| DATEV eG | |
|---|---|
| Rechtsform | eingetragene Genossenschaft |
| Gründung | 1966 |
| Sitz | Nürnberg |
| Leitung | Robert Mayr, Vorstandsvorsitzender Nicolas Hofmann, Aufsichtsratsvorsitzender Julia Bangerth (COO, stv. Vorstandsvorsitzende) Markus Algner (CMO) Christian Bär (CTO) |
| Mitarbeiterzahl | 9.000 |
| Umsatz | 1,65 Mrd. Euro (2025) |
| Branche | Informationstechnik, Unternehmensberatung |
| Website | www.datev.de |
| Stand: 10. April 2026 | |
Die Datev eG (Eigenschreibweise: DATEV eG) ist ein Softwarehaus und IT-Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte, aber auch für deren Mandanten, etwa mittelständische Unternehmen, Kommunen, Vereine und Institutionen. Die Software des Unternehmens wird für die Finanzbuchhaltung und das Rechnungswesen sowie für die Personalwirtschaft, Lohnabrechnungen und Steuerverwaltung eingesetzt. DATEV gilt in Deutschland als Marktführer im Bereich Steuerberatungssoftware.
Das Unternehmen agiert als eingetragene Genossenschaft.
DATEV wurde am 14. Februar 1966 von 65 Steuerbevollmächtigten im Kammerbezirk Nürnberg gegründet, um die Buchführung ihrer Mandanten mit Hilfe der EDV zu erledigen. Aus diesem Kreis waren neben den beiden Initiatoren Heinz Sebiger und Joachim Mattheus die Gründungsmitglieder Helmut Keller, Klaus Hartmann, Gerhard Nopitsch, Werner Brandt, Walter G. Fürsattel und Fritz Wintermayr an den Gründungsformalitäten beteiligt und wurden auch offiziell als erste Mitglieder eingetragen. Der Gründungsname lautete DATEV Datenverarbeitungszentrale der steuerberatenden Berufe Nürnberg eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Seit dem Jahr 2000 verzichtet die Genossenschaft auf eine Langform ihres Namens und heißt kurz DATEV eG. Ende der 1960er Jahre wurde von DATEV die erste BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) in Deutschland als sogenannte DATEV-Standard-BWA Nr. 1 eingeführt.
Hintergrund für die Gründung waren die damals neuen Einsatzmöglichkeiten der EDV, die Arbeitskräfteknappheit und die für 1968 bevorstehende Einführung der Allphasen-Netto-Umsatzsteuer mit Vorsteuerabzug (umgangssprachlich: Mehrwertsteuer).
Zunächst waren die Dienstleistungen von DATEV vollständig rechenzentrumsbasiert, sie umfassten die Eingabe der Daten in Datenerfassungsgeräten vor Ort, Versand der Lochstreifen per Post zum Rechenzentrum (zunächst von IBM, dann seit 1969 eigenes Rechenzentrum) und Rücksendung der Auswertungen per Post an die Kanzlei.
Seit 1974 besteht die Möglichkeit, die Daten per DFÜ in das Rechenzentrum zu übertragen. Der Rückversand der Auswertungen (Buchhaltungsauswertungen, Lohnabrechnungen, Steuererklärungen oder Bilanzen) blieb zunächst postalisch, weil auch zumeist noch die Papierform vorgeschrieben war. Ab 1985 wurde mit der sukzessiven Umstellung der Programme auf die sog. „Im-Haus-Verarbeitung“ in der Kanzlei begonnen, die ersten Anwendungen zur kompletten Im-Haus-Verarbeitung ohne Nutzung des Rechenzentrums waren 1989 verfügbar.
1998 stellte DATEV die Software von MS-DOS auf Microsoft Windows um. Seit 1998 erweiterte DATEV ihre Geschäftsfelder auf Software und IT-Dienstleistungen sowie Consulting und Schulungen. Die „Im-Haus“-Verarbeitung der Daten durch die Mitglieder nahm zu. Im Jahr 2000 wurde die DATEV auch erstmals im Ausland aktiv. Ab 2004 wurde DATEV auch im öffentlichen Bereich aktiv, zunächst in der Beratung der Stadt Brühl zum Finanzwesen. Weitere Kommunen folgten.
In Reaktion auf Rückkehrtendenzen zur Nutzung zentral vorgehaltener Ressourcen („Cloud Computing“) wurde im Frühjahr 2011 ein zusätzlicher Rechenzentrumsstandort in Betrieb genommen. Mitte der 2010er-Jahre erfolgte ein technischer Strategiewechsel und das Unternehmen begann, wieder hauptsächlich aus Inhouse-Anwendungen bestehende Produktangebote – wie noch bis in den 1990er-Jahren oft üblich – auf rechenzentrumsbasierte Clouddienste umzustellen. Hierzu gehören etwa die Themen Rechnungswesen, Lohn, Steuern und Kanzleimanagement. Ab 2016 öffnete sich DATEV für Kooperationen mit Partnerunternehmen, welche ergänzende Software und Dienstleistungen zu den DATEV-Anwendungen anbieten. Im Jahr 2018 kam es zu einer Satzungsänderung: Seither ist es DATEV auch möglich, mit sonstigen Nichtmitgliedern (beispielsweise Privatpersonen) direkte Geschäftsbeziehungen aufzubauen.
