Über Träume (altgriechisch: Περὶ ἐνυπνίων; lateinisch: De insomniis) ist eine kurze naturphilosophische Abhandlung von Aristoteles. Sie ist Teil der Parva naturalia.
Es handelt sich (neben Über die Traumdeutung) um eine der zwei Schriften, die Aristoteles explizit dem Traum gewidmet hat. Aristoteles behandelt diesen als Teil seiner Untersuchung des Schlafes. Dahinter steht seine Auffassung, dass Träume Rest- oder Begleiterscheinungen der Sinneswahrnehmung und des Schlafes sind.
Die kurze Schrift ist in drei Kapitel unterteilt. Um das Phänomen des Traumes zu verstehen, versucht Aristoteles mindestens drei Grundfragen zu beantworten: Welchem Teil der Seele entspricht der Traum? Was ist der Traum? Wie entsteht er?
Er kommt zum Schluss, dass Bewegungen in den Wahrnehmungsorganen nächtliche Erscheinungen verursachen. „Jede dieser (Erscheinungen) ist, wie gesagt, ein Überbleibsel des aktuellen Wahrnehmungseffektes: Auch dann, wenn der wirkliche Gegenstand verschwunden ist, ist (dieses Überbleibsel) noch (in den Wahrnehmungsorganen) vorhanden“.
Über Träume wird in die spätere Schaffensperiode des Aristoteles datiert und ist in 39 der 50 Handschriften, in welchen die Parva naturalia überliefert wurden, enthalten.
Viele Autoren nahmen im Laufe der Geschichte Bezug auf die Traumschriften, darunter etwa Averroes, Albertus Magnus und Thomas Hobbes.
Sigmund Freud verwies in seiner Traumdeutung darauf, dass Aristoteles als erster erkannte, dass der Traum keiner übernatürlichen Offenbarung entstamme, sondern „aus den Gesetzen des allerdings mit der Gottheit verwandten menschlichen Geistes [folge]“ und dass dessen Interpretation daher durchaus von medizinischem Interesse sein könne.