Daniela Keiser

Daniela Keiser (* 28. August 1963 in Neuhausen SH) ist eine Schweizer Konzept- und Installationskünstlerin. In ihren Arbeiten setzt sie sich mit Bildwissenschaft, Fotografie, Collage und Sprache auseinander, wobei das räumliche und soziale Umfeld sowie der urbane Raum eine bedeutende Rolle einnehmen (Environment).

Leben

Daniela Keiser lebt und arbeitet in Zürich und Crémines. Von 1988 bis 1989 besuchte sie den Vorkurs an der Zürcher Hochschule der Künste. Sie studierte von 1988 bis 1991 freie räumliche Gestaltung und Bildhauerei an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel. Seit 2008 lehrt sie als Dozentin an der Hochschule der Künste Bern, 2023–2024 als Gastdozentin am Kunsthistorischen Institut der Universität Zürich. Einige ihrer Werke sind im Rahmen von verschiedenen Atelierstipendien und längeren Auslandaufenthalten in Istanbul, Kairo und London, Berlin, Paris und New York entstanden. Der interdisziplinäre Austausch über Kulturgrenzen hinweg ist ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit. 2017 wurde sie mit dem Kunstpreis Prix Meret Oppenheim ausgezeichnet. Seit September 2022 ist sie Mitglied in der Kommission für Bildende Kunst der Stadt Zürich.

Künstlerisches Schaffen

Keiser lotet in ihren Arbeiten seit Beginn ihres künstlerischen Schaffens die Möglichkeiten unterschiedlicher Darstellungsformate aus. Im Fokus steht dabei das Bild, das sie mit Sprache und Text in Beziehung setzt. Im Rahmen oft grossangelegter videotechnischer und bildlicher Installationen werden ihre Arbeiten durch einen räumlichen Kontext erweitert. Keisers Werke entstehen oft interdisziplinär im Austausch und in Kooperation mit Kulturschaffenden aus eigenen und fernen Kulturräumen sowie anderen Disziplinen wie Musik, Literatur und Architektur. Die Auseinandersetzung mit dem Architektonischen und Räumlichen zeigt sich nicht zuletzt auch in ihren zahlreichen Kunst-und-Bau-Arbeiten. Nebst dem dreidimensional erfahrbaren Raum ist in ihren Werken auch die Auseinandersetzung mit Gesellschafts-, Lebens- und Gedankenräumen wichtig.

Mit der Installation In and Out of Translation begann 1997 eine für ihr Werk zentrale Serie von Arbeiten, in denen der Akt der Übersetzung im Zentrum steht. Die Arbeiten eröffnen einen Dialog zwischen unterschiedlichen Sprachkulturen und setzen diese in einen räumlich-bildlichen Bezug. Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Sprachen und Übersetzungen ist ein wichtiger Bestandteil dieser Prozessarbeit. Abschliessender Bestandteil der Arbeit ist jeweils eine Rauminstallation und ein zugehöriges Künstlerbuch. Unter In and Out of Translation wurden seither mehrere Werke in Ausstellungen und Museen im In- und Ausland sowie in Kunstpublikationen veröffentlicht. In ihrem Atelier finden periodisch interdisziplinäre und interkulturelle Treffen mit Übersetzern, Dolmetschern und Lektoren statt. Davon fliessen Transkriptionen in Bücher und Kunsthefte ein.

Prägend für ihr Werk ist auch ihr experimenteller Umgang mit Fotografie. Die Künstlerin arbeitet mit vielfältigen fotografischen Papiertechniken und Wandprojektionen. Die meist seriellen fotografischen Werkgruppen beinhalten umfangreiche Wand- und Rauminstallationen, die sie «Fotoarchitekturen» nennt, sowie Veröffentlichungen in Buchform. In ihrer Arbeit mit Druckgrafiken verschränkt sie analoge und digitale Prozesse mit künstlerischer und technischer Fachkompetenz. Sie hat das Verfahren der Cyanotypie weiterentwickelt und ins 21. Jahrhundert überführt. Keisers Werke sind in diversen öffentlichen Sammlungen vertreten, so im Fotomuseum Winterthur, im Aargauer Kunsthaus, im Museum für Gegenwartskunst Basel und in der Schweizerischen Nationalbibliothek Bern.

Auszeichnungen

Ausstellungen

Einzelausstellungen (Auswahl)

Gruppenausstellungen (Auswahl)

Kunst und Bau

Publikationen

Südöstlich über dir. Kunstheft. Übersetzer: H. Ariane Aksoy, Eva Caflisch, Tanja Dunker, Mirjam Egli, Ursula Freiburghaus, Gülsen Hatice Güler, Arno Hassler, Helen Hirsch, Satoshi Ito, Katja Iwanowa, Knut Jensen, Nurdin Megharia, Florian Marti, Hiromi Miyamoto, Patricia Nussbaum, Makiko Piguet, Arnold Rauch, Isabelle Rossi, Catherine Schelbert, David Steel, Marietta Tuor, Dorothea Trottenberg, Tanja Dunker, Anna Wadström, Mustafa Yesildeniz. Zürich, 1998.

Kataloge

Literatur (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ edition fink Daniela Keiser In and Out of Translation fink twice 508. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 3. Mai 2020. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  2. ↑ edition fink Daniela Keiser Treffen für Übersetzung. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 3. Mai 2020. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  3. ↑ Daniela Keiser Fotoarchitekturen, Schwalbennest, 2010. sammlung-online.aargauerkunsthaus.ch, abgerufen am 9. Mai 2020.
  4. ↑ Stale Session. Abgerufen am 3. Mai 2020.
  5. ↑ Grafik-Stiftung vergibt Preise. 3. Juni 2019, abgerufen am 31. Mai 2020 (Schweizer Hochdeutsch).
  6. ↑ Stadt Schaffhausen: Georg Fischer-Preis 2018 an Daniela Keiser. Abgerufen am 3. Mai 2020.
  7. ↑ Daniela Keiser. In: Swiss Art Awards. 13. Juni 2017, abgerufen am 3. Mai 2020 (amerikanisches Englisch).
  8. ↑ Youtube Portrait Daniela Keiser – Prix Meret Oppenheim 2017. Abgerufen am 3. Mai 2020.
  9. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 25. Juli 2023 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. ↑ ,
  11. ↑
  12. ↑ 70 Sekunden mit Daniela Keiser – Cyanogarten 4. Abgerufen am 3. Mai 2020.
  13. ↑ Aargauer Kunsthaus | Blick. Abgerufen am 3. Mai 2020.
  14. ↑ Der Larsen Effekt. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2023. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) ok-zentrum.at, abgerufen am 5. Mai 2020.
  15. ↑ artmotiers.ch (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2023. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
  16. ↑ Kunst und Bau Schulanlage Im Isengrind
  17. ↑ Thun eröffnet neuen Park im Selve-Areal. In: Der Bund. ISSN 0774-6156 (derbund.ch [abgerufen am 4. Mai 2020]).
  18. ↑ Birmensdorf Online: Fotoalbum. Abgerufen am 4. Mai 2020.
  19. ↑ Kunstmagazin 2010. Abgerufen am 4. Mai 2020 (englisch).
  20. ↑ Kunst und Bau Schulanlage Döltschi
  21. ↑ Book Review: Bergen. Abgerufen am 31. Mai 2020.
  22. ↑ Marion Rusch: Keisers Karussell. (PDF) Abgerufen am 31. Mai 2020.
Personendaten
NAME Keiser, Daniela
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Konzept- und Installationskünstlerin
GEBURTSDATUM 28. August 1963
GEBURTSORT Neuhausen am Rheinfall