Jean-Daniel Ihly (* 25. Oktober 1854 in Genf; † 19. Januar 1910 in Genf laut Sikart oder Lancy laut HLS) war ein Schweizer Maler. Er gilt als bedeutender Vertreter der Genfer Schule der Paysage intime.
Daniel Ihly stammte aus einer Arbeiterfamilie. Seine Mutter Marguerite Wilhelmine Strassen, eine Schneiderin, kam aus der französischen Ardèche, sein Vater, Joseph Ihly, war ein Schneider aus dem deutschen Grossherzogtum Baden. Die Eltern erhielten 1851 in Genf das Gemeindebürgerrecht und somit auch das Schweizer Bürgerrecht. Daniel Ihly machte dort zuerst eine Ausbildung als Email- und Porzellan-Dekorationsmaler.
1873 bis 1876 war er Schüler von Barthélemy Menn in Genf und schloss Freundschaft mit Ferdinand Hodler. Er bildete sich während eines mehrjährigen Aufenthalts in Paris sowie durch eine Studienreise nach London weiter und arbeitete als Dekorationsmaler. Zurück in Paris, begann er ab 1882 als Kunstmaler in Genf und Frankreich an Verkaufsausstellungen teilzunehmen. Nach rund zehn Jahren in Paris und einem Aufenthalt in Florenz liess es sich in Genf nieder und war von 1887 bis etwa um 1900 Zeichenlehrer an zwei Genfer Schulen, dem Collège und der École professionnelle. Seine freien Stunden verwendete er auf das Malen in seinem Atelier in Saint-Georges in Le Petit-Lancy und an den Ufern der Rhone und der Arve bei Genf.
Er war zwei Mal verheiratet, blieb aber kinderlos (1879 erste Eheschliessung mit Louise Bizier, 1895 Scheidung; 1903 zweite Eheschliessung mit Jenny-Henriette Roch). Ein Gemälde mit dem Titel Die Beerdigung meines Kindes (1884) legt die Vermutung nahe, dass das Paar einen Kindstod erlitt.
Sein Werk umfasst Landschaften in plein air, Porträts und Genremalerei, in denen sich realistischer Stil mit frühem Impressionismus verbindet. Einsamkeit, Ausweglosigkeit angesichts des Todes nahestehender Menschen und ein sich Treibenlassen im Strom des Schicksals mit prononciert sozialkritischen Blickwinkeln auf die Lage der Industrie- und Feldarbeiter und kleinen Handwerker, waren die häufigsten Stimmungen, die er in seinen Gemälden wiedergab. Mit Porträts von Louise Michel (1882), einer Überlebenden der Pariser Kommune, und Louis Duchosal (etwa 1885) war er politisch engagiert. Die Kunstkritik seiner Zeit bevorzugte jedoch jene Gemälde, in der sich Menschen in der Ferne einer Paysage intime zu verlieren scheinen.
Ihly stellte mehrmals im Pariser Salon und bei Ausstellungen in der Schweiz aus, darunter im Kunsthaus Zürich. Für das Palais des beaux-arts an der Schweizerischen Landesausstellung 1896 in Genf schuf er 24 Personifikationen, zu denen Hodler 26 weitere beitrug. Er fertigte auch Tafelbilder für das Genfer Hôtel Beau-Rivage an, die heute verschollen sind. In der Deutschschweiz wurde er mit Ausstellungen 1903 und 1924 in Winterthur, 1909, 1910, 1919 und 1928 in Zürich und 1910 in Basel zunehmend bekannt, während sein Erfolg in der Westschweiz nachliess und 1917 seine letzte Genfer Einzelausstellung stattfand. Anders als Hodler, hat er sich nicht dem Symbolismus zugewandt, Ihly blieb dem Malstil von Camille Corot verpflichtet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ihly, Daniel |
| ALTERNATIVNAMEN | Jhly, Daniel; Ihly, Jean-Daniel |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Maler |
| GEBURTSDATUM | 25. Oktober 1854 |
| GEBURTSORT | Genf |
| STERBEDATUM | 19. Januar 1910 |
| STERBEORT | Lancy |