Das Unternehmen ist eine eingetragene Genossenschaft. Mitglieder können nur Angehörige der steuerberatenden, wirtschaftsprüfenden und rechtsberatenden Berufe werden. Nach Angaben von 2026 hat das Unternehmen über 40.000 Mitglieder. Kunden von DATEV sind in erster Linie die Mitglieder sowie deren Mandanten. Der grundsätzliche Unternehmenszweck ist die wirtschaftliche Förderung der Mitglieder. Neben Deutschland umfasst die internationale Tätigkeit von DATEV die Länder Tschechien, Slowakei, Österreich, Italien, Polen, Spanien und Ungarn.
Muttergesellschaft ist die DATEV International GmbH mit Sitz in Nürnberg (bis 2023 als DATEV IT Dienstleistungs- und Service GmbH, Nürnberg). Zu den Tochtergesellschaften zählen:
Ehemalige Beteiligungen
DATEV unterstützt netzbasierte Anwendungen, Vor-Ort-Software und Hybridmodelle. Das Angebot von DATEV umfasst Bereiche wie Rechnungswesen, Personalwirtschaft, betriebswirtschaftliche Beratung, Steuern sowie Organisation und Planung. Es reicht von Clouddiensten wie Online-Anwendungen, Datenverarbeitung und -archivierung im Rechenzentrum über PC-Programme bis hin zu Outsourcingleistungen sowie Sicherheitsdienstleistungen. Zu den Hauptkunden von DATEV gehören Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Anwaltskanzleien.
Im Bereich Rechnungswesen und Finanzbuchführung werden die Finanzbuchhaltungen von rund 2,8 Millionen überwiegend mittelständischen Unternehmen in Deutschland entweder durch Steuerberater oder innerhalb der Unternehmen selbst mit DATEV-Software erstellt. Weiterhin arbeitet das Unternehmen auch mit Kommunen, Kammern, Bistümer und Kirchen, Ver- und Entsorgungsbetriebe, sozialwirtschaftliche Organisationen und Kurverwaltungen zusammen. Das Rechnungswesen ist der umsatzstärkste Bereich des Unternehmens.
Dahinter ist die Personalwirtschaft der zweitstärkste Bereich des Unternehmens. Hierzu gehört Software für die Erstellung von Lohn- und Gehaltsabrechnungen, insbesondere für die Privatwirtschaft. Im Jahr 2025 wurden monatlich rund 14,9 Millionen Lohn- und Gehaltsabrechnungen mit DATEV-Software erstellt. Weiterhin bietet das Unternehmen Software zur Ermittlung von Steuern und Abgaben an.
Seit den 1990er-Jahren vertreibt DATEV spezielle Anwendungen für Rechtsanwälte, darunter das Kanzleisystem Anwalt classic pro. Ein eigener Sektor von DATEV arbeitet mit Kommunen und kommunalen Betrieben zusammen und entwickelt etwa Software für Verwaltungsaufgaben. Auch IT-Sicherheitsleistungen werden von der DATEV angeboten.
DATEV arbeitet mit Partnern zusammen, die eine weitergehende Beratung von Kanzleien und Unternehmen in Fragen wie Digitalisierung und Software anbieten. Für die eigenen Softwareanwendungen werden auch Schulungen und Kurse angeboten.
| 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | … | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz (in Tsd. DM/Euro a) | 846.154 | 933.316 | 981.530 | 963.477,89068 | 989.370,06405 | … | 885.175 | 928.279 | 977.961 | 1.034.099 | 1.100.462 | 1.156.296 | 1.219.494 | 1.312.738 | 1.439.100 | 1.514.088 |
| Kunden (in Tsd.) | … | 215,927 | 236,340 | 262,075 | 301,334 | 349,978 | 405,5 | 471,3 | 540,2 | 620,2 | 749,8 | |||||
| Mitglieder | 32.775 | 33.551 | 34.246 | 34.864 | 35.530 | … | 40.501 | 40.559 | 40.555 | 40.303 | 40.174 | 40.241 | 40.306 | 40.318 | 40.187 | 40.293 |
| Mitarbeiter | 4.316 | 4.474 | 4.605 | 4.715 | 4.723 | … | 6.839 | 7.005 | 7.292 | 7.606 | 7.927 | 8.125 | 8.351 | 8.569 | 8.870 | 9.051 |
| Lohn- und Gehaltsabrechnungen (durchschnittlich pro Monat in Mio.) | … | 12 b | 12,5 b | 13 b | 13,3 | 13,1 b | 13,4 | 14,2 | 14,5 | 14,7 | ||||||
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a 1992–1996: DM ab 2015: Euro b Quellenangabe Fehlt |
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DATEV ist seit dem Jahr 2013 durchgehend Titelsponsor des Triathlon-Wettkampfes Challenge Roth (auch bekannt als DATEV Challenge Roth), der jährlich im Landkreis Roth ausgetragen wird.
DATEV ist durch ihre Quasi-Monopolstellung immer wieder in Kritik geraten. Im Bereich der Vollmachtsdatenbank hat das Bundeskartellamt im Jahr 2019 nach Beschwerden von Softwareanbietern dafür gesorgt, dass künftig allen Anbietern für Steuerkanzlei-Software der Zugriff auf diese Vollmachtsdatenbanken ermöglicht wurde.
Auch die Zulassung und Zertifizierung von Partnern, deren Produkten und Schnittstellen – gerade im Bereich von Dokumentenmanagement-Systemen (DMS) – sowie die Preisgestaltung werden kritisch gesehen. Auch hier wird in manchen Kreisen von einem Verhalten wie bei Monopolisten gesprochen.