David Snoke

David W. Snoke (* 1961 in New Jersey) ist ein US-amerikanischer Festkörperphysiker.

Leben

Snoke studierte an der Cornell University und wurde 1990 an der University of Illinois at Urbana-Champaign promoviert. Er war bei der Aerospace Corporation und als Post-Doktorand am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung bei Manuel Cardona tätig. Er ist Professor an der University of Pittsburgh, an der er seit 1994 lehrt.

2006 wurde er Fellow der American Physical Society. 2016 erhielt er den Outstanding Referee Award der APS.

Werk

Snoke untersucht mit seiner Gruppe fundamentale physikalische Probleme mit Methoden der Halbleiterphysik wie den Übergang Leiter-Isolator und Quantenphasenübergänge, Entstehung und Verlust von Kohärenz in Bose-Einstein-Kondensaten (BEC), Nichtgleichgewichtsphänomene mit der Boltzmanngleichung in der Quantenmechanik und die Gültigkeit des zweiten Hauptsatzes in der Quantenfeldtheorie. Bekannt ist er für seine Pionierarbeiten zu Bose-Einstein-Kondensaten von Polaritonen in Mikrohohlräumen (Fallen), was ihm mit seiner Gruppe 2007 gelang.

Er forscht an elektronischem Transport mit Polariton-BEC (lichtinduzierter Supraleiter) und Materialien, die die Polaritonkondensat-Phänomene in den Bereich der Raumtemperatur rücken.

Intelligent Design, Naturwissenschaft und Religion

Er verfasste 2004 mit dem Biochemiker Michael J. Behe einen Aufsatz, der heftig kritisiert wurde, da er von Behe als Unterstützung für Intelligent Design (Irreduzible Komplexität) genutzt wurde. Snoke veröffentlichte 2014 einen weiteren Aufsatz über die Entstehung von Strukturen mit neuen Funktionen in der Evolution. Nach den Autoren müssten auf dem Weg zu neuen funktionellen Strukturen in der Evolution eigentlich dabei vielfach Exemplare mit noch nicht funktionierenden, also nutzlosen Strukturen, beobachtet werden, was nicht der Fall sei. Sie schlossen deshalb auf eine Feinabstimmung. Snoke vertritt auch die Ansicht, dass die moderne Systembiologie in Wirklichkeit Argumente für Intelligent Design liefert. Schon 2006 veröffentlichte er ein Buch A Biblical Case for an Old Earth (Baker Books) anlässlich einer Debatte unter Presbyterianern (Snoke gehört diesen an) ob die Erde Milliarden Jahre alt sei (old earth) wie die Naturwissenschaften lehren oder nur höchstens zehn- oder zwanzigtausend Jahre (young earth). Snoke vertritt die Ansicht, dass die old earth Position mit der Bibel verträglich ist und sogar mit deren orthodoxer konservativer Interpretation (nicht nur einer liberalen Interpretation).

Schriften

Bücher:

Aufsätze (Auswahl):

Einzelnachweise

  1. ↑ D. W. Snoke, G.-Q. Liu, S.M. Girvin: The Basis of the Second Law of Thermodynamics in Quantum Field Theory, Annals of Physics, Band 327, 2012, S. 1825
  2. ↑ R. Balili, V. Hartwell, D.W. Snoke, L. Pfeiffer, K. West: Bose-Einstein Condensation of Microcavity Polaritons in a Trap, Science, Band 316, 2007, S. 1007–1010.
  3. ↑ Behe, Snoke, Simulating evolution by gene duplication of protein features that require multiple amino acid residues, Protein Science, Band 13, 2004, S. 2651–2664. PMID 15340163. In der Zeitschrift folgte eine Diskussion dazu mit Michael Lynch.
  4. ↑ David W. Snoke, Jeffrey Cox, Donald Pletcher: Suboptimality and Complexity in Evolution, Complexity, Band 21, 2014, S. 322
  5. ↑ Snoke, Systems Biology as a Research Program for Intelligent Design, Solid State Communications 2014