Darktable

Darktable

Bildschirmfoto der deutschen Darktable-Version 2.2.2
Basisdaten
Hauptentwickler Johannes Hanika
Erscheinungsjahr 12. April 2009
Aktuelle Version 5.6.2
(4. Oktober 2026)
Betriebssystem Linux, Microsoft Windows, macOS, Solaris, BSD-Betriebssystem
Programmier­sprache C, Lua
Kategorie Digital Imaging
Lizenz GPL
deutschsprachig ja
darktable.org

Darktable ist eine freie Software zur Aufbereitung und Verwaltung von Digitalfotos. Das Programm ist auf die Verarbeitung von Rohbilddaten (RAW) spezialisiert, welche digitale Spiegelreflexkameras (DSLR), Systemkameras, einige Kompaktkameras oder Smartphones ausgeben können.

Darktable ist als freie Software unter den Bedingungen von Version 3 oder späteren der GNU General Public License (GPL) auch im Quelltext verfügbar. Es ist für die Unix-artigen Betriebssysteme FreeBSD, Linux, macOS und Solaris und ab Version 2.4.0 auch für Windows erhältlich.

Funktionsbereiche

Die Oberfläche ist in mehrere Bereiche gegliedert. Zwei davon stellen die Hauptarbeitsumgebungen dar – der „Leuchttisch“ und die „Dunkelkammer“. Weitere Bereiche sind „Tethering“, „Karte“, „Diaschau“ und „Drucken“.

Leuchttisch

Der Bereich „Leuchttisch“ dient der Bildverwaltung. Bildbestände können in Sammlungen organisiert, mit Dateifiltern sortiert, kategorisiert und bewertet werden.

Zusätzlich sind Werkzeugmodule eingebunden wie ein Metadaten-Editor, sowie ein Verschlagwortungswerkzeug („Tag Editor“).

HDRI-Erzeugung aus Belichtungsreihen und Dynamikkompression sind möglich.

Exporte sind möglich in verschiedene gängige Grafikformate. Neben der Speicherung auf dem eigenen Rechner unterstützt Darktable direkte Exporte zu diversen Onlinediensten und Social-Media-Plattformen.

Exporte sind über Plug-ins erweiterbar. Beispiele sind die Zusammenführung von Belichtungsreihen mit Enfuse oder Panoramaerzeugung mit Hugin.

Dunkelkammer

In der „Dunkelkammer“-Ansicht findet die Bearbeitung einzelner Bilder statt.

Über 60 Funktionsmodule stehen zur Verfügung, unter anderem für Weißabgleich, Entrauschen, Schärfen, Helligkeits- oder Farbkorrekturen.

Die Anwendung der Module ist mit diversen Überblendmodi einstellbar. Auch unterstützt Darktable Maskierungen:

Anfangs nutzten die meisten Module den Lab-Farbraum. Mit der Veröffentlichung von Darktable 3.0 im Dezember 2019 wurde die Standardpipeline auf „filmic RGB“ (RGB-Farbraum) umgestellt.

Darktable unterstützt ICC-Farbprofile sowie Lookup-Tabellen für Farben (CLUT). Es kann mit Lua-Skripts gesteuert werden, um beispielsweise bei bestimmten Ereignissen eine Folge von Anweisungen auszuführen.

Für die Entzerrung von Objektiv-Verzeichnungen können Objektivdaten aus der offenen LensFun-Datenbank eingebunden werden.

Tethering

Der Bereich „Tethering“ importiert von einer Kamera aufgenommene Bilder per USB-Kabel und verfügt über Aufnahmesteuerungen per Live-View.

Karte

Dieser Bereich dient der Georeferenzierung per Ziehen und Ablegen von Bildern. Es verfügt über eine Weltkarte und kann Geodaten aus Bildern auslesen oder welche zu Bildern hinzufügen.

Darktable nutzt Kartenmaterial von OpenStreetMap.

Diaschau

Die Diaschau spielt alle Bilder der aktuellen Sammlung im Vollbildmodus ab. Dabei sind Bildreihenfolge und Filter einstellbar.

Drucken

Für den Ausdruck sind in diesem Bereich Parameter wie Papierformate oder ICC-Farbprofile einstellbar.

Oberfläche

Die Benutzeroberfläche ist auf Deutsch und 20 andere Sprachen übersetzt und hält zu fast allen Funktionen Tooltips bereit.

Die Tastaturkürzel lassen sich anpassen.

Technik

Darktable ist in der Programmiersprache C geschrieben. Die Bedienoberfläche basiert auf GTK. Bilddaten werden intern mit 32 Bit Farbtiefe berechnet. Berechnungen können mittels OpenCL durch den Grafikprozessor beschleunigt werden. Die Kameraanbindung wird durch gPhoto vermittelt.

Geschichte

Die erste öffentliche Version (0.1) wurde im April 2009 von Johannes Hanika auf SourceForge veröffentlicht. 2011 nahm Darktable am Google Summer of Code teil. Ab Version 1.4 sind handgezeichnete Masken verfügbar. Für Version 1.6 wurde neben vielen anderen Funktionen die macOS-Unterstützung verbessert. Mit der Version 2.4.0 wird seit Dezember 2017 Windows unterstützt. Während der COVID-19-Pandemie kam es zu einem Zustrom neuer Entwickler, was dem Team ermöglichte, von einem Release pro Jahr (zu Weihnachten) auf zwei pro Jahr zu wechseln.

Literatur

Commons: Darktable – Sammlung von Bildern

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ sourceforge.net.
  2. ↑ initial proof-of-concept darktable checkin. basic functionality is there.
  3. ↑ Release 5.6.2. 4. Oktober 2026 (abgerufen am 5. Oktober 2026).
  4. ↑ The darktable Open Source Project on Open Hub: Languages Page. In: Open Hub. (abgerufen am 14. Juli 2018).
  5. ↑ The darktable Open Source Project on Open Hub: Languages Page. (abgerufen am 9. September 2018).
  6. ↑ Michael Gradias: Darktable – Fotos verwalten und bearbeiten: Das große Praxishandbuch. Hrsg.: Bildner Verlag. 2020, ISBN 3-8328-0426-9, S. 310.
  7. ↑ Welche Programme nutzen Sie für die Fotobearbeitung? Abgerufen am 30. Juli 2025 (österreichisches Deutsch).
  8. ↑ Darktable 3:RGB or Lab? Which Modules? Help! pixls.us, 26. Januar 2020, abgerufen am 18. April 2023 (englisch).
  9. ↑ darktable 3.0. In: darktable.org. 24. Dezember 2019, abgerufen am 18. April 2023 (englisch).
  10. ↑ Darktable For Open-Source Photography. In: Michael Larabel. Abgerufen am 15. März 2012 (englisch).
  11. ↑ darktable 2.4.0 released. Abgerufen am 28. Dezember 2017 (englisch).
  12. ↑ 2023 in preview. 15. Januar 2023, abgerufen am 22. Januar 2023 (englisch).