David Ketchum (* 4. Februar 1928 in Quincy, Illinois; † 10. August 2025 in Thousand Oaks, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Komiker und Drehbuchautor. Bekannt wurde er vor allem durch seine Rollen in Sitcoms wie der Mary Tyler Moore Show, Camp Runamuck und Mini-Max.
Ketchum wurde in Quincy im US-Bundesstaat Illinois als Sohn von Flora M. Mueller und Cecil Estel Ketchum geboren; laut eigener Aussage kam er in einem Aufzug zur Welt. Nach der Schulzeit studierte er zunächst Physik an der University of California, Los Angeles, und trat mit anderen Studenten weltweit über die United Service Organizations für Angehörige der US-Streitkräfte auf. 1957 heiratete Ketchum die Sängerin Louise Bryant; das Paar hatte zwei Töchter und war fast siebzig Jahre – bis zu seinem Tod – verheiratet.
Ketchum starb im Alter von 97 Jahren in Thousand Oaks an Herzversagen. Seine Asche wurde den Angehörigen übergeben.
Ketchum begann seine Karriere als Komiker, dessen komischer Stil an sein Idol Danny Kaye erinnerte, und Hörfunkmoderator. Bereits während seines Dienstes bei der Nationalgarde moderierte er eine nächtliche Sendung in San Francisco. Später moderierte er sieben Jahre lang ein Hörfunkprogramm in San Diego, in dem auch Größen wie Bob Hope und Doris Day auftraten.
Auf der Bühne war er unter anderem in der Billy Barnes Revue an der Seite von Jo Anne Worley und Ken Berry zu sehen. 1962 erschien sein Comedy-Album The Long-Playing Tongue of Dave Ketchum. Das Magazin Billboard vergab eine 4-Sterne-Bewertung für das starke Verkaufspotenzial und lobte es für den „einfallsreichen Stil“.
Seine Schauspielkarriere umfasste Dutzende Gastauftritte in bedeutenden Fernsehserien jener Zeit. So spielte er Counselor Spiffy in Camp Runamuck und war Stammgast in I’m Dickens, He’s Fenster mit John Astin und Marty Ingels, wo er die Rolle des Mel Warshaw übernahm. In Mini-Max spielte er ab 1965 „Agent 13“, der als Running Gag der Fernsehserie wiederholt an ungewöhnlichen Orten wie in Briefkästen oder Hydranten auftaucht. Er schrieb zudem Drehbücher für andere Formate, darunter die Andy Griffith Show und Petticoat Junction. Er übernahm die Rolle des „Agent 13“ erneut im Fernsehfilm Die nackte Bombe II aus dem Jahr 1989 sowie in einer Folge der Neuauflage der Serie auf Fox. Zu weiteren Filmen, in denen Ketchum mitwirkte, gehören Operation gelungen, Patient tot (1982) und Ganz normal verliebt (1999).
Ketchum wirkte auch in mehreren Pilotfolgen für geplante Fernsehserien mit. So spielte er 1968 an der Seite von Larry Hovis in Stanley Against the System. Es folgte 1973 eine Nebenrolle in der Pilotfolge zur Sitcom Patsy, in der Pat Cooper einen Restaurantmanager spielen sollte. 1974 war er gemeinsam mit Johnny Brown im Pilotfilm zu The Fireman’s Ball zu sehen, der die Missgeschicke einer Gruppe von Feuerwehrleuten in San Francisco schilderte; obwohl ABC das Konzept mochte und 1975 sogar einen neu besetzten zweiten Pilot drehte, wurde die Serie letztlich nicht bestellt und produziert.
Ebenso produktiv war Ketchum als Drehbuchautor. Eine erste Erwähnung hatte er 1967 für Garry Marshalls Hey, Landlord. Es folgten in den folgenden Jahren Drehbücher für fast vier Dutzend Fernsehserien, darunter eine Folge der dritten Staffel von Get Smart mit dem Titel Classification: Dead. Er war auch Ko-Autor des Fernsehfilms Fahrstuhl des Schreckens aus dem Jahr 1974. Für die Folge Tuttle der Fernsehserie M*A*S*H wurde er 1973 zusammen mit Bruce Shelly für den WGA Award der Writers Guild of America in der Kategorie „Episodic Comedy“ nominiert.
Neben seiner Arbeit vor der Kamera und als Autor, wirkte Ketchum auch als Werbeträger. Bereits 1967 trat er in mehreren Werbespots auf, darunter 1967 ein Fernsehspot für den Chevrolet Impala sowie ein weiterer Werbefilm für Pepsodent, in dem er gemeinsam mit Don Adams auftrat und seine Figur „Agent 13“ aus Mini‑Max verkörperte. Ab den 1970er‑Jahren bis in die 1990er-Jahre hinein wurde er vor allem durch seine Rolle als „Murph“ in einer umfangreichen Werbekampagne für die Union‑76‑Tankstellen bekannt, die Fernsehwerbung, Printanzeigen und Radiospots umfasste. Er war auch als Synchronsprecher tätig.
Im deutschen Sprachraum wurde Ketchum unter anderem von Gerd Duwner, Toni Herbert, Joachim Kemmer, Dieter Kursawe, Hans-Rainer Müller, Heinz Palm, Eberhard Prüter, Jochen Schröder, Rolf Schult und Joachim von Ulmann synchronisiert.
Kertchum war ab 1967 bis Anfang der 1990er-Jahre auch als Drehbuchautor für zahlreiche Fernsehserien tätig und steuerte auch Drehbücher zu Filmen und Fernsehfilmen bei.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ketchum, David |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Schauspieler, Komiker und Drehbuchautor |
| GEBURTSDATUM | 4. Februar 1928 |
| GEBURTSORT | Quincy, Illinois, Vereinigte Staaten |
| STERBEDATUM | 10. August 2025 |
| STERBEORT | Thousand Oaks, Kalifornien, Vereinigte Staaten |