Datenvirtualisierung

Unter dem Begriff Datenvirtualisierung werden gewisse Ansätze im Bereich des Datenmanagements als Teilmenge der Datenintegration zusammengefasst. Diese ermöglichen es, Daten aus Quellsystemen abzufragen und zu manipulieren, ohne dass deren technische Detailinformationen – wie die Struktur der Datenquelle oder der physische Speicherort – dem abfragenden System bekannt sein müssen.

Die Datenvirtualisierung kann hierbei als Alternative zum Data-Warehouse-Ansatz mit seinen ETL-Prozessen angesehen werden, bei denen die Daten aus den Quellsystemen extrahiert, transformiert und schließlich in das analytische System geladen werden. Die Daten verbleiben im Gegensatz dazu in ihren ursprünglichen Systemen, die Virtualisierungskomponente greift direkt auf diese Daten zu und stellt sie zur weiteren Manipulation oder dem Konsum durch weitere Anwendungen bereit.

Um die Heterogenität der Daten (Unterschiede in Datenquellen, Format und Semantik) aufzuheben, kommen verschiedene Abstraktions- und Transformationstechniken zum Einsatz.

Mögliche Vorteile dieses Ansatzes sind die Reduzierung fehlerhafter Daten und – bei entsprechendem Entwurf der Virtualisierungskomponente – eine geringere Auslastung der beteiligten Systeme. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, Daten wieder zurück in die Quellsysteme zu schreiben.

Typische Einsatzgebiete des Konzeptes und entsprechender Software bestehen in der Business Intelligence, im Bereich der serviceorientierten Architektur, im Cloud Computing, bei der Enterprise Search und dem Stammdatenmanagement.

Datenvirtualisierung und Data-Warehousing

Viele Systemlandschaften in Unternehmen bestehen aus ungleichen Datenquellen, einschließlich mehrerer Data-Warehouses, Data-Marts und/oder Data-Lakes. Die Datenvirtualisierung kann eine Brücke über diese Quellsysteme schlagen, ohne eine zusätzliche physische Datenhaltung vornehmen zu müssen. Die vorhandene Dateninfrastruktur kann weiterhin ihre Kernfunktionen ausführen, während die Datenvirtualisierungsschicht lediglich die Daten aus diesen Quellen nutzt. Dieser Aspekt kann zur Erhöhung der Datenverfügbarkeit und -nutzung beitragen.

Datenvirtualisierung kann auch als Alternative zu ETL-Prozessen und Data-Warehousing betrachtet werden. Das Konzept zielt darauf ab, Erkenntnisse aus mehreren Datenquellen schnell und rechtzeitig bereitzustellen, ohne dass umfangreiche ETL-Prozesse und zusätzliche Datenspeicher erforderlich sind. Die Datenvirtualisierung kann jedoch erweitert und angepasst werden, um auch Data-Warehousing-Anforderungen zu erfüllen. Dies erfordert ein Verständnis der Anforderungen an den Datenspeicher sowie die Historisierung, zusammen mit Planung und Entwurf, um passende Datenvirtualisierungs-, Integrations- und Speicherstrategien auszuwählen sowie Infrastruktur-/Leistungsoptimierungen (z. B. Streaming, In-Memory, Hybrid-Speicher) vornehmen zu können.

Beispiele

Funktionen

Lösungen für Datenvirtualisierungen bieten eine Auswahl oder alle der folgenden Funktionen:

Darüber hinaus kann Software zur Datenvirtualisierung Funktionen für Entwicklung, Betrieb und/oder Verwaltung beinhalten.

Folgende Vorteile können bei korrekter Anwendung mit dem Konzept der Datenvirtualisierung erzielt werden:

Mögliche Nachteile sind hierbei:

Technologie

Einige Lösungen und Anbieter für Datenvirtualisierung:

Geschichte

Enterprise Information Integration (EII) (erstmals erwähnt von Metamatrix) und Föderiertes Datenbanksysteme sind Begriffe, die von einigen Lieferanten verwendet werden, um ein Kernelement der Datenvirtualisierung zu beschreiben: Die Fähigkeit, relationale Joins in einer föderierten Sicht zu erstellen.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ "What is Data Virtualization?" Margaret Rouse, TechTarget.com, abgerufen am 19. August 2013
  2. ↑ Data Virtualization – dataWerks. In: www.datawerks.com. Archiviert vom Original am 10. April 2018; abgerufen am 14. September 2018 (amerikanisches Englisch).
  3. 1 2 "Data virtualisation on rise as ETL alternative for data integration" Gareth Morgan, Computer Weekly, abgerufen am 19. August 2013
  4. ↑ "Rapid Access to Disparate Data Across Projects Without Rework" Informatica, abgerufen am 19. August 2013
  5. ↑ Data virtualization: 6 best practices to help the business 'get it' Joe McKendrick, ZDNet, 27. Oktober 2011
  6. ↑ "IT pros reveal benefits, drawbacks of data virtualization software" Mark Brunelli, SearchDataManagement, 11. Oktober 2012
  7. 1 2 3 "The Pros and Cons of Data Virtualization" Loraine Lawson, BusinessEdge, 7. Oktober 2011
  8. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 27. November 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. ↑ http://querona.com/
  10. ↑ https://www.tibco.com/products/data-virtualization