Die Galerie Daniel Blau war eine deutsche Galerie. Sie bestand von 1990 bis 2025 in München und war auf moderne und zeitgenössische Kunst spezialisiert, insbesondere auf Arbeiten auf Papier und Fotografie. Das Unternehmen DANIEL BLAU GmbH ist weiter im Kunstsektor tätig.
Galerist und Herausgeber
Maximilianstraße 26 in München
Daniel Blau (* 1962 in Berlin), ein Sohn von Georg Baselitz, zeigte die ersten Galerieausstellungen in Deutschland mit Gemälden von Mark Rothko, abstrakten Werken von Dubuffet und Julian Schnabel, den Polaroids von Chuck Close und Lucian Freud. Zu den Ausstellungen veröffentlicht die Galerie regelmäßig umfangreiche Publikationen.
Blau eröffnete seine Galerie 1990 an der Maximilianstraße, zog 1996 an den Odeonsplatz in die Hofgartenarkaden und 2015 wieder in die Maximilianstraße. Das Unternehmen DANIEL BLAU GmbH hat seinen Sitz in der Münchner Landwehrstraße.
2011 wurde eine Reihe von Warhol-Zeichnungen aus den 1950er-Jahren – dem ersten Jahrzehnt, das der Künstler in New York verbrachte – in seinem Nachlass entdeckt. Die Galerie stellte diese Zeichnungen unter dem Titel „Andy Warhol. Zeichnungen aus der Zeit vor der Pop-Art von 1958 bis 1962“ aus. Diese frühen Zeichnungen weisen auf sein späteres Schaffen hin. Nachforschungen von Daniel Blau haben die Mehrheit der den Zeichnungen zugrundeliegenden Quellen identifiziert und dem LIFE-Magazine zuordnen können. Bereits 1998 zeigte die Galerie die „Piss Paintings“ (Oxidations) des Künstlers.
Blau veröffentlichte 2017 ein Buch mit Vintage-Photographien von Weegee mit 359 dieser Prints im Hirmer Verlag. Die Fotos wurden in einer Museumsausstellung in Stockholm erstmals der Öffentlichkeit gezeigt.
Neben seinen Veröffentlichungen und Ausstellungen ist Blau ein Experten für ozeanische Angelhaken, die er seit mehr als 30 Jahren sammelt und erforscht. Das Ergebnis der Forschung dieser Artefakte hat er in dem Bildband „Fish Hooks of the Pacific Islands“, das 2011 bei Hirmer erschien, zusammengetragen.
Blau nahm mit seiner Galerie an zahlreichen internationalen Kunstmessen wie der Art Basel, Frieze Art Fair, London, TEFAF, Maastricht und Frieze, New York teil. Sein vier Jahre jüngerer Bruder Anton Kern ist Galerist und Kunsthändler in New York.
Im März 2025 wurde bekannt, dass Blau die Galerie schließt und künftig als CEO für die Geschäfte der Familie tätig sein und unter anderem Galerien und Museen als Repräsentant von Baselitz beraten wird. Die Galerie ist Stand Ende 2025 geschlossen.
„Misled German Youth 1933–1945 / Verführt. Deutsche Jugendliche 1933–1945“, München, ISBN (Deutsch): 978-3-00-054736-2, ISBN (englisch): 978-3-00-054735-5
danielblau.com Offizielle Website der damaligen Galerie Daniel Blau und der DANIEL BLAU GmbH
Einzelnachweise
↑Contact.In:danielblau.com.Abgerufen am 13.Dezember 2025(englisch).
↑A. Barcal, O. Kunde, P. Tanner:Andy Warhol. The LIFE Years. 1949–1959. Hrsg.: Graphische Sammlung ETH Zürich. Hirmer, ISBN 978-3-7774-2438-5.
↑R. Adams, D. Blau, H. Corey, S. Picasso:Extra! Weegee. Hrsg.: Daniel Blau. Hirmer, 2017, ISBN 978-3-7774-2813-0.
↑Extra! Weegee.In:fotografiska.com.2017,archiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am2.Februar 2021;abgerufen am 29.Januar 2021.Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fotografiska.com
↑Daniel Blau, Klaus Maaz und Sydney Picasso:Fish Hooks of the Pacific Islands. Hrsg.: Daniel Blau, Klaus Maaz. Himer, 2011, ISBN 978-3-7774-4931-9.
↑Daniel Blau schließt seine Galerie, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 1. März 2025, S.13.
↑Carrie Foulkes, Lindsey Stewart:Èmile Zola. Hrsg.: Daniel Blau. München 2018, ISBN 978-3-00-060822-3.
↑Ryan Adams, Daniel Blau, Herbert Corey, Sydney Picasso:Extra! Weegee. Hrsg.: Daniel Blau. Himer Verlag, München 2017, ISBN 978-3-7774-2813-0.
↑Klaus Maaz, Sydney Picasso, Anthony JP Meyer:Fish Hooks of the Pacific Islands. Hrsg.: Daniel Blau. Hirmer Verlag, München 2011, ISBN 978-3-7774-4931-9.
↑Sydney Picasso:The Invention of Paradise 1845–1870. Photographs by Paul-Èmile Miot. Hrsg.: Daniel Blau. Himer Verlag, München 2008, ISBN 978-3-00-025303-4.