustrie. Hencon Forestry ist offizieller Händler von John Deere-Forstmaschinen und betreut in Deutschland als Vertriebspartner rund ein Drittel der Waldfläche.
TMT Tapping Measuring Technology GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von Dango & Dienenthal und Paul Wurth, ist ein Hersteller von Abstich- und Messtechnik für Hochöfen und Schmelzöfen in der Metallurgie. Sie bieten Produkte und Dienstleistungen im Bereich der Stichlochtechnologie und Messtechnik für Hochöfen und Nichteisen-Metallurgie an. Dazu gehören unter anderem die Entwicklung, Herstellung, Vertrieb und Wartung von Stichlochmaschinen und Sonden.