
Die Datentaste (umgangssprachlich auch Modemtaste) war insbesondere im Netz der damaligen Deutschen Bundespost Bestandteil bestimmter Telefone zur Anschaltung eines Modems an das Telefonnetz. Sie wurde seit den 1960er Jahren im Rahmen der Datenfernübertragung verwendet und verlor mit der Verbreitung direkt anwählbarer Modems und standardisierter automatischer Wähleinrichtungen ab den 1990er Jahren ihre Bedeutung. Vergleichbare Verfahren zur Umschaltung zwischen Sprach- und Datenbetrieb wurden auch international eingesetzt und unter anderem in Empfehlungen der ITU-T beziehungsweise ihrer Vorgängerorganisation CCITT beschrieben.
Bei der Datenübertragung über analoge Telefonnetze wurde das ursprünglich für die Sprachkommunikation ausgelegte Fernsprechnetz auch für die Datenkommunikation genutzt. Hierfür waren Anpassungseinrichtungen erforderlich, die die digitalen Signale der Datenendeinrichtung für die Übertragung im analogen Netz umformten. Diese Funktion übernahmen Modeme.
Der Verbindungsaufbau konnte manuell oder automatisch erfolgen. Beim manuellen Verbindungsaufbau wurde die Gegenstelle zunächst wie bei einem gewöhnlichen Telefongespräch angewählt. Nach Herstellung der Verbindung wurde durch Betätigen der Datentaste vom Sprach- auf Datenbetrieb umgeschaltet, sodass das Modem die Verbindung übernehmen konnte.
Bis ungefähr Ende der 1980er Jahre verfügten im Netz der Deutschen Bundespost zugelassene Modems häufig nicht über automatische Wahlfunktionen. Wurde die Gegenstelle automatisch betrieben, zeigte ein Kennton den Wechsel in den Datenbetrieb an, woraufhin der anrufende Teilnehmer ebenfalls die Datentaste betätigte.
Alternativ konnte der Verbindungsaufbau über eine Automatische Wähleinrichtung für Datenverbindungen (AWD) oder über im Modem integrierte Wahlfunktionen erfolgen. Solche Verfahren waren unter anderem in den Empfehlungen ITU-T V.25 beziehungsweise V.25bis beschrieben. Mit der Verbreitung automatisch wählender Modems und entsprechender Kommunikationssoftware verlor die Datentaste ab den 1990er Jahren zunehmend an Bedeutung.
Datentasten wurden unter anderem für den Zugang zu paketvermittelten Datennetzen wie Datex-P verwendet. Dabei wurde zunächst telefonisch eine PAD-Einrichtung angewählt; nach dem Datenton erfolgte durch Betätigen der Datentaste die Umschaltung auf Datenbetrieb.
Ursprünglich waren alle hier genannten Telefone mit der Anschlussdosentechnik ausgestattet. Beim Aufbau einer Verbindung wird durch das Abnehmen des Handapparates das Potential der a-Ader auf den Anschlusspunkt G (externer Gebührenanzeiger) gelegt. Durch das Drücken der Datentaste wird die b-Ader mit dem Anschluss W (externer Wecker) verbunden. Die Schaltung zur Datentastenerkennung innerhalb eines Modems (oft ein Relais, seltener ein Optokoppler) lag zwischen den Anschlüssen G und W.
Durch die Einführung der neuen TAE-Anschlusstechnik um 1990 mussten die bestehenden Telefone mit Datentaste umgerüstet werden, eine Neuentwicklung gab es anschließend nicht (der FeTAp 616 D war nicht umrüstbar und wurde ausgemustert). Durch das Betätigen der Datentaste wird das Potential der b-Ader auf den Anschlusspunkt G geschaltet. Gleichzeitig wird der Sprechkreis innerhalb des Telefons kurzgeschlossen, um störende Geräusche zu unterdrücken. Der Anschlusspunkt G wird heute als W bezeichnet und ist der Kontaktpunkt 3 einer TAE-Dose.
Die Bezeichnung der Telefone mit Datentaste folgt der Nomenklatur der damaligen Deutschen Bundespost: Die ersten zwei Ziffern für den Apparatetyp, die dritte Ziffer ist die 6 (Ausstattungsvarianten). Statt eines Schauzeichens wurde allerdings die Datentaste links eingebaut und als Zusatz hinter der Telefonbezeichnung ein D angefügt.
Es gibt folgende Typen: FeTAp 616 D, FeTAp 716 D, FeTAp 736 D, FeTAp 756 D und FeTAp 796 D. Der FeTAp 616 D hat die Standardfarbe kieselgrau.
Die Abfrageeinrichtung für Datenendeinrichtungen (AED 77 bzw. AED 83) waren Sondergeräte, mit denen bis zu 20 Einzeltelefone mit Datentaste ersetzt werden konnten. Eine AED wurde auf Wunsch des Teilnehmers bei mehr als 5 Anschlussleitungen eingesetzt.
Telefone mit Datentaste konnten bis 1990 nur von der Deutschen Bundespost gemietet werden. Auszüge aus der ersten Preisliste von 1990 nach der Liberalisierung des Endgerätemarktes